Eunectes notaeus unterwegs

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Tobiaskondaschwanz
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Re: Eunectes notaeus unterwegs

Beitrag von Tobiaskondaschwanz » Mi Sep 05, 2018 23:15

Kann man den Leuten nicht den Wind aus den Segeln nehmen und für den Sachkundenachweis plädieren?
Das wäre ohnehin angebracht, manchmal sogar dringend notwendig wenn es nur ums atmen geht...

Oder gab/gibt es sowas schon, also Leute mit Gewicht die sich für sowas stark machen?

PS: Das das für Peta nicht zufriedenstellend wäre ist mir bewusst, dennoch stehe ich zu der Meinung das es leider Sinnvoll wäre...

Rbn
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Re: Eunectes notaeus unterwegs

Beitrag von Rbn » Mi Sep 05, 2018 23:31

Tobiaskondaschwanz hat geschrieben:
Mi Sep 05, 2018 23:15
Kann man den Leuten nicht den Wind aus den Segeln nehmen und für den Sachkundenachweis plädieren?
Die Leute die eine "Veränderung" wollen, würden sich auch nicht von einem SKN beeindrucken lassen.
Im Gegenteil, sobald wieder etwas passiert (Selbst wenn nur Tante Emmas Kornnatter auf Erkundungstour geht) käme der Spruch "SKN bringt ja auch nix. Haltung ganz verbieten!".

Dass ein SKN ne gute Sache wäre, da Stimme ich dir zu, da muss man sich auch nicht entschuldigen, dass man dazu steht. Aber an der Lobbyarbeit gegen die Terraristik wird auch der SKN nichts ändern. Die sagen ja nicht "Nur fähige Leute sollten Reptilien halten" sondern, "Reptilien kann man nicht artgerecht halten". Und der Meinung sind nicht nur die. Auch Parlamentarier einer bestimmten Partei im Bundestag sehen das so. Ich zitiere mal die Website von eben: "Eine artgerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich." Mit denen hat reden also keinen Sinn. Auch nicht über das Thema Sachkunde.

Wer sich dafür stark macht? Die DGHT. Leider mit wenig erfolg. Stichwort Hessen. Da wurde vor Verbot der Gefahrtierhaltung auch versucht mit Sachkunde zu argumentieren. Mit wenig erfolg. Im Gegenteil sogar. M.W.n. wurde die DGHT nichtmal offiziell angehört. Seinerzeit wurde aber eine Truppe von ProWildlife angehört. Die Truppe hatte Andreas vorhin ja schon erwähnt.

Njoerchie
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Re: Eunectes notaeus unterwegs

Beitrag von Njoerchie » So Sep 16, 2018 4:04

Bei uns in der Nähe war vor einigen Wochen eine adulte Kornnatter in einem Park unterwegs.
Nehmen wir einmal die maximale Größe von etwa 150-160cm,dann haben wir bei alten Tieren eine ca. 4-5cm dicke Schlange, evtl. etwas mehr.
Das Tier war amelanistisch, es gab ein undeutliches Foto / Video davon.

Sowohl Feuerwehr (die das Tier einfingen) als auch Medien machten aus der harmlosen Natter einen Albino-Tigerpython mit mindestens 2m Länge.
Als ich daa unscharfe Foto sah, ging ich alleine achon aufgrund der geringen Körperdicke als auch aufgrund des doch recht schlanken Kopfes sofort von einer Konrnnatter aus.
In dem Bericht wurde natürlich von der Maximalgröße von 6-7m berichtet.

Die Meldung wurde nachträglich revidiert auf Kornnatter und verschwand aus dem Internet.

Ich empfinde so etwas als zutiefst traurig.

Die Leute rufen die Feuerwehr wegen Blindschleichen, Ringelnattern, Winkelspinnen (von mir immer Kellerspinnen genannt)...ist unsere Bildung so im Argen, dass wir noch nicht einmal unsere eigenen, heimischen Reptilien kennen?

Kornnattern werden zu zigtausenden in Deutschland gehalten, es gibt quasi neben der Bartagame und "dem Chamäleon" keine bekannteren Reptilien aus der Terrarienhaltung.

Noch ein sehr böses Beispiel: Feuersalamander werden aufgrund des Aberglaubens ihrer "Gefährlichkeit" auch heute noch zuhauf bei uns erschlagen.
Ich frage mich tatsächlich wie dumm die Menschen eigentlich in den "zivilisierten Ländern" sind.

Ich freue mich, wenn ich alle Jubeljahre von Menschsn lese / höre, die beispielsweise entflohene Kornnattern draußen im Garten oder in einem Sandkasten finden, diese Tiere mit nach Hause nehmen und ihnen ein neues Zuhause in Form eines Terrariums geben. ;-)

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Claus
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Re: Eunectes notaeus unterwegs

Beitrag von Claus » So Sep 16, 2018 11:59

Njoerchie hat geschrieben:
So Sep 16, 2018 4:04

Die Leute rufen die Feuerwehr wegen Blindschleichen, Ringelnattern, Winkelspinnen (von mir immer Kellerspinnen genannt)...ist unsere Bildung so im Argen, dass wir noch nicht einmal unsere eigenen, heimischen Reptilien kennen?

Kornnattern werden zu zigtausenden in Deutschland gehalten, es gibt quasi neben der Bartagame und "dem Chamäleon" keine bekannteren Reptilien aus der Terrarienhaltung.
Bildung in Deutschland sind 16 Kapitel für sich...

Ich habe leider schon zu oft mitbekommen, dass sich sogar viele "Terrarianer" nicht in der heimischen Herpetofauna auskennen.
Das Problem liegt wahrscheinlich, neben der (mittlerweile) zweitklassigen Schulbildung, in erster Linie daran, dass die
meisten Einsteiger in die Reptilien/Amphibienhaltung den Erstkontakt zu diesen Tieren in Zoos oder auf Reptilienbörsen
erhalten haben und nicht, wie zu meiner Kinder/Jugendzeit (Ende der 60ger-Ende der 70ger Jahre) diese Arten noch beim
aktiven Sammeln/Fangen kennen lernen durften.

Mit Eintreten des Verbotes einheimische Amphibien und Reptilien für zu Hause als Heimtiere zu fangen, ließ auch das Interesse
bei Kindern, das gerade in diesem Alter für diese Tiergruppe geweckt wird, merklich nach.
Wie sehr dieses Verbot es dem Bestandsschutz der heimischen Populationen geholfen (oder auch geschadet) hat, ist, meiner Ansicht
nach, nicht so leicht zu beantworten. Sicher ist auf jeden Fall, dass man nur das schützt, was man liebt und nur das liebt, was man
kennt. Anders gesagt, all diejenigen aus meiner Altersklasse, die ich kenne, und ähnlich in der Natur unterwegs waren, um als
leidenschaftliche Sammler die Natur zu entdecken sind heute ebenso leidenschaftliche Naturschützer.

Zu den "Kornis", "Köpis" und "Bartis" die nicht nur die heimischen Terrarien besetzen sondern mittlerweile auch die Tierheime und
Auffangstationen vor Probleme stellen kann ich nur sagen, dass ich immer sehr froh bin, wenn ich lese, dass der ein oder andere
Forenteilnehmer den Neuterrarianern vor der Haltung dieser Arten abrät und dafür den Fokus auf andere Arten, die für den Anfänger
geeignet sind, lenkt.

Volker Ebensberger
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Re: Eunectes notaeus unterwegs

Beitrag von Volker Ebensberger » So Sep 16, 2018 21:16

Njoerchie hat geschrieben:
So Sep 16, 2018 4:04
Noch ein sehr böses Beispiel: Feuersalamander werden aufgrund des Aberglaubens ihrer "Gefährlichkeit" auch heute noch zuhauf bei uns erschlagen.
Ich frage mich tatsächlich wie dumm die Menschen eigentlich in den "zivilisierten Ländern" sind.
Nun, die meisten Europäer lachen über Naturvölker die in der Hoffnung auf Niederschlag einen Regentanz machen.
Sind aber scheinbar felsenfest davon überzeugt das energisches Hupen einen Verkehrsstau beseitigt :lol:
Gruß Volker
(Mitglied des DGHT und DV-TH)

Ich grüße jeden der mich mag und der, der mich nicht mag kann mich gern haben

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