Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Hier findet Ihr Hilfe bei den ersten Schritten in der Schlangenhaltung.

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Matthias
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Re: Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Beitragvon Matthias » Di Apr 18, 2017 17:36

Hallo,
Isa1210 hat geschrieben:250cm ist natürlich eine Hausnummer. In den meisten Quellen ist die Rede von 160cm-200cm. Zur Größe habe ich mir auch Gedanken gemacht. Nicht wegen der Terrariengröße (wäre der Platz nicht da, würde ich auch nicht fragen), sondern im Bezug auf das Handling und ob ich mir da nicht zuviel zumute.

Wie du schon richtig erkannt hast, wächst man da rein. Sollten es doch Gonyosoma oxycephalum werden, solltest du spätestens bei den halbwüchsigen Tieren anfangen die Tiere mit Schlangenhaken zu händeln, damit du das frühzeitig lernst. Zur Terrariengröße (2m x 1m x 2m -> Länge x Breite x Höhe) solltest du dir in sofern Gedanken machen, dass so große Terrarien (die auch nach was aussehen - innen wie außen) teuer sind. Komplett mit Einrichtung und Technik sind da schnell mal 1000-2000€ investiert, je nachdem wie gut die handwerkliche Begabung + das Wissen über Baumaterial ist. Hinzu kommen laufende Kosten von ca. 30-50€ (je nach notwendiger Technik) pro Monat. Mit so großen Terrarien zieht es sich auch schlecht um ;-) Es sind eben "begehbare" Terrarien. Hier ein Beispiel

Isa1210 hat geschrieben:Allerdings hatte ich da die Hoffnung, sollte ich es schaffen eine NZ zu erwerben

Gonyosoma oxycephalum wird nachgezogen. Ein Freund hatte bis letztes Jahr eigentlich fast jedes Jahr Jungtiere. Von Wildfängen solltest du als Anfänger generell die Finger lassen.

Isa1210 hat geschrieben:Das passt denke ich ganz gut, denn ich habe das Gefühl die Züchtersuche wird dauern.

Bis auf G. oxycephalum habe ich dir schon einen Ansprechpartner genannt, der auch nachzieht.

Isa1210 hat geschrieben:Habe ich mir wirklich ausgerechnet so spezielle Schlangen ausgesucht? :-?

Jaein. Spezieller als Kornnattern ja, aber so richtig seltene Arten (bis auf vielleicht G. frenatum) sind es auch nicht. Die "grünen" sind aber deutlich aufwändiger in der Haltung, da Temperatur und Luftfeuchtigkeit einen kleineren Spielraum haben als bei anderen Arten. Wie gesagt, es ist auf jeden Fall machbar, mit Gonyosoma anzufangen, aber die Haltung ist deutlich aufwändiger als die anderer Arten.

Bedenke auch, dass du gerade dein Abitur machst. Wie geht es danach weiter? Ausbildung? Studium? Eigene Wohnung? Zuhause ist vielleicht Platz für ein mega großes Terrarium, aber in einer kleinen, eigenen Wohnung?
Gruß
Matthias

Isa1210
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Re: Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Beitragvon Isa1210 » Mi Apr 19, 2017 0:00

Danke schon wieder Matthias.
Die Umzugsproblematik mit einem derart großem Terrarium für Gonyosoma oxycephalum habe ich wirklich nicht bedacht. Die trifft natürlich zu, da ich momentan und vermutlich auch im nächsten Jahr noch Zuhause wohne/wohnen werde.
Ich denke Gonyosoma oxycephalum streiche ich aus meiner Liste. Die anderen Arten sind mindestens genauso interessant und unproblematischer.
Mit deinem vorgeschlagenen Züchter werde ich natürlich noch in Kontakt treten, allerdings vermute ich stark, dass es da je nach Art mehr oder weniger lange Wartelisten gibt. Und es ist ja auch nicht klar, ob dann mir als Einsteiger überhaupt ein Tier verkauft wird (da wäre ich selber misstrauisch).
Natürlich ist die Zeit nach dem Abi noch ein mehr oder weniger großes Fragezeichen. Deswegen möchte ich da auch erstmal abwarten wie sich das entwickelt. Überstürzen möchte ich natürlich nichts.
Ich bin froh, dass meine Bedenken bezüglich der Arten als Anfängerschlangen unter der Voraussetzung guter Vorbereitung aufgelöst wurden.

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snekpanda
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Re: Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Beitragvon snekpanda » Mi Apr 19, 2017 9:02

Zum handling noch: Die Boas welche ähnliche grössen erreichen sind "normalerweise" auch eher ruhige Tiere. Ich weiss nicht wie sich Gonyosoma frenatum und Gonyosoma oxycephalum verhalten aber meine G. boulengeri kann ich nicht handeln. Sobald ich mit dem Haken in ihre nähe gehe fangt sie an defensiv zu striken, wenn man sie aufnimmt und am Schwanz hält versucht sie sich (auch wenn sie auf dem haken ist) um ihre eigene Achse zu drehen um los zu kommen. Und bei einer Schlange mit dieser Statur kommt man da schon ins Schwitzen :lol:

Vielleicht noch ein Tipp: Kennst du Boiga cyanea? Wie findest du diese Spezies?
Sie können manchmal etwas schwierig mit der Nahrungsannahme sein, und sie sind leicht giftig (ist eine Trugnatter). Allerdings aus eigener Erfahrung hat das Gift keine spürbare wirkung, und die Bisse sind auch nicht schmerzhaft. Wenn die Schlangen fressen und sich eingewohnt haben sind sie eigentlich relativ problemlos von der Haltung her.

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Matthias
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Re: Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Beitragvon Matthias » Mi Apr 19, 2017 9:42

Hallo,
Isa1210 hat geschrieben:Ich denke Gonyosoma oxycephalum streiche ich aus meiner Liste

Wenn Wohnung usw. mal in trocknen Tüchern ist, kannst du die Idee ja wieder aufgreifen ;-)

Isa1210 hat geschrieben:allerdings vermute ich stark, dass es da je nach Art mehr oder weniger lange Wartelisten gibt. Und es ist ja auch nicht klar, ob dann mir als Einsteiger überhaupt ein Tier verkauft wird (da wäre ich selber misstrauisch)

Das sind ganz Nette. Würde mich wundern, wenn die Tiere bereits alle reserviert wären. Einfach mal fragen. ;-)

snekpanda hat geschrieben:Boiga cyanea

Davon würde ich abraten. Man weiß vorher nie, wie man auf den Biss eines Gifttieres reagiert. Solche Tiere sind nichts für Menschen, die noch nicht wissen, wie man mit Schlangen richtig und sicher umgeht usw.

snekpanda hat geschrieben:Allerdings aus eigener Erfahrung hat das Gift keine spürbare wirkung, und die Bisse sind auch nicht schmerzhaft

Rein subjektive Wahrnehmung ;-) Bisse gilt es immer zu vermeiden.
Gruß
Matthias

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snekpanda
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Re: Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Beitragvon snekpanda » Mi Apr 19, 2017 10:25

Matthias hat geschrieben:Rein subjektive Wahrnehmung ;-) Bisse gilt es immer zu vermeiden.


Das stimmt natürlich. Wenn man bei der Fütterung nachhelfen muss kann das bei diesen flinken kleinen durchaus mal passieren, vorallem wenn es (so wie es bei mir damals war) das erste mal ist wo man bei der Fütterung hand anlegen muss.

(Allerdings habe ich noch nie von einer Reaktion bei einem biss von Boiga cyanea gehört, ausser lokale Rötungen. Kennst du einen Fall bei dem eine stärkere Reaktion vorgekommen ist? Würde mich sehr interessieren gerade weil ich diese Art halte.)

Als erste Schlange ist sie vielleicht wirklich nicht geeignet, ich denke nur schon aus "Angst" weil man weiss das sie giftig sind und man zu viel respekt hat um mit dem Tier zu arbeiten.

Isa1210
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Re: Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Beitragvon Isa1210 » Mi Apr 19, 2017 21:03

snekpanda hat geschrieben:Zum handling noch: Die Boas welche ähnliche grössen erreichen sind "normalerweise" auch eher ruhige Tiere. Ich weiss nicht wie sich Gonyosoma frenatum und Gonyosoma oxycephalum verhalten aber meine G. boulengeri kann ich nicht handeln. Sobald ich mit dem Haken in ihre nähe gehe fangt sie an defensiv zu striken, wenn man sie aufnimmt und am Schwanz hält versucht sie sich (auch wenn sie auf dem haken ist) um ihre eigene Achse zu drehen um los zu kommen. Und bei einer Schlange mit dieser Statur kommt man da schon ins Schwitzen :lol:

Stimmt, aber ich nehme mal an, dass eine Boa zumindest kraftmäßig eine andere Hausnummer ist als so eine Natter. Vielleicht nicht so flink und wendig, aber kräftiger.
snekpanda hat geschrieben:Vielleicht noch ein Tipp: Kennst du Boiga cyanea? Wie findest du diese Spezies?
Sie können manchmal etwas schwierig mit der Nahrungsannahme sein, und sie sind leicht giftig (ist eine Trugnatter). Allerdings aus eigener Erfahrung hat das Gift keine spürbare wirkung, und die Bisse sind auch nicht schmerzhaft. Wenn die Schlangen fressen und sich eingewohnt haben sind sie eigentlich relativ problemlos von der Haltung her.

Eine sehr schöne Schlange, ja. Generell gefallen mir Trugnattern oft, aber wie von Matthias bereits angesprochen momentan eher keine Schlange für mich. Vielleicht später einmal, wenn ich mehr Erfahrung im Umgang und im Handling gesammelt habe.

Matthias hat geschrieben:
snekpanda hat geschrieben:Boiga cyanea

Davon würde ich abraten. Man weiß vorher nie, wie man auf den Biss eines Gifttieres reagiert. Solche Tiere sind nichts für Menschen, die noch nicht wissen, wie man mit Schlangen richtig und sicher umgeht usw.

Eine allergische Reaktion wäre da auch meine Sorge.
Matthias hat geschrieben:
snekpanda hat geschrieben:Allerdings aus eigener Erfahrung hat das Gift keine spürbare wirkung, und die Bisse sind auch nicht schmerzhaft

Rein subjektive Wahrnehmung ;-) Bisse gilt es immer zu vermeiden.

Getackert werde ich bestimmt mal. Deswegen wäre ich auch froh da nicht eine größere Auswirkung befürchten zu müssen.

Matthias hat geschrieben:
Isa1210 hat geschrieben:allerdings vermute ich stark, dass es da je nach Art mehr oder weniger lange Wartelisten gibt. Und es ist ja auch nicht klar, ob dann mir als Einsteiger überhaupt ein Tier verkauft wird (da wäre ich selber misstrauisch)

Das sind ganz Nette. Würde mich wundern, wenn die Tiere bereits alle reserviert wären. Einfach mal fragen. ;-)

Das werde ich natürlich wenn es soweit ist.

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Re: Neu in der Schlangenhaltung - Anfängerschlangen (?)

Beitragvon Njoerchie » Fr Mai 05, 2017 8:24

Isa1210 hat geschrieben:Hallo,
ich bin komplett neu in der Schlangenhaltung und auch in diesem Forum.
Gerne würde ich unter die Schlangenhalter gehen, bräuchte allerdings noch Rat. Ich habe viel im Internet gestöbert und bin somit auch auf Schlangenarten gestoßen deren Haltung mich interessieren würde.
...
Ist es möglich mit etwas schwierigen Tieren einzusteigen wenn man sich einen Mentor sucht? Ohne selbst mit einer "Anfängerschlange" zu beginnen?
Interessieren würden mich folgende Schlangen:

Raue Grasnatter - Opheodrys aestivus
Dort gibt es unterschiedliche Angaben zum Schwierigkeitsgrad. Abgesehen von WF die zu 99% eingehen sind sich die Quellen bei den NZ nicht einig. Manche sprechen von sehr schwer zu halten, andere von zwar anspruchsvoll aber gut machbar.
...
Europäische Leopardnatter - Zamenis situla
Scheint sehr pingelig bei der Größe der Beutetiere zu sein und eher ungeeignet für Einsteiger. Ansonsten findet sich im Netz wenig.

Wer hat Erfahrung mit einer der genannten Schlangenarten? Wäre es möglich mit einer der Arten einzusteigen ohne Schlangenerfahrung bzw. mit Erfahrung nur über Mentor/Kontakte?
Gibt es Schlangen zu denen ihr mir eher raten würdet abseits von Kornnattern, Strumpfbandnattern und Pythons?

Vielen Dank im Voraus
Isabel

Hi Isa.

Bei der Rauen Grasnatter gingen zwar nicht 99% aller WF ein (dies ist bei der Glatten Grasnatter wohl der Fall gewesen), aber ein "Einfacher Pflegling" ist sie nicht.
NZen bekommt man ganz gut (bei Interesse habe ich einen Kontakt für Dich), preislich liegen die NZen so um ca. 100 Euro pro Tier.
Bedenke aber dass Du UV-Licht geben solltest, zusätzlich die Futtertiere mit Mineralstoffen und Vitamin D-Komplex regelmäßig bestäuben musst, etc.
Zudem benötigen Grasnattern ein hohes und langes (breites) Terrarium, da sie in den Sträuchern sehr aktiv sind.

Die Leopardnatter stellt eigentlich keinen schwierigeren Pflegling dar als andere Nattern.
Wichtig ist, dass das Terrarium strukturreich eingerichtet ist, genügend Klettermöglichkeiten mit einer schönen Rückwand zum Klettern vorhanden sind, eine entsprechende Überwinterung durchgeführt wird, genügend Versteckmöglichkeiten vorhanden sind, etc.
An Futtertieren solltest Du lieber Pinky- und Speckiemäuse verfüttern, da Zamenis situla durchaus behaarte Mäuse ab und an wieder auswürgt.
Ich habe meine Tiere damals alle gemeinsam gehalten, das Füttern war kein Problem - auch dies geschah später gemeinsam im Becken.
Leopardnattern sind etwas stressempfindlich, gefressen haben sie nur wenn ich einen gebührenden Abstand zum Terrarium gehalten habe (und oft auch nur während der Dämmerung oder des Nachts).
Wenn Dich die Leopardnattern ansprechen, dann solltest Du Dir einmal die Milos-Locality anschauen - die Tiere sind gestreift statt gefleckt (lokale Inselform).
Wichtig ist noch zu sagen, dass die Tiere unter die EU-Richtlinie fallen, und NZen somit einem entsprechenden Herkunftsnachweis bedürfen und beim zuständigen Umweltamt / Naturschutzbehörde angemeldet werden müssen. Wenn Du später mit den Tieren nachziehen willst, musst Du entsprechend ein Zuchtbuch führen und die Nachzuchten ebenso anmelden.
Preislich werden die normalen Leopardnattern so bei 30-50 EUro pro NZ-Tier liegen, die Milos-Variante liegt so bei 70-100 Euro pro Tier.
Noch eines zum Terrarium - für 2-3 Tiere (ein Männchen und 1-2 Weibchen) würde ich die Terrariengröße so ab 100*50*100cm (L*B*H) vorschlagen, darf auch jeweils etwas mehr sein :)
Auch hier kann ich bei Bedarf Tiere vermitteln.

Zuletzt möchte ich Dich noch als mögliche Alternative zu Grasnattern auf die Zwergnattern (Eirenis) aufmerksam machen.
Diese sind ebenfalls Insektenfresser, lassen sich relativ leicht halten, benötigen ebenso UV- und Mineralstoff-/Vitamingabe, sind jedoch deutlich kleiner und nicht so bewegungsfreudig wie die Grasnattern.
Momentan sind regelmäßig drei Arten in der europäischen Haltung vorhanden:
-Eirenis collaris (Maximallänge so um 35-40cm)
-Eirenis modestus (Maximallänge ca. 45-50cm)
-Eirenis punctatolineatus (Maximallänge ca. 60-70cm).

VlG, Jörg


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