Futtertiere im Gartenhaus?

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Sternenbande
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Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Sternenbande » So Aug 02, 2015 14:24

Hi,
ich spiele mit dem Gedanken eine eigene Futtertierzucht aufzumachen. Ich würde die Tiere gerne in einem Gartenhaus unterbringen. Welche Tiere könnte ich dort halten? Ideal wären Renn/Farb/Vielzitzenmäuse oder Hamster.

Kenne mich aber nicht mit der Außenhaltung dieser Tiere aus.

Wer kann mir ein bisschen was dazu sagen?

Lg

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Jost L.
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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Jost L. » So Aug 02, 2015 14:43

Hallo.

Solange die Temperaturen im Gartenhaus einen Bereich von mind. 15° C und max. 27" C ganzjährig nicht unter- bzw. überschreitet, kannst du alle von dir genannten Nagetiere dort halten.

Da ich selbst derzeit nur Farbmäuse züchte, kann ich dir auch nur für diese noch weitere Tipps geben.

Ich setze z. Zt. vier 70 x 50 x 50 cm (L/B/H) große Zuchtboxen ein, Besatz immer 1.0 + 0.4 Zuchttiere. Die Weibchen (0.4) bilden meistens Gemeinschaftsnester, besonders dann wenn mehrere Weibchen zeitnah einen Wurf haben.

Nach ca. 4 Wochen werden die Jungtiere von den Alttieren getrennt und nach Geschlechtern getrennt in "Mast"-Boxen untergebracht bis zur Verfütterung. Männliche Jungtiere (1.0) sollten nur für kurze Zeit (max. bis zum Alter von 8 Wochen) zusammen gehalten werden.

Die Boxen werden alle 3 Tage gründlich gereinigt. Ausnahme nur bei den Boxen, in denen sich frische Würfe (1-2 Tage alte Jungtiere) befinden, um Brutverluste zu vermeiden. Ab 4 Tage alten Jungtieren ist die Reinigung wieder problemlos möglich.

Einstreu: MultiFit Kleintiereinstreu (500 l-Pack von Fressnapf ca. 11 € )

Futtermittel: Sniff Alleinfutter für Ratten/Mäuse (10 kg/24 €).
Die Firma Sniff ist in Soest der Produzent und Ansprechpartner. Ich selbst beziehe mein Futter (aktueller Jahresbedarf 10-12 Sack für 50-70 Bestandstiere) über meinen Reptilienhändler.

Solltest du noch weitere Infos brauchen, einfach melden.

Gruß Jost
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Sternenbande
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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Sternenbande » So Aug 02, 2015 20:07

Naja ich wohne in Deutschland. Hier wird es im Winter natürlich kälter als 15 Grad (sogar in meiner Wohnung und da ist mir noch kein Tier erfroren).

Auf was bezieht sich denn da deine Erfahrung? Dass eine Haltung in deinen Boxen draußen (und auch drinnen, wenn du mich fragst) nicht gut geht ist klar. Ich spreche ja eher von artgerechter Haltung.

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Jost L.
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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Jost L. » Mo Aug 03, 2015 19:01

Hallo.

Das ist genau das Problem, dass ich auch habe.

Eine ganzjährige Haltung im Gartenhaus funktioniert nur, wenn das Haus beheizbar ist. Ich muss auch auf einen Raum innerhalb unseres Hauses zurückgreifen und trotz der regelmässigen Boxenreinigungen kommt es zu einer "leichten" Geruchsbelästigung innerhalb dieses Raumes.

In der Vergangenheit hatte ich mich bei den hiesigen "Kleintier"-Vereinen informiert, wie eine Haltung z.B. in einem Stall bzw. Gartenhaus zu realisieren wäre.

Lange Rede, kurzer Sinn. Wenn du keinen "Großvieh"-Stall (Kühe, Schweine etc.) hast, in dem du deine Futtertiere mitunterbringen kannst,dann bleibt dir nur die Möglichkeit irgendeine "Heizungmöglichkeit" in deinem Gartenhaus zu planen.

Die Farbmäuse könnten theoretisch auch Nachttemperaturabsenkungen bis auf 10°C ertragen.
Aber! Dann fütterst du sie den ganzen Winter nur durch, ohne normal das sie sich fortpflanzen.

Ein Bekannter hatte, bei ansonsten gleichen Haltungsbedingungen wie ich sie habe, nur durch die niedrigeren Nachttemperaturen (Winter) einen spürbaren Rückgang beim Nachwuchs durch seltenere und kleinere Würfe, tote Jungtiere und Kannibalismus.

Gerade Kannibalismus kann bei Farbmäusen zu einem echten Problem werden, da sie zu Wiederholung neigen, wenn sie mal "auf den Geschmack" gekommen sind.

