Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Diskussionen zur Haltung von Giftschlangen.

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Matthias
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Matthias » Mo Mai 22, 2017 14:02

Hallo,
man sollte sich auf das vorbereiten, was einem gefällt.
Njoerchie hat geschrieben:Atheris oder auch Tempelottern (bzw. andere Baum- und Palmlanzenottern/-vipern) sind ja schon gute "Einstiegsschlangen".
Ich halte Baumbewohner für "anstrengender" als Bodenbewohner wie z.B. Vipera, da die einem auch gerne mal auf dem Haken entgegen kommen - und das schneller als man denkt. Da muss man wirklich fit mit dem Schlangenhaken sein.
Njoerchie hat geschrieben:Wenn man nur an einem sehr begrenzten Artenspektrum in der Giftschlangenhaltung interessiert ist (ich sage jetzt einmal beispielsweise Vipera ammodytes / ursinii / berus), dann muss ich keine Naja species händeln können - es würden diverse Vipern völlig ausreichen. Sollte ich später einmal umsteigen wollen, muss ich halt ein entsprechendes Mentoring in Angriff nehmen.
Da stimme ich dir zu. Man "muss" erstmal nur das lernen, was man für die erfolgreiche Pflege der einen Art braucht. Es ist ein lebenslanges Lernen und man "wächst" da über die Jahre rein.
Gruß
Matthias

Njoerchie
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Njoerchie » Mo Mai 22, 2017 14:08

Matthias hat geschrieben:Hallo,
man sollte sich auf das vorbereiten, was einem gefällt.

Ich halte Baumbewohner für "anstrengender" als Bodenbewohner wie z.B. Vipera, da die einem auch gerne mal auf dem Haken entgegen kommen - und das schneller als man denkt. Da muss man wirklich fit mit dem Schlangenhaken sein.

Da stimme ich dir zu. Man "muss" erstmal nur das lernen, was man für die erfolgreiche Pflege der einen Art braucht. Es ist ein lebenslanges Lernen und man "wächst" da über die Jahre rein.
Baumgewohner sind sicherlich "anstrengender" als so mancher Bodenbewohner, wobei ich jetzt gerade bei der Tempelotter nur ruhige Exemplare auf dem Haken kennengelernt habe (es waren allerdings nicht so viele und auch Jungtiere, jedoch gelten diese Lanzenottern als umgänglich und ruhig).

Gerade einige Vipern sind ja schon von Natur aus recht ruhige Vertreter (solange nicht voll aufgeheizt oder durch irgend etwas arg gereizt) - das durfte ich bei V. berus live kennenlernen. :-)

VG, Jörg

Max1991
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Max1991 » Do Mai 25, 2017 0:26

Tobiaskondaschwanz hat geschrieben:Hier geht es nicht um einen Einstieg in die Giftschlangenhaltung, sondern um einen fliegenden Start, zudem läuft das ganze unter dem Titel "Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger."
Andere Leute sollten sich einfach kein Vorbild nehmen an dem was der Threadstarter schreibt.
Ist auch richtig so, ich schrieb ja, das Anfänger von gewissen Schlangen ohne Mentor und Vorerfahrung absolut die Finger lassen sollen.
Wie du sagtest, jetzt kann man sagen ich wäre ein "Überflieger" der Dinge überstürzt, sich selber überschätzt usw.
Ich schätze diese Kritik solange man sachlich bleibt und das finde ich, ist hier doch meiner Meinung nach sehr gut gelungen wenn ich mir die anderen Theards anschaue.

@All

Wie andere auch schon gefragt haben zwecks Krankheit etc.
Natürlich, durch die Zeit bei meinem Mentor durfte ich damals schon diverse Giftschlangen fixieren, alleine bei nicht perfekter Häutung.
Das bleibt es halt nicht aus die Schlange zu fixieren und mal wirklich Hand an zu legen, auch da wo man ungerne mit der Hand ist und immer ein Restrisiko besteht.

Der Theard hatte den Sinn und Zweck, da hier über dieses Thema so viel gestritten wird, einen kleinen Einblick darüber zu geben, das auch jüngere interessierte Menschen die nicht immer 20 Jahre Erfahrung vorweisen können, in der Lage sein KÖNNEN so zu starten.

Mit einem Mentor, sie sollen einen Sachkundenachweis machen, auch wenn es in dem jeweiligen Bundesland nicht gefordert wird.
Mit diversen Schlangen eben NICHT anfangen. Einen eigenen Raum haben, im Serum depot angemeldet sein, jedes Terrarium mit dem lateinischen und deutschen Namen beschriften, so wie das aktuelle gegengift usw.

