Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Diskussionen zur Haltung von Giftschlangen.

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Matthias
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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Matthias » Mi Mär 22, 2017 19:55

Hallo,
danke für diesen tollen Thread. :-) Da kann der ein oder andere sicher noch was lernen - und sei es, dass er noch nicht bereit für solche Tiere ist :lol:
Gruß
Matthias

Wolfsbraut12
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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Wolfsbraut12 » Do Mär 23, 2017 10:20

Matthias hat geschrieben:Hallo,
danke für diesen tollen Thread. :-) Da kann der ein oder andere sicher noch was lernen - und sei es, dass er noch nicht bereit für solche Tiere ist :lol:

Das hoffe ich doch :)


Gestern abend habe ich das erste mal die Injektion selbst zuhause gesetzt. Lief alles einwandfrei. Diesmal habe ich dazu leider kein Bildmaterial für euch, ich versuche aber die nächste Injektion (morgen) aufzunehmen und dann ggf. Ausschnitte aus dem Video für euch zur Verfügung zu stellen. :)

Die Tablette habe ich diesmal aufgelöst und dann direkt in den Magen eingegeben, leider auch hier kein Bild, ich musste alleine arbeiten und da bin ich lieber konzetriert bei der Sache ;) Aber ich muss sagen, dass ich diese Methode deutlich bevorzugen würde im Vergleich zur Verabreichung einer Tablette direkt per Pinzette und Spritze. Auf jeden Fall risikofreier für den Halter.

Heute hat die Dame ihre Ruhe und muss nur kurz aus der Box zur täglichen Reinigung (heißes Auswaschen + Desinfizieren), aber muss keine Medis ertragen. Bisher ist noch keine deutliche Besserung sichtbar, ich bilde mir aber ein, dass sie das Maul weniger aufsperrt.

Ich habe hier nur ein Bild für euch nach der Behandlung.


P.S. Wegen der Nachfragen: JA das sind MEINE Hände auf den Bildern. JA ich bin eine Frau und habe KEINE gemachten Fingernägel!
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Wolfsbraut12
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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Wolfsbraut12 » Fr Mär 24, 2017 10:20

Sooooooo ein kleines Update. Nach zwei Spritzen ist nun eine Besserung ersichtlich: Sie scheint besser Luft zu bekommen und hat das Maul nurnoch ein kleines Stück offen. Vergleichsbilder siehe unten, einmal am Montagabend und einmal gestern :-D

Heute abend gibts dann Spritze Nr. 3
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Claus
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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Claus » Fr Mär 24, 2017 12:27

Wolfsbraut12 hat geschrieben:Gestern habe ich die Tablette gegem die doofen kleinen Mitbewohner verabreicht die sich in ihrem Magen-Darm-Trakt niedergelassen haben. Heute bekommt sie noch eine und dann auch direkt intravenös das Antibiotikum gegen die Lungenentzündung (2-Tages-Rythmus). Da wird sie sicher super gelaunt sein

Hallo Wolfsbraut,
zum einen finde ich diesen Thread mal wirklich interessant und lehrreich, insbesondere in der Hinsicht
auf die vielen Neueisteiger, die gleich mit Giftschlangen anfangen wollen und davon ausgehen,
dass es reicht wenn man es bewerkstelligen kann, dass man gefahrlos das Wasser wechselt und eine Maus ins
Terrarium wirft.
Zu deiner Medikamentenverabreichung hätzte ich allerdings eine Frage:
Meintest Du wirklich "intravenös", oder doch eher "subkutan"?

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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Wolfsbraut12 » Fr Mär 24, 2017 12:40

Claus hat geschrieben:
Wolfsbraut12 hat geschrieben:Gestern habe ich die Tablette gegem die doofen kleinen Mitbewohner verabreicht die sich in ihrem Magen-Darm-Trakt niedergelassen haben. Heute bekommt sie noch eine und dann auch direkt intravenös das Antibiotikum gegen die Lungenentzündung (2-Tages-Rythmus). Da wird sie sicher super gelaunt sein

Hallo Wolfsbraut,
zum einen finde ich diesen Thread mal wirklich interessant und lehrreich, insbesondere in der Hinsicht
auf die vielen Neueisteiger, die gleich mit Giftschlangen anfangen wollen und davon ausgehen,
dass es reicht wenn man es bewerkstelligen kann, dass man gefahrlos das Wasser wechselt und eine Maus ins
Terrarium wirft.
Zu deiner Medikamentenverabreichung hätzte ich allerdings eine Frage:
Meintest Du wirklich "intravenös", oder doch eher "subkutan"?


Das kommt davon wenn man zuviel Arzt-Zeugs liest und dabei versucht zu schreiben -.- natürlich subkutan unter die Haut und nicht in die Vene. :oops: :oops: :oops: :oops: :oops:

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Matthias
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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Matthias » Fr Mär 24, 2017 17:44

Hallo,
Claus hat geschrieben:zum einen finde ich diesen Thread mal wirklich interessant und lehrreich, insbesondere in der Hinsicht
auf die vielen Neueisteiger, die gleich mit Giftschlangen anfangen wollen und davon ausgehen,
dass es reicht wenn man es bewerkstelligen kann, dass man gefahrlos das Wasser wechselt und eine Maus ins
Terrarium wirft.

Da bin ich ganz deiner Meinung. Selbst wenn man ein noch so fürsorglicher Halter ist, gegen externe Faktoren wie den Ausfall der Heizung im Winter kann man nichts machen. Dann haben sich die Tiere in der Nacht verkühlt und müssen behandelt werden. Es müssen übrigens nicht mal Giftschlangen sein, das sichere fixieren von großen Riesenschlangen zur medizinischen Behandlung ist alleine zumindest anstrengend.
Gruß
Matthias

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peregrinus
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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon peregrinus » Sa Mär 25, 2017 0:33

Wirklich ein sehr interessanter Thread, vielen Dank für die Mühe der Dokumentation!

Ich lese hier gerade zum ersten Mal rein und hatte mich just heute gefragt, ob man Tabletten nicht grundsätzlich einfacher in Wasser aufgelöst geben kann... Gut, diese Erfahrung hier gleich mitzunehmen. Ich musste bisher nur flüssige Medikamente oral gegeben - meinem schnöden Königspython, das war nicht besonders schwierig, aber das Tier war auch noch nicht ganz ausgewachsen und durch Endoparasiten geschwächt.

Ich wünsche dir alles gute mit der Hübschen, aber es sieht ja schon ganz positiv aus.
Und "gemachte" Fingernägel sind ganz entsetzlich ;-)

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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Spielverderber » Sa Mär 25, 2017 11:40

Matthias hat geschrieben: Es müssen übrigens nicht mal Giftschlangen sein, das sichere fixieren von großen Riesenschlangen zur medizinischen Behandlung ist alleine zumindest anstrengend.


Da gehe ich noch einen Schritt weiter - fixieren und Medikamente verabreichen, ohne das Tier dabei zu verletzen, ist für jemanden ohne Erfahrung selbst bei einer Kornnatter eine schwierige Aufgabe. Daher sollte man sowas soweit möglich einen Tierarzt machen bzw. sich von dem den Ablauf mindestens ein mal ausführlich zeigen und erklären lassen, bevor man zu Hause selbst Hand anlegt.

