Problem Schlangenkauf

Hier findet Ihr Hilfe bei den ersten Schritten in der Schlangenhaltung.

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Snaky1
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Problem Schlangenkauf

Beitrag von Snaky1 » Di Mai 01, 2018 12:46

Hallo an alle,

ich bin neu hier im Forum und habe auch gleich mal ein paar Fragen.

Ich werde mir im Laufe dieses Jahres meine erste Schlange zulegen. Meine absoluten Favoriten sind aus irgendeinem Grund Woma Pythons (Aspidites ramsayi), daher würde ich natürlich auch gerne ein solches Tier halten, auch wenn es nicht gerade eine klassische "Anfängerschlange" ist. Ich sehe nicht ganz ein, warum ich unbedingt mit einer Kornnatter anfangen soll, obwohl ich denen nicht allzu viel abgewinnen kann.

Also zurück zu dem Womas.
Frage numero 1. Wo bekomme ich diese Tiere denn eigentlich her? Ich finde im Internet viele Züchter für alle möglichen Schlangenarten, für Womas finde ich aktuell keinen einzigen. Kennt hier im Forum evtl. jemand eine gute Adresse?
2. Schließt sich an 1 an. Wie viel muss ich denn für Tier+Terrarium+Ausstattung ungefähr rechnen und wie viel kommt an Futter- + Tierarzt- + weitere Kosten in etwa dazu? Mir ist bewusst, dass mir das niemand exakt vorrechnen kann, aber somein ungefährer Wert wäre schon ganz hilfreich.
3. Zur Terrariumgröße. Würdet ihr empfehlen, die Schlange als "Baby" zu kaufen und das Terrarium dann "mitwachsen" zu lassen (welche Größen brauche ich denn da?) oder als adultes Tier mit Endterrarium (wobei sich dann wieder die Frage stellt, wo ich das alles bezahlbar herbekomme)?
4. Ich habe jetzt häufig gelesen, dass man, wenn man seltene Schlangen hält unbedingt züchten soll, da alles andere eine "Verschwendung" wäre. Eigentlich hatte ich nicht vor zu züchten, sollte ich also nur deswegen eine andere Art nehmen?

Ich glaube das war's erst einmal. Wenn mir noch was einfällt, melde ich mich nochmal.

Liebe Grüße
Snaky1
Although they are only breath, words which I command are immortal. ~~Sappho

Volker Ebensberger
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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Volker Ebensberger » Di Mai 01, 2018 17:32

Snaky1 hat geschrieben:Hallo an alle,
Von mir auch erstmal ein herzliches Willkommen :-)
Snaky1 hat geschrieben:
Ich werde mir im Laufe dieses Jahres meine erste Schlange zulegen. Meine absoluten Favoriten sind aus irgendeinem Grund Woma Pythons (Aspidites ramsayi), daher würde ich natürlich auch gerne ein solches Tier halten, auch wenn es nicht gerade eine klassische "Anfängerschlange" ist. Ich sehe nicht ganz ein, warum ich unbedingt mit einer Kornnatter anfangen soll, obwohl ich denen nicht allzu viel abgewinnen kann.
Finde ich gut das du dich im Vorfeld schon mal so tief in die Materie eingearbeitet hast das du auch schon rechts und links der mainstream Arten nach einer für dich geeigneten Schlange gesucht und gefunden hast.
Da sie ungiftig und kein Futterspezialist ist das eine aufwendige Futter Zucht benötigt sehe ich eigentlich nichts was dagegen spricht.
Snaky1 hat geschrieben: Frage numero 1. Wo bekomme ich diese Tiere denn eigentlich her? Ich finde im Internet viele Züchter für alle möglichen Schlangenarten, für Womas finde ich aktuell keinen einzigen. Kennt hier im Forum evtl. jemand eine gute Adresse?
Ich habe zwei Adressen gefunden auf der aktuell Aspidites ramsayi angeboten werden.
Die erste Wahl ist
http://terraristik.com (dort auf Kleinanzeigen)
und
https://www.deine-tierwelt.de/ (dort ist aktuell aber nur ein Pärchen im Angebot).
Snaky1 hat geschrieben: 2. Schließt sich an 1 an. Wie viel muss ich denn für Tier+Terrarium+Ausstattung ungefähr rechnen und wie viel kommt an Futter- + Tierarzt- + weitere Kosten in etwa dazu? Mir ist bewusst, dass mir das niemand exakt vorrechnen kann, aber somein ungefährer Wert wäre schon ganz hilfreich.
Läßt sich wirklich schwer beantworten, denke du wirst zwischen 250 und 400 Euro für das Tier einkalkulieren müssen, das gleiche noch einmal für das Terrarium (den Holzkasten selbst [der noch das billigste Teil sein dürfte], die Heizung, Regler, Beleuchtung und was gerne unterschätzt wird: die Dekoration [wobei ich dir dazu raten würde, Erde, Äste und so sich bei diversen Spaziergängen umsonst zusammen zu sammeln])
Tierarztkosten halten sich übersichtlich, am Anfang kommt eine Kot Untersuchung für ca 25€ und wenn dann nichts gefunden wird war es dann mit der Vorsorge auch schon (wobei ich vorsichtshalber das ganze einmal jährlich wiederholen würde) wenn das Tier wirklich Krankheitssymtome zeigt, verlangte MEIN Tierarzt 27,50€ für die Untersuchung und der Bakteriologische-mykologische Untersuchung zusätzlich 52 Euro. So das ich mit allem nebenbei knapp über 100€ bezahlt habe.
Das war aber der einzige Arzt Besuch den ich in den letzten Jahren hatte.
Snaky1 hat geschrieben: 3. Zur Terrariumgröße. Würdet ihr empfehlen, die Schlange als "Baby" zu kaufen und das Terrarium dann "mitwachsen" zu lassen (welche Größen brauche ich denn da?) oder als adultes Tier mit Endterrarium (wobei sich dann wieder die Frage stellt, wo ich das alles bezahlbar herbekomme)?
Das ist eine kontroverse Frage, um da eine Meinung zu bekommen musst du von fünf Terrianern mindestens vier erschlagen, :lol: und selbst da besteht die Gefahr das sich der eine nicht ganz einig ist.
Meine Meinung ist das du das Tier im Endterrarium gleich von Anfang an unterbringen kannst. Du musst lediglich die Höhlen, Wassergefässe etc mitwachsen lassen und auch die Abstände zueinander anpassen.
Snaky1 hat geschrieben: 4. Ich habe jetzt häufig gelesen, dass man, wenn man seltene Schlangen hält unbedingt züchten soll, da alles andere eine "Verschwendung" wäre. Eigentlich hatte ich nicht vor zu züchten, sollte ich also nur deswegen eine andere Art nehmen?
So selten sind sie nicht das es ein herperologischer Supergau ist wenn du nicht züchtest ;-) und du kannst deine Meinung immer noch ändern da die Tiere eh erst mit etwa drei Jahren Geschlechtsreif werden.
Zumal die Haltung von Schlangen ein nicht zu unterschätzendes Sucht Potential hat, es bleibt selten bei einer :lol:
Gruß Volker
(Mitglied des DGHT und DV-TH)

Ich grüße jeden der mich mag und der, der mich nicht mag kann mich gern haben

Snaky1
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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Snaky1 » Di Mai 01, 2018 18:55

Danke, das hilft mir schonmal einiges weiter. Gäbe es hier einen Like-Button, hättest du jetzt ein Like bekommen ;-)
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Njoerchie
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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Njoerchie » Mi Mai 02, 2018 10:48

Du hast Dir eine schöne Art ausgesucht. ;)
Ich würde darauf achten Tiere aus der "Zebralinie" zu bekommen, die haben eine wunderschöne Bänderung.

Die Kosten belaufen sich für ein Tier je nach Anbieter und Alter sowie Geschlecht des Tieres zwischen 150 und 400€ etwa.
Wie Volker schon schrieb - rechne für ein eingerichtetes Terrarium in passender Endgröße lieber mit etwas mehr als zu wenig. Hier würde ich mindestens etwa 250-300€ ansetzen wenn es sich um ein Holzterrarium sammelt.

An Kotproben kommen i.d.R. drei Stück auf Dich zu am Anfang, jede Probe liegt bei etwa 20-30€.
Du solltest darauf achten dass zumindest auf IBD ("Schlangenaids") zusätzlich mitgetestet wird, da von den Erregern fast nur Boiden (Boas und Pythons) befallen werden.

Was die Philosophie "Futterfestes Jungtier, halbwüchsig, adult" angeht...da gibt es keine "Goldene Patentlösung". Gerade futterfeste Jungtiere können eher versterben als halbwüchsige, lang gehaltene Tiere. Das passiert ab und zu, weswegen ich persönlich immer lieber zumindest halbwüchsige Schlangen nehme falls möglich.

Es ist toll dass Du Dir den Woma ausgesucht hast. :)

VlG, Jörg

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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Njoerchie » Mi Mai 02, 2018 16:01

Wenn ich noch etwas nachtragen darf...Womas können in Ausnahmefällen recht problemlos die 2m-Grenze knacken. Da sie auch recht aktiv sind sollte das Terrarium entsprechend bemessen sein. :)

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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Snaky1 » Mi Mai 02, 2018 19:02

Ich kann gerade auf die Schnelle nicht herausfinden, wie man hier zitiert, also antworte ich einfach so.

Zum Thema Terrarium: Als Endbecken hatte ich eigentlich 2×1×1m (LxBxH) geplant, daher auch die Frage, ob das für jüngere Schlangen nicht zu groß ist. Reicht das? (Vor allem von der Höhe her? Zum Thema Klatterfreudigkeit hört man ja Verschiedenes.) Wenn die Schlange dann wirklich signifikant größer als 2m wird, fallen die 50cm mehr Länge an Terrarium wohl auch nicht mehr auf :-D .

Was mir dazu gerade noch einfällt: Kann man eine >2m lange Schlange überhaupt noch alleine halten? Ich bin nicht die größte und kräftigste Person auf Erden :-D
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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Seppuko » Mi Mai 02, 2018 19:32

Snaky1 hat geschrieben:
Was mir dazu gerade noch einfällt: Kann man eine >2m lange Schlange überhaupt noch alleine halten? Ich bin nicht die größte und kräftigste Person auf Erden :-D

Natürlich geht das :lol: ist ja kein riesiger Netzpython oder ein Tigerpython, wo man sagt ab 3 Metern sollte man nicht mehr alleine am Tier arbeiten aus Sicherheitsgründen.


Gruß

Sascha

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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Matthias » Mi Mai 02, 2018 19:50

Hallo,
bis 2m ist eigentlich kein Problem - außer du bist nur 1,40m groß und wiegst 35kg. Dann wird es vielleicht etwas unhandlich. Wenn du mit einem (futterfesten) Jungtier anfängst, wächst du im Laufe der Jahre in die Situation rein. Du lernst zum einen in Ruhe das Tier kennen und ebenso wie du es händeln kannst.
Gruß
Matthias

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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Snaky1 » Mi Mai 02, 2018 21:07

Alles klar, dann bin ich ja beruhigt ;-)
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Re: Problem Schlangenkauf

Beitrag von Njoerchie » Do Mai 03, 2018 3:39

Snaky1 hat geschrieben:Zum Thema Terrarium: Als Endbecken hatte ich eigentlich 2×1×1m (LxBxH) geplant, daher auch die Frage, ob das für jüngere Schlangen nicht zu groß ist. Reicht das? (Vor allem von der Höhe her? Zum Thema Klatterfreudigkeit hört man ja Verschiedenes.) Wenn die Schlange dann wirklich signifikant größer als 2m wird, fallen die 50cm mehr Länge an Terrarium wohl auch nicht mehr auf :-D
Das was ich aus intensiven Gesprächen mit verschiedenen Haltern und Züchtern erfahren - und das was ich mit eigenen Aigen gesehen - habe ist, dass ausgewachsene Womas i.d.R. so um die 180cm bleiben. Dahingehend sind die 2*1*1m durchaus passend. Wie gesagt, es gibt auch Ausnahmefälle in denen durchaus die 2m-Grenze deutlich überschritten wird, hier sind meine Informationen maximal etwa 240cm. Womas (und auch nächste Verwandtschaft - die Schwarzkopfpythons) sind im Verhältnis zur Körperlänge dünn für Pythons (eher den großen Nattern ähnlich)). Sie sind agiler als die meisten anderen Arten. Ich habe sie sehr neugierig und ruhig im Umgang und Handling erlebt bei einem Züchter bei dem ich vor einigen Jahren zu Besuch war. Nichts desto trotz sollen sie durchaus auch ab und an etwas unruhiger sein und zuhacken können. Dies vermeidet man durch das Herausholen der Schlangen mit einem Haken. Vom Haken auf die Hand ist dann kein Problem mehr wenn man ske mal handeln muss/möchte.

Das Klettern kommt hauptsächlich durch die Temperierung und Strukturierung des Terrariums zustande. Einfach auch viele Klettermöglichkeiten anbieten, und den Spot (die Licht- und Wärmequelle) so gestalten dass sich nicht der gesamte Innenbereich des Terrariums so stark aufwärmt, sondern dies nur punktuell. Evtl. auch einfach einen etwas höher gelegenen Punkt anstrahlen, so dass die Tiere entsprechend zum Klettern animiert werden. Das funktioniert fast bei allen Arten. ;)

Liebe Grüße, Jörg :)

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