Eine Zwickmühle

Hier findet Ihr Hilfe bei den ersten Schritten in der Schlangenhaltung.

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psychoyogi
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Eine Zwickmühle

Beitragvon psychoyogi » Sa Okt 21, 2017 18:24

Hallo an alle erst einmal !

Ich möchte gern wieder mit der Terraristik anfangen und wollte mir wieder Leopardengeckos zulegen da ich alles noch vorhanden habe. Doch vor ein paar Tagen bekam ich einen Anruf von einem Freund der mich Fragte ob ich nicht an einer Schlange Interessiert bin.
Ich: Was ist das den für eine?
Er: Eine Königspython.
Ich: Wer gibt die ab und warum?
Er: Ein Freund von mir weil die bekommen ein weiteres Kind und seine Frau will die weg haben.
Ich: Eigentlich ist das nicht mein Gebiet da ich mich eher mit Eidechsen die Wüstenbewohner sind auskenne und ich hab auch kein geeignetes Terrarium dafür.
Er: Das ist kein Problem da die schlange mit Terrarium abgegeben wird und er auch nur 50€ dafür haben will.
Ich: Wir fahren da mal vorbei und ich schue es mir mal an, aber gebe dir keine Garantie das ich sie nehmen werde.

Wir sind dann dort hin gefahren und ich traute meinen Augen nicht. Mit meinen geringen Wissen über schlangen erkannte ich denoch sofort das der Halter noch weniger Ahnung hatte wie ich. Das Gespräch sah wie folgt aus.
Ich: Hast du Bücher für mich wo ich mich schon mal vorab Einlesen kann?
Der Halter: Das Brauchst du nicht wenn du schon Erfahrung hast mit Terraristik, außerdem ist es ein sehr pflegeleichtes Tier was nicht so viel Arbeit macht.
Ich: Wann willst du sie Abgeben?
Der Halter: Du kannst sie jetzt sofort mit nehmen.
Ich: Ich schau mir die Schlange mal genauer an, die Augen sind Milchig das heist sie wird sich bald Häuten. Vor dem Häuten möchte ich ungern Das Tier zu mir holen da ich ihr den Transport stress nich zumuten will. Sag mir mal ein paar Daten zur Schlange?
Der Halter: Ist fast 10Jahre alt und hat eine Größe von ca.120cm, frißt nur lebend Futter zwei Mäuse oder eine Mittel große Ratte.
Ich: Was für eine Temperatur und Luftfeuchtigkeit braucht sie denn?
Der Halter: Es reicht aus wenn du das Heizkabel laufen läßt und du brauchst nur im Winter die Wärmelampe anmachen.
Ich: Wie groß ist das Terrarium?
Der Halter: 120x80x120cm
Ich: Wäre da nicht mehr Grundfläche und weniger höhe nicht besser?
Der Halter: Das reicht schon aus und sie fühlt sich auch ganz wohl.

In dem Moment wurde mir klar das er kein bezug zur Terraristik hat und ich mir nur gedacht habe wie kann so jemand überhaupt so ein Tier halten. Mein Herz hat gebrannt und für mich war es unbegreiflich wie mann so verantwortungslos sein kann. Ich habe mich nach kurzer Überlegung entschlossen die Schlange zu nehmen aber erst wenn sie sich gehäutet hat und gefüttert wurde, somit habe ich ein wenig Zeit gewonnen um mich drauf vorzubereiten und der Schlange ein besseres Leben zu ermöglichen, ich hatte auch eher den Eindruck das die Schlange so um die 130-140cm groß war.
Am Montag kaufe ich mir erst mal Lektüre damit ich nicht so welche Haltungsfehler mache wie der Vorbesitzer und Zeitgleich werde ich ein Terrarium bauen müssen, dabei wäre es ganz nett von euch wenn ihr mir ein paar Tipps und Tricks veraten könnt.

Meine Vorstellung ist das es folgende Maße hat 200x60-80x50-60cm
Nur die Front soll aus Glas bestehen und der rest aus OSB Platten
Mir ist bewusst das es eine andere Technik brauch wie in einem Wüstenterrarium, da hoffe ich das mir die bücher weiterhelfen können

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Matthias
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Re: Eine Zwickmühle

Beitragvon Matthias » Sa Okt 21, 2017 23:56

Hallo,
schön, dass du das Tier übernehmen und dich vorher informieren möchtest. Schau mal in unserer Literaturliste, da dürfte auch was zum Königspython zu finden sein.

# Terrarium
150x80x60-80 (Länge x Breite x Höhe) ist schon ein ordentliches Maß. Wenn du mehr Platz hast, kannst du natürlich auch größer bauen. Wichtig ist die Einrichtung/Struktur des Terrariums. Königspythons sind Lauerjäger und bewegen sich deutlich weniger, als du es von den Echsen gewohnt bist. Ich nenne sie liebevoll "bemalte Steine" ;-)

# Technik
Spotstrahler, Leuchtstoffröhre und ein Heatpanel. Spotstrahler für einen Sonnenplatz, Leuchtstoffröhre für die Grundausleuchtung und das Heatpanel für die Grundtemperatur. Das Heatpanel hält dann auch nachts die Temperatur. Sollte das Terrarium in einem Raum stehen, in dem auch Nachts 24°C+ sind, brauchst du das Heatpanel nicht unbedingt.

# Futter
Du kannst übrigens versuchen dem Tier Frostfutter anzubieten. Wenn das angenommen wird, gestaltet sich die Futterbeschaffung etwas einfacher.
Gruß
Matthias

Volker Ebensberger
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Re: Eine Zwickmühle

Beitragvon Volker Ebensberger » So Okt 22, 2017 11:40

Mir persönlich ist das original Terrarium schon fast zu groß. Länge und Breite sind ausreichend, nur mit der Höhe habe ich ein Problem. Vermeide Höhen über 60cm, sie sind sehr schlechte Kletterer und jeder der ein zwei Kilo schweres Tier aus einem halben Meter abstürzen gehört hat weiß das daß nicht schmerzfrei sein kann.
Wenn du ihm ein größeres anbieten willst dann bitte nur in der Fläche. Du solltest dich trotzdem darauf einstellen das er erstmal das fressen einstellt, Könige reagieren gerne auf ungewohnte Situationen mit Hungerstreik
Gruß Volker
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Spielverderber
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Re: Eine Zwickmühle

Beitragvon Spielverderber » So Okt 22, 2017 13:58

60 bis 80cm Terrarienhöhe für Python regius halte ich für absolut ok. Ja, sie mögen nicht für's klettern geschaffen sein, tun es aber dennoch, wenn sie die Möglichkeit haben. Besonders Männchen. Die Einrichtung muß eh in jedem Fall so aussehen, daß sich kein Tier unter keinen Umständen daran verletzen kann. Ausserdem kommt noch Bodengrund und Struktur rein, selbst bei 80cm Höhe wird sich kein fetter regius das Genick brechen, einfach weil er die gesamten 80cm nicht im freien Fall zurücklegen wird.

Auch die Terrariengrundfläche von 150x80 halte ich für absolut ok. Sicher, zu Zeiten wo immer mehr Tiere in Racks oder Kleinstterrarien existieren müssen, sind solche Maße eher selten. Futterverweigerung hängt eher mit der Umgewöhnung an die neue Umgebung als solcher zusammen, nicht mit einem Terrarium 150x80xirgendwas. Natürlich muß man in jedem Terrarium, unabhängig von dessen Größe, der Größe des regius angemessene Versteckmöglichkeiten in allen Temperaturzonen anbieten. Daran scheitert es leider bei vielen, und auch das kann ein guter Grund für Futterverweigerung sein.

psychoyogi hat geschrieben:Leopardengeckos
...
da ich mich eher mit Eidechsen die Wüstenbewohner sind auskenne


Sie heissen Leopardgeckos, nicht LeopardENgeckos.
Eublepharis macularius sind weder Eidechsen, noch Wüstenbewohner.


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