"Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Fragen um das lebende Futter, Zucht, Verabreichung, etc.. Von Mäusen, Ratten, Grillen, Heimchen und vielem mehr

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EvaEinfach
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"Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon EvaEinfach » Mi Dez 23, 2015 5:37

Hallo liebe Foristen,

nachdem die Gedanken sortiert sind und die Anschaffung eines Königpythons (ok, 2 werden es sein ;)) bevorsteht, suche ich nach Optionen für Frostfutter. Die Tiere, die in Frage kommen, fressen Frostratten sowie Frostmäuse.
Ich möchte gerne Frostfutter aus GUTER Haltung, bestmöglicher Haltung, sprich: ein "schönes" Leben für die Tiere sowie eine sachkundige, kompetente und somit schonende Tötung.
Da ich eine Mimi bin diesbezüglich wie in meinem Eingangspost erwähnt, kann und will ich nicht lebend füttern.

Hat wer Tipps hinsichtlich einer guten Bezugsquelle?
Der Preis der Tiere ist eher sekundär hinsichtlich der obigen Anforderungen, insofern diese garantiert werden können.

Viele Grüße,

Eva.

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Ixorfs
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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon Ixorfs » Mi Dez 23, 2015 6:42

Der "Bio-Aspekt" und dazu noch Frostkost wird wahrscheinlich schwer unter einen Hut zu bekommen. Die Anbieter, die Frostfutter anbieten vertreiben dies i.d.R. in recht großen Mengen und Bio- Ware wird in unserer "Geiz-ist-geil" Gesellschaft eben nicht so oft nachgefragt, dass die Mehrkosten in der Produktion ausgeglichen werden können. Wenn du unbedingt Bio füttern willst, müsstest du dich in deiner Region nach Züchtern umsehen, die eine Artgerechte Haltung der Tiere gewährleisten. Ob sie dir die Tiere auch abtöten ist jedoch fraglich. Ich für meinen Teil beziehe das Futter online und habe bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Gruß

Thorben
Gruß

Thorben

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rené78
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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon rené78 » Mi Dez 23, 2015 7:05

Auch ich glaube wie mein Vorredner nicht das Du Frostfutter aus tiergerechter Haltung von einer kommerziellen Quelle beziehn kannst, höchstens aus privater "Kleinzüchter" Hand.
Ich hatte einen ähnlichen Gewissenkonflikt und fand es für mich am ehrlichsten und konsequentesten alles selber zu züchten, Heimchen, Schaben, Mäuse, Zebrafinken und irgendwann werden wohl auch Ratten noch dazukommen (vielleicht fallen dann die Mäuse und Finken - das sind eh nur 2 Paare-weg).
Ja, das ist aufwendig, nicht immer ganz geruchsneutral, schränkt das Aufstellen vieler weiterer größerer Terrarien erheblich ein aber ich hab ein ruhiges Gewissen, weiss genau wie die Tiere gelebt und gefressen haben, wie sie gestorben sind.
Nicht zulezt kommt unerwartet noch dazu: Eine Mäusesippe zu beobachten kann auch eine spannende Abwechslung zum Reptil sein ;-)

Vielleicht hast ja Glück und findest hier Züchter die regelmäßige "Überproduktionen" haben und Dich mitversorgen können. Aber für den Bezug von einer großen, kommerziellen Quelle sehe ich leider wenig Chancen, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!

EvaEinfach
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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon EvaEinfach » Mi Dez 23, 2015 7:52

Mmmmh, ja, hatte ich befürchtet :(
Das Problem ist das, was mich seit Jahren von der Schlangenhaltung abgehalten hat - die Fütterung.
Jetzt habe ich mich wieder damit auseinandergesetzt, in den letzten Monaten, weiß, dass viele Frost füttern und das auch aus anderen Gründen als den von mir genannten.

Ich bin da wirklich in einem Zwiespalt: Ich will die Tiere nicht lebend verfüttern. Wenn sie einmal in meinem Haus sind,
bekommen sie Namen und dann geht das nicht mehr ;) Ich meine, ich hatte lange Zeit Ratten, früher.
Das ist auch echt ein Hemmschuh, für mich sehr viel schlimmer als Mäuse.
Gut - man könnte sagen: Finger weg von Schlangen. Wäre irgendwie konsequent.