Wenn das alles gegeben ist dann sehe ich da keine Probleme.

Wie viele auch sagten, die Würgeschlangenhaltung bereitet meiner Meinung nach auch nur sehr begrenzt auf die Haltung von Giftschlangen vor.
So bringt meiner Meinung nach 10 Jahre Erfahrung mit ungiftigen schlangen weniger, als wenn jemand 2 Jahre mit einem Mentor und mit Giftschlangen arbeitet.

LG :-D

Njoerchie
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Njoerchie » Do Mai 25, 2017 1:15

Hallo @Max1991.

Ich stelle Dir jetzt samt dem neuen Zitat noch einmal meine an Dich gerichteten Fragen aus einem vorherigen Posting, da Du diese Punkte einfach unbeantwortet gelassen hast!?
Max1991 hat geschrieben:Hallo allerseits,

einige kennen meinen Beitrag vom August 2016, einer meiner besten Freunde musste damals alle seine Giftschlangen abgeben aufgrund seiner Krankheit, sein letzter "Schatz" war eine "Atheris Squamigera" eine Buschviper.
...
Mittlerweile halte ich selber Cerastes Cerastes, Atheris Squamigera, Dendroaspis polylepis und eine Lampropeltis californiae (Ja, keine Giftschlange, doch Ihr Wesen hat mich einfach gefesselt, Ihr kennt es bestimmt, verzeiht mir :lol: )
...
Ich Rate von Mambas, Taipanen, Puffottern sowie Braunschlangen und diversen Kraits ab! Auch wenn diese einen faszinieren, Ja, man KANN die als Erstschlange halten, ich würde es aber niemals empfehlen !!! Ihr müsst eure Grenzen selber erkennen.

Informiert euch, seit nicht dumm, überlegt wirklich was Ihr euch holt und macht nen verdammten Sachkundenachweis, auch wenn Ihr Ihn nicht braucht (zB NRW).

LG
Hallo Max.

Du rätst von Mambas ab, hälst aber selber Schwarze Mambas?

Cerastes cerastes sowie Atheris squamigera empfinde ich als "Anfangstiere" völlig in Ordnung - mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen, Vorsicht, Bedachtheit und Konzentration dürfte (gerade auch mit Deinem Mentoring) nicht viel passieren können.
Aber eine Dendroaspis ist ein völlig anderes Kaliber - unberechenbar, wahnsinnig schnell, sie kann Dir entgegen geflogen kommen sobald Du das Terrarium öffnest - und nicht zuletzt erreicht sie knapp maximal die 4m.
Für mich klingt das mit den Mambas etwas fadenscheinig - ich halte diese Anschaffung für viel zu früh.

Wenn Du Einsteigertipps für Crotalus gibst - wieso dann nicht Sistrurus species, Crotalus lepidus (zwar potent, aber recht klein bleibend), C. willardi, etc.?
Oder warum nicht mit anderen, europäischen Vipern V. berus, V. ammodytes oder anderen amerikanischen Grubenottern wie A. contortrix oder auch einer asiatischen Verwandten wie T. wagleri einsteigen?
Und wenn man unbedingt mit Giftnattern einsteigen möchte, weswegen nicht mit Aspidelaps species?
Und falls man die Haltungs- und Ernärhungsansprüche erfüllen kann wäre selbst eine Micrurus geeignet (trotz Potenz).

Ich als potentieller Anfänger kann mir eher eine Micrurus, Vipera ursinii (oder vergleichbare Arten aus dem ehemaligen Wiesenotter-Komplex), V. berus oder auch Tropidolaemus wagleri vorstellen für mich als eine Cerastes cerastes - und ganz ehrlich, auch wenn Du Dich zwei Jahre lang um seine Tiere gekümmert hast, ist das für noch lange keine Begründung für eine Mamba!

Nur um es Dir zu verdeutlichen - manche gefährlichen Arten (Bitis, Acanthophis) sind in der Haltung weitaus sicherer als z.B. Dendroaspis, Pseudonaja, etc.
Aber da Du ja ein erfahrener Halter bist erzähle ich Dir da sicherlich nichts neues?
Max1991 hat geschrieben:NRW, KEINE Vorschriften, genug gerechtfertigt ? :roll:
ICH wohne ebenfalls in NRW, und in manchen Fällen wären mehr Vorschriften wahrlich angebracht.
Max1991 hat geschrieben:@ Jensli

Ich halte meine Schlangen in einem Abgeschlossenen Raum in meinem Haus, an jedem Terrarium ist der deutsche und lateinische Name der Schlange mit dem dazu gehörigