Paludarium

Hier findet Ihr Hilfe bei den ersten Schritten in der Schlangenhaltung.

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Beck Johnson
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Paludarium

Beitrag von Beck Johnson » Di Jan 30, 2018 22:26

Servus,

ich habe vor mir ein Paludarium zu bauen (100x60x150) und würde in diesem gerne eine Schlange halten. Es soll tropisch eingerichtet werden und der Wasserteil soll knapp 1/3 der Höhe betragen. Ich habe Erfahrung mitTerrarien, Agamen und Skorpionen, aber nicht mit Schlangen. Deswegen wäre meine Frage welche Schlangenart in meinem Fall angemessen wäre. Es wäre natürlich schön wenn die Schlange gelegentlich den Wasseranteil nutzt, muss sie aber nicht zwangsläufig. Desweitern war eine Idee von mir, im Wasserteil ein paar Fische zu halten, ist das mit einer Schlangenart vereinbar oder werden die Fische immer als Futter angesehen?

Würde mich über sinnvolle Antworten freuen.

Gruß Dennis

Aiakos
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Re: Paludarium

Beitrag von Aiakos » Mi Jan 31, 2018 0:01

Tropisch trifft zwar nicht zu und die Fische werden wohl auch nicht überdauern, aber evtl. trotzdem was für dich.

Thamnophis

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jotpedepunkt
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Re: Paludarium

Beitrag von jotpedepunkt » Mi Jan 31, 2018 3:23

Aiakos hat geschrieben:Tropisch trifft zwar nicht zu und die Fische werden wohl auch nicht überdauern, aber evtl. trotzdem was für dich.

Thamnophis
Definitiv nicht, ein Paludarium mit dieser kleinen Grundfläche ist für ALLE Schlangen, auch Thamnophis, zu feucht. Es wird auf jeden Fall eine größere trockene Fläche benötigt.

m.M. gibt es keine erhältliche Schlangenart, die man in einem solchen Behälter halten könnte. Das ist eher etwas für diverse Frösche.

mfg
jotpede

Aiakos
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Re: Paludarium

Beitrag von Aiakos » Mi Jan 31, 2018 7:41

Bei meiner Antwort hatte ich lediglich Paludarium im Kopf, dabei die Berechnung des Landteils außer Acht gelassen.

@TE: Vergiss meinen Tipp bei der Größe. Muss da jotpedepunkt absolut zustimmen!

Beck Johnson
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Re: Paludarium

Beitrag von Beck Johnson » Mi Jan 31, 2018 19:45

Alles klar, danke für die Antworten

Daniel S.
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Re: Paludarium

Beitrag von Daniel S. » Mo Feb 05, 2018 19:12

Vllt ist ja die Thamnophis was für dich .
Nur weil du ein Wasserteil hast heißt es ja nicht das der Erdteil nicht trocken sein kann , wichtig ist das du eine ausreichende Belüftung bewerkstelligen kannst um die lf aus dem Terrarium zu transportieren . Der Wasserteil wird gerne angenommen ( aber nicht von allen arten gleich viel ) . Ein Wasserteil wertet das Terrarium ungemein auf und man kann sich zusätzlich noch mit dem Thema Wasser beschäftigen was man nicht außer acht lassen sollte , mit einfach Wasser rein ist es leider nicht getan . Man muss ja damit rechnen das die Tiere darin koten etc . die Länge von 100cm sollte nicht unterschritten werden . Länger ist natürlich besser die höhe muss aber nicht so hoch sein da Thamnophis schlechte klettere sind viel höhe bedeutet auch viele Möglichkeiten zu fallen die man dann verhindern muss mit der Einrichtung .
Welche Tiere noch in frage kämen wo das Terrarium aber für angepasst werden müssen sind
- Natrix
- Nerodia
- Gonysoma

Liebe Grüße

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jotpedepunkt
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Re: Paludarium

Beitrag von jotpedepunkt » Mo Feb 05, 2018 19:34

Daniel S. hat geschrieben:Vllt ist ja die Thamnophis was für dich .
Nur weil du ein Wasserteil hast heißt es ja nicht das der Erdteil nicht trocken sein kann , wichtig ist das du eine ausreichende Belüftung bewerkstelligen kannst um die lf aus dem Terrarium zu transportieren . Der Wasserteil wird gerne angenommen ( aber nicht von allen arten gleich viel ) . Ein Wasserteil wertet das Terrarium ungemein auf und man kann sich zusätzlich noch mit dem Thema Wasser beschäftigen was man nicht außer acht lassen sollte , mit einfach Wasser rein ist es leider nicht getan . Man muss ja damit rechnen das die Tiere darin koten etc . die Länge von 100cm sollte nicht unterschritten werden . Länger ist natürlich besser die höhe muss aber nicht so hoch sein da Thamnophis schlechte klettere sind viel höhe bedeutet auch viele Möglichkeiten zu fallen die man dann verhindern muss mit der Einrichtung .
Welche Tiere noch in frage kämen wo das Terrarium aber für angepasst werden müssen sind
- Natrix
- Nerodia
- Gonysoma

Liebe Grüße
Hallöle,

jeder, der mal versucht hat, die angegebenen Arten (und andere) unter den angedachten Umständen zu halten oder überhaupt Erfahrungen mit diesen Tieren hat, wird von einem solchen Versuch abraten.
Stichworte wären da u.a. sog.Hautpocken und andere Hauterkrankungen;beliebt sind auch Atemwegserkrankungen diverser Art.
Mein Rat daher nach wie vor: Finger weg oder wesentlich größere Grundfläche wählen.

mfg
jotpede

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Matthias
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Re: Paludarium

Beitrag von Matthias » Mo Feb 05, 2018 22:00

Hallo,
du versuchst das Pferd von hinten aufzuzäumen. Eigentlich sucht man sich eine Art, die einem besonders gefällt und richtet dann ein Terrarium nach den Bedürfnissen des Pfleglings ein, nicht umgekehrt. Es gibt Arten, bei denen ein Terrarium mit Wasserteil durchaus Sinn macht. Für ein richtiges Paludarium in der Größe fallen mir allerdings recht wenige bis keine anfängerfreundlichen Schlangenarten ein.

Vielleicht gehst du erstmal in dich und überlegst, welchen Teil der Welt du eigentlich in deinem Paludarium nachbilden willst - oder soll es nur eine Ansammlung an bunten Baumarktpflanzen diverser Länder mit ebenso bunt zusammengewürfelten Bewohnern werden?
Gruß
Matthias

Daniel S.
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Re: Paludarium

Beitrag von Daniel S. » Di Feb 06, 2018 17:07

Hallöle,

jeder, der mal versucht hat, die angegebenen Arten (und andere) unter den angedachten Umständen zu halten oder überhaupt Erfahrungen mit diesen Tieren hat, wird von einem solchen Versuch abraten.
Stichworte wären da u.a. sog.Hautpocken und andere Hauterkrankungen;beliebt sind auch Atemwegserkrankungen diverser Art.
Mein Rat daher nach wie vor: Finger weg oder wesentlich größere Grundfläche wählen.

mfg
jotpede
Hichen ^^ ,
da gebe ich dir Recht jotpede . Ich habe nie gesagt das es einfach oder leicht ist , habe glaube ich auch erwähnt das die Terrarium größe angepasst werden muss . würde mich freuen wenn du mir über deine Erfahrungen die du gesammelt hast über die Probleme die auftreten können und woran es lag das dieses Probleme auftreten sind . Ich halte diese genannten arten und erweiterer jedes mal die Beckengröße zurzeit überprüfe ich alles bei einem 25 liter Becken . Und die meisten Probleme sind das es zu wenig belüftung gibt und der Boden zu feucht ist . Ich habe aber auch kein Palumdarium sondern ein Terrarium mit einem 25 liter Aquarium drin stehend .
Würde mich über deine Erfahrungen die du gesammelt hast drüber freuen.

Liebe Grüße

P.s Es darf gerne jeder bei mir Zuhause vorbeischauen, wie ich meine Tiere halte und bin immer für verbesserungs vorschläge offen .

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jotpedepunkt
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Re: Paludarium

Beitrag von jotpedepunkt » Mi Feb 07, 2018 12:37

Hallo Daniel,

Sie möchten also etwas über meine Erfahrugen über die von Ihnen angeführten Arten, bzw. deren Haltung bei mir wissen.