Andererseits - ich bin selbst seit 25+ Jahren Vegetarier mit deutlich veganer Tendenz.
Habe aber Katzen, die selbstverständlich nicht vegan ernährt werden, da Carnivoren.
Hier achte ich auf die Herkunft des Fleisches so gut es eben geht, sowohl im Hinblick auf die Tiere, die "in der Wurst" landen als auch im Hinblick
auf meine eigenen Tiere.
Und - ich habe keine Zuchttiere. Auch die beiden Königspythons, die in Frage kommen, sind Nottiere, wie meine Katzen auch.
Will sagen: Sie sind da und müssen versorgt werden, artgerecht.
Das rechtfertigt das Problem, das ich habe und vor dem ich stehe, für mich etwas, löst es aber nicht ;)
Darüber hinaus weiß ich auch nicht, wieso Kühe für mich weniger schlimm sind als Ratten - vielleicht, weil ich letztere eben selbst hatte
und weiß, wie intelligent und toll sie sind und weil die Kuh in der Dose eben anonym(er) ist.
Keine Ahnung, irgendwie lüge ich mir gerade in die Tasche :oops:

Ich habe jetzt die halbe Nacht gegoogelt - obgleich ich hätte arbeiten sollen ...
Und habe zumindest mal diesen Anbieter hier gefunden, dem ich mal näher auf den Zahn fühlen werde - ich hoffe, der Link ist erlaubt?
https://www.zoobedarf-hitzegrad.de/grei ... aus-ratte/
Und die hier, das ist aber lebend:
http://piepsundpaulchen.jimdo.com/abgab ... %C3%A4use/

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rené78
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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon rené78 » Mi Dez 23, 2015 10:14

Vielleicht bringt auch etwas "Arbeit" an Deiner Einstellung etwas.
Du möchtest es gut machen, tiergerecht soweit wie möglich.

Wenn das unterm Strich Dein Hauptziel ist und Du ausserdem die Möglichkeit hast wäre für alle (eben auch für die Futtertiere) die eigene Zucht das Beste.

Ich kann gut nachvollziehen wie Du fühlst, meine Zuchttiere zB. werden nicht verfüttert, jedenfalls nicht gleich wenn sie aus der Zucht genommen werden, die haben auch keine Namen aber eindeutige Bezeichnungen (um die Abstammungen nachvollziehen und Inzucht möglichst ausschliessen zu können, mit Krebstieren in der Ahnentafel nicht weiterzuzüchten etc.) und dürfen leben bis sie eindeutig nicht mehr mögen (das bezieht sich natürlich nicht auf Futterinsekten). Die Nachzuchten werden verfüttert sobald sie ausgewachsen sind, die sind (bis auf solche die evtl. als Stammhalter in Frage kommen und separiert werden) mir einfach auch so nicht bekannt und kaum unterscheidbar, wenn überhaupt. Kontakt habe ich quasie nur bei der Geschlechtertrennung.
Dieses Fressen und Gefressen werden (egal ob tot oder lebend gefüttert wird) ist ein wesentlicher Teil der Schlangenhaltung und Beobachtung und kein notwendiges Übel.

Vielleicht kannst Du Dir das bewusst machen und akzeptieren.

Viel Erfolg jedenfalls !!

Edit
Überleg Dir was für eine Einstellumng Du tatsächlich Deinen Schlangen gegenüber hast wenn Du ihre Ernährungsweise nicht voll und ganz akzeptieren kannst ;-)

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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon Aspitides » Mi Dez 23, 2015 10:51

Bei deiner Einstellung würde ich von der Schlangenhaltung absehen. Was machst du wenn die Königpythons auf einmal kein Frostfutter mehr annehmen und du auf Lebendfutter umstellen musst? Sowas ist alles schon vorgekommen!

Gruß Aspitides

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Matthias
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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon Matthias » Mi Dez 23, 2015 11:14

Hallo,
sich über die Qualität des Futters Gedanken zu machen, ist völlig in Ordnung.

Wer in Deutschland gewerblich Nager züchtet und lebend wie tot verkauft, braucht einen Sachkundenachweis und die Räumlichkeiten müssen den Bestimmungen entsprechen.