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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Wolfsbraut12 » Mo Mär 27, 2017 9:39

So heute ein kompletter Bericht vom Wochenende:

Freitag habe ich wirklich gedacht es is vorbei und die gute stirbt mir zwischen den Händen weg. :-( Wir haben gegen 19 Uhr die Injektion gegeben. Gegen 20 Uhr fand ich das Tier leblos, auf dem Rücken liegend in der Box vor. Ich war mir in dem Moment sicher sie wäre Tod. Ich habe das Tier aus der Box gehoben (natürlich mit Harken und nicht der bloßen Hand! IMMER auf Nummer sicher gehen!) und dabei festgestellt, dass noch ein gewisser Greifreflex im Schwanz vorhanden ist. Ich habe dann den Reflex in den Augen geprüft und festgestellt, dass diese noch auf Lichteinfall reagieren. Das Tier war also nicht Tod. Nach anfänglicher Panik bin ich dann schnell dazu übergegangen das Maul zu öffnen. Hierbei musste ich feststellen das die Zunge bereits schlaff im Maul hing. Man konnte wirklich sehen wie die Luftröhre immer wieder Schleim "nach oben schob" und das ganze Maul war verschleimt. Als erste Hilfe, da das Tier offenbar keine Luft bekam, habe ich den Schleim mit einer kleinen Spritze abgesaugt. Dann habe ich den Kopf hochgelagert und das Maul offen gehalten. Man mag es kaum glauben aber nach 20 min in denen ich wirklich Blut und Wasser geschwitzt habe, konnte das Tier sich aus eigener Kraft wieder halten. Ich habe dann meinen Tierarzt konsultiert. Die Vermutung liegt nahe, dass der Schleim endlich "rausgehustet" wurde (nein Schlangne können nicht husten, da sie kein Zwerchfell besitzen, aber hier kann ich leider nicht sagen welche Bezeichnung besser passen würde). Ich bin also mit Bauchschmerzen ins Bett gegangen (anfänglich noch im 30 min Takt ins Wohnzimmer gerannt und das Tier überprüft) und musste hoffen, dass die kleine Maus die Nacht übersteht.

Samstagmorgen habe ich es hinausgezögert nachschauen zu gehen, so ein schlechtes Gefühl hatte ich. Doch siehe da: Kein Schleim mehr, das Tier hält sich stabil und hat das Maul die meiste Zeit geschlossen. Ich war zugegebenermaßen erleichtert. Ich habe sie den kompletten Samstag in Ruhe gelassen (Stress ist oft kontraproduktiv!).

Sonntag haben wir die letzte Injektion verabreicht. Sie war hier schon deutlich besser drauf, schnappte wie verrückt um sich und wollte auch mal so gar nicht mehr still halten. Prinzipiell schonmal ein gutes Zeichen! Sie lässt den Kopf mittlerweile auch liegen und streckt ihn nicht mehr hoch. Gestern hatte sie das Maul dann zweimal geöffnet, wobei es auch sein kann, dass das mit einer Drohung zusammen hing, da sie ja wiederholt nach mir gebissen hat.

Heute werde ich mit meinem Tierarzt sprechen, ob wir ggf. noch eine weitere Spritze verabreichen. Die Besserung ist offensichtlich, dennoch scheint sie in meinen Augen noch nicht perfekt zu sein.

Auf den Bildern:
1. Injektion am Freitagabend
2. Das Tier in seinem Zustand Sonntagabend

Bitte habt Verständnis, dass ich von dem Tier am späteren Freitag kein Bild gemacht habe, da ich mit allen Händen dabei war, dem Tier irgendwie zu helfen.
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Jensli
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Re: Lungenentzündung bei Atheris (squamigera)

Beitragvon Jensli » Mo Mär 27, 2017 12:14

Das ist ja richtig dramatisch, fast wie eine Folge "Der Doktor und das liebe Vieh"... :-o
Da sieht man, wie nützlich (und evolutionär sinnvoll) die Fähigkeit des Hustens ist - manchmal reicht nämlich schon ein kleiner Schleimpfropf, um ein eigentlich rekonvaleszierendes Tier doch noch ersticken zu lassen.
Respekt vor deiner Leistung!!
Die Dionenatter: http://www.dionenatter.de


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