Vorweg: die Angaben des Fragestellers implizieren, dass als Grundlage des Terrariums ein Aquarium mit den Massen 100x60 x60 cm dienen soll, über dessen geschlossenem Luftraum mit einer Höhe von ca 100 cm ein tropischer Regenwaldausschnitt mit Epiphyten etc. nachgebildet werden soll.
An sich eine schöne, wenn auch aufwendige Sache; mit der angegebenen Grundfläche aber meiner Ansicht nach nicht für die Haltung anfängertauglicher Schlangen geeignet. Natrix und Thamnohis scheiden schon aufgrund der Gestaltung als tropische Terrarium aus.

Nun denn: Natrix natrix, Natrix helvetica (und Natrix maura) habe ich etwa 20 Jahre (davon ca 8 Jahre im Innenterrarium) gehalten, Thamnophis sirtalis ssp. insgesamt ca 10 Jahre und später Gonyosoma oxycephalum (damals noch Elaphe) ca. 8 Jahre. Wie so vielen schwebte auch mir damals eine sehr naturnahe Gestaltung der Terrarien vor; Grundlage der Behälter waren ausgediente Aquarien meines Vaters, Größe 100 x 40 x 40 cm, auf die ein Fliegendraht/Holzrahmen aufgesetzt wurde (Ausnahme: Gonyosoma, hier war es ein Glas-Aufsatz). Als Landteil war hinter dem Aquarium ein aus Siebdruckplatten zusammengeschraubter Kasten der Größe 100 x40 x 20 cm angebracht, so dass eine Grundfläche von 100 x 60 cm erreicht war.
Zunächst verlief auch alles wunderbar, ein Problem, dass mit der Zeit auftauchte, war die zunehmende und dann ständige Durchnässung des Landteiles durch die bewegungsaktiven Schlangen. Im Zuge längerer Haltung, zunächst aber kaum bemerkt, bildeten sich aber bei den Tieren, selbst bei den stärker aquatilen Natrix maura, Pusteln und weiße Flecken auf der Haut, die Häutungen verliefen nicht mehr zufriedenstellend, einige Tiere atmeten auch öfter nur noch mit geöffnetem Maul, so dass ich nach etwa 2 Jahren zu einer relativ trockenen Haltung mit einem mehr oder weniger großen Wasserbecken überging, wie sie heute z.B. auch von Herrn Hallmen empfohlen wird. Der Zustand der Tiere verbesserte sich zusehends. Ein Veto meiner Eltern gegen die mit der Zeit recht hohe Stromrechnung führte zum Bau eines größeren Freilandterrariums. Ab diesem Zeitpunkt gab es keine Probleme mehr.

Gonyosoma oxycephalum dagegen hielt ich die erste Zeit, eingedenk des Vorkommens im tropischen Regenwald, ebenfalls in einem modifizierten Terrarium wie oben mit dem Unterschied, dass auch rechts und links des Aquariums Holzkästen 40 x 20x40 cm angebracht waren und der oben beschriebene Glasaufsatz, Höhe 80 cm. Hier sollte dann ein Regenwaldausschnitt entstehen, das Wasser war ebenso geheizt wie der Luftraum. Problem: relativ schnell hatten beide Tiere Probleme bei der Atmung, deren Ursache bei der recht hohen Luftfeuchtigkeit zu finden war. Nach Auffüllen des Aquariums mit Bodengrund und bereitstellen eines kleineren Trinkgefäßes besserte sich auch das wieder.

Die einzige Art, mit der ich recht gute Erfahrungen mit der Haltung in einem Paludarium machte, war dann einige Jahre später Trimeresurus wagleri (heute Tropidolaemus wagleri). Eingedenk des nicht optimalen Zustandes und des hohen Feuchtigkeitsbedürfnisses hielt ich das Weibchen in dem wie oben angeführten Terrarium wie G.oxycephalum mit dem Unterschied, dass tagsüber ständig ein kleiner Computerlüfter für einen steten Austausch sorgte. Die im Aquarium gehaltenen Fische wurden jedoch aufgrund des nach einiger Zeit durch das gut fressende Tier und den deshalb anfallenden Kot wieder entfernt. Diese Art würde ich allerdings nicht für einen Anfänger in der Schlangenhaltung empfehlen.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

mfg

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