Mäuse/Ratten zu finden, die mit Bio Futter in Bio Gehegen aufwachsen und dann gefroren verkauft werden, gibt es meines Wissens nach nicht. Warum? Dafür gibt es keinen Markt. Wenn man wirklich auf Nummer sicher gehen will, muss man selbst züchten.

Der Einwand von Aspitides ist übrigend gerechtfertigt.
Gruß
Matthias

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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon Taurinus » Mi Dez 23, 2015 12:02

Ich verstehe dein Anliegen. Ein Großteil des in Deutschland vertriebenen Frostfutters stammt meines Wissens nach aus Polen und der Tschechei. Viele der großen Anbieter, welche mit Frostfutter handeln, kaufen günstig im "Ostblock" ein um es später um ein vielfaches teurer zu verkaufen. Ein Grund, warum ich mein Frostfutter direkt vom Hersteller in Tschechien beziehe. Die Tiere hatten es zwar nicht schlechter oder besser, jedoch sehe ich es nicht ein dem Zwischenhändler mein Geld in den Rachen zu stopfen.

Gruß Mario

EvaEinfach
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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon EvaEinfach » Mi Dez 23, 2015 14:42

Huhuu zurück :)

Mir ist schon klar, dass ich mich mit obiger Offenheit, meinem emotionalen "Hose runterlassen" auf "dünnem Eis" bewege bzw. den einen oder anderen dazu animiere, kopfschüttelnd vor dem PC zu sitzen. Wieso Schlangen, wenn sie es nicht erträgt, wie sie sich ernähren?
Berechtigte Frage.

Ich muss mich nicht rechtfertigen, würde es aber an dieser Stelle dennoch gerne erklären.
In meinem ersten Thread hier, gerade noch im Einsteigerforum nachzulesen, habe ich es auch schon näher dargelegt:
Ich mag sie sehr. Der Wunsch besteht schon ewig, ich habe deshalb Abstand genommen, weil ich früher dachte, dass ausschließlich Lebendfütterung
artgerecht ist und mich gar nicht mehr informiert habe darum.

Man kann es drehen und wenden - ich kann zwar beim Fressen von Schlangen zusehen, aber eben nur, wenn es tote Tiere sind.
Das habe ich zigfach getan, bevor ich hier aufgeschlagen bin. Um einfach sicher zu gehen, dass es mich nicht "stört".
Das "Problem" habe ich aber nicht nur mit Schlangen - ich kann mir auch Tierdokus, in denen Tiere gerissen werden, nicht ansehen
bzw. will es nicht. Ich weiß, es ist Natur und so weiter. Aber - es geht eben nicht.

Alle meine Tiere, die ich hier habe, sind Fleischfresser, zum Teil reine Carnivoren.
Aber sie leben in der (relativ großzügigen) Wohnung - und bekommen eben von mir ihr Futter, will sagen: Ich werde von meinen Katzen auch nicht
beschenkt mit irgendwelchen (halb)toten Tierchen und sehe sie nicht jagen. Sie dürfen hier nicht raus, weil es die Gegend nicht hergibt -
und weil sie zum Teil einfach ohnehin traumatisiert sind bzw. missbraucht wurden usw.
Mal schauen, in der nächsten Wohnung gibt es dann einen eingezäunten Freilauf, aber mehr möchte ich aus verschiedensten Gründen nicht.

Für mich persönlich - und ich möchte damit keinen angreifen - besteht ein Problem bei den Tierarten, die ich habe: Katzen, Axolotl und vielleicht eben auch mal dem Königspython. Alle dieser Tiere werden üppig gezüchtet, zum Teil sehr günstig verkauft. Es gibt viel mehr Tiere als (potentielle) Halter, die Lebenserwartung all dieser Tiere ist "nicht von schlechten Eltern". Das führt dazu, dass es jede Menge Tiere gibt, die niemand mehr haben möchte und denen man sich zum Teil wie Abfall entledigt. Keines meiner Tiere kommt aus einer kommerziellen Zucht, die meisten davon sind Straßentiere, Nottiere, etliche davon mit irgendwelchen Handicaps, ergo ohne tolle Vermittlungschancen. Das heißt für mich - diese Tiere sind da. Sie müssen versorgt werden, artgerecht. Das ist für mich dann kein Gewissenskonflikt an diesem Punkt - zumal viele potentielle Halter solche Tiere nicht aufnehmen wollen und sich lieber komplett "gesunde" Tiere, gerne auch in besonderen Farben, Rassen holen.
Dadurch habe ich keinen Gewissenskonflikt, wenn ich diese Tiere aufnehme - für mich. Denn sie hatten alle schlechte Vermittlungschancen.