Da bleibt dann nur die Verfütterung der kompletten Zuchtgruppe, auch wenn sie bisher noch so gute Würfe hervorgebracht und großgezogen hat.

Gruß Jost
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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Spielverderber » Mo Aug 03, 2015 21:04

Jost L. hat geschrieben: Eine ganzjährige Haltung im Gartenhaus funktioniert nur, wenn das Haus beheizbar ist.
Ich halte und vermehre Ratten, Farb- und Vielzitzenmäuse seit vielen Jahren in unbeheizten Räumen, mit winterlichen Tiefstwerten weit unter den von Dir genannten. Sie vermehren sich trotzdem, das ganze Jahr über. Zugegeben, im Winter weniger als im Sommer, aber sie vermehren sich. Was mache ich verkehrt?

Wenn Nager ihren Nachwuchs fressen, zeugt das eher von mangelhafter Ernährung.

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peregrinus
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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von peregrinus » Mo Aug 03, 2015 23:12

Spielverderber hat geschrieben: Wenn Nager ihren Nachwuchs fressen, zeugt das eher von mangelhafter Ernährung.
In der Aufzählung von Joost habe ich irgendwie auch den Verweis auf Frischfutter vermisst... Bekommen deine Tiere etwa kein Gemüse/Obst/Ei/Insekten?

Ob Winterhart oder nicht, hängt vom Zuchtstamm ab, würde ich behaupten. Ein Bekannter von mir züchtet auch in der unbeheizten Garage und es läuft super, während bei einer Freundin letztens alle Farbratten eine Erkältung bekommen haben, als es nachts mal nur 15°C waren. Vermutlich hat das auch mit der "Rasse" zu tun und wie stark domestiziert der jeweilige Zuchtstamm schon ist. Eine Frage der Gewohnheit ist es aber vermutlich auch.

Rennmäuse sollten eher in beheizten Räumen gehalten werden. Wenn es nicht zu viele Tiere sind, ist die Haltung in der Wohnung unproblematisch und die Geruchsbelästigung recht gering. Sind außerdem auch sehr reizvolle Tierchen, wie ich finde.

Spielverderber
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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Spielverderber » Di Aug 04, 2015 0:47

peregrinus hat geschrieben: Rennmäuse sollten eher in beheizten Räumen gehalten werden.
In Hinblick auf deren natürliches Verbreitungsgebiet und die dort vorherrschenden Temperaturen im Jahresverlauf vollkommener Unsinn.

Sternenbande
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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Sternenbande » Di Aug 04, 2015 13:09

Ich würde jetzt auch davon ausgehen, dass Rennmäuse die Temperaturen draußen besser verkraften als Farbmäuse, da letzte aus dem Labor kommen und Renner hingegen sowohl 40 Grad als auch Minustemperaturen in ihrem natürlichen Lebensraum vorfinden. Ich hatte für meine Rennmäuse jedenfalls noch nie die Heizung angemacht.

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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von Kreke3101 » Di Aug 04, 2015 14:56

Ich setze z. Zt. vier 70 x 50 x 50 cm (L/B/H) große Zuchtboxen ein, Besatz immer 1.0 + 0.4 Zuchttiere.
Gruß Jost

Warum schreibst du nicht einfach 1.4 wie jeder andere auch?
Im übrigen ist es völlig egal ob es 15,0 Grad Celsius beträgt oder 10 oder 5 oder -5...
Wichtig ist vor allem das den Tieren die Möglichkeit geboten wird sich ein ordentliches Nest zu bauen welches isoliert. Wird allerdings spannend wenn du alle 3 Tage alles aufreißt um es zu reinigen. Die winterliche Kälte ist dann viel uninteressanter als die sommerliche Wärme.

Spielverderber hat ja auch schon gesagt das die Reproduktionsrate der Tiere im Winter abnimmt. Das ist ganz natürlich.

Ich möchte noch etwas ergänzen, da es natürlich nicht egal ist ob es Temperaturen unter dem Gefrierpunkt hat. Die Wasserflasche sollte eisfrei bleiben damit die Tiere die Möglichkeit haben zu trinken. Auch im Winter kann man schnell dehydrieren.
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.

Alexander von Humboldt

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Re: Futtertiere im Gartenhaus?

Beitrag von peregrinus » Di Aug 04, 2015 19:22

Sternenbande hat geschrieben:Ich würde jetzt auch davon ausgehen, dass Rennmäuse die Temperaturen draußen besser verkraften als Farbmäuse, da letzte aus dem Labor kommen und Renner hingegen sowohl 40 Grad als auch Minustemperaturen in ihrem natürlichen Lebensraum vorfinden. Ich hatte für meine Rennmäuse jedenfalls noch nie die Heizung angemacht.
Okay, war mir nicht bekannt. Einige Bekannte von mir haben Rennmäuse und sagten mir, dass sie sowohl Kälte als auch große Hitze schlecht vertragen würden.

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