Ich biete Platz, Sorgsamkeit, artgerechte Haltung. Ich bin diesbezüglich sehr gewissenhaft, überlege mir alles vorher, lese mich detailliert ein,
tue alles dafür, adäquat Verantwortung zu übernehmen und scheue auch keine Mühen.

Aspitides hat geschrieben:Bei deiner Einstellung würde ich von der Schlangenhaltung absehen. Was machst du wenn die Königpythons auf einmal kein Frostfutter mehr annehmen und du auf Lebendfutter umstellen musst? Sowas ist alles schon vorgekommen!
Gruß Aspitides


Absolut berechtigte Frage bzw. Ansage, die ich auch in meinem Erstlingsthread von mir aus schon aufgeworfen habe.
Ich kann diesbezüglich nur so antworten:
1.) Alle Tiere, die jetzt potentiell in Frage kommen, stammen aus schlechter Haltung, wurden gut gepflegt und gepäppelt. Sie müssen bei den jetzigen Besitzern weg, die aber bisher keine "tollen" Anfragen haben - weil die Tiere z.T. Wildformen sind und/oder trotz tierärztlicher bestätigter Gesundheit im Wachstum zurückgeblieben sind (in beiden Fällen: kommen aus schlechter Haltung und wurden ohne Wärme und ohne Licht gehalten). Beide bisherigen Besitzer halten schon länger Schlangen, haben mich sehr dezidiert eingewiesen (und würden von sich aus gerne auch weiterhin Kontakt halten), ich habe mir die Tiere genau angesehen und mich vorher - zumindest theoretisch - umfassend informiert. Die Tiere sind frostfest, fressen bisher seit Jahren ohne Probleme Frostfutter. Eines der Tiere hat ein ungewöhnlich zahmes und sehr ausgeglichenes Gemüt, lässt sich durch so gut wie nichts aus der Ruhe bringen. Das scheint mir zwar kein Garant dafür zu sein, dass es zu keiner Futterverweigerung kommt, macht es aber doch wahrscheinlicher.
2.) WENN der Fall eintritt und es zu einer Futterverweigerung kommen sollte, was immer sein kann, das ist mir klar: Dann MUSS ich dafür sorgen, dass es das bekommt, wenn alle anderen Tricks nicht helfen.

Klar, ich kann es immer noch lassen mit der Schlangenhaltung - ich habe noch nicht damit angefangen. Aber genau deshalb bin ich hier - um VORHER alles bestmöglich abzuklären.

Und ich finde, dass ich vielleicht trotz meines Sensibelchen-Handicaps kein so schlechter Halter für ein, zwei Nottiere mit nicht so dollen Vermittlungschancen wäre - wegen meines Anspruches an mich (bestmögliche Haltung, Endplatz auf Lebenszeit) und des Anspruches an die Tiere (keinen, sprich: lebt einfach und macht mir Freude, in dem es euch gut geht).

Sehe ich das grundfalsch?

EvaEinfach
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Re: "Bio"-Frostfutter gesucht für Königspython

Beitragvon EvaEinfach » Mi Dez 23, 2015 14:45

Matthias hat geschrieben:Mäuse/Ratten zu finden, die mit Bio Futter in Bio Gehegen aufwachsen und dann gefroren verkauft werden, gibt es meines Wissens nach nicht. Warum? Dafür gibt es keinen Markt. Wenn man wirklich auf Nummer sicher gehen will, muss man selbst züchten.


Es muss jetzt nicht Bio-Futter sein im eigentlichen Sinne, deshalb habe ich es auch in Anführungszeichen geschrieben.
Ich meine damit: Ausreichend große Gehege, ausreichend Futter, nicht nur billiges Trockenfutter, sondern auch Gemüse/Obst, nicht zu 2000 Stück in einem Schuhkarton usw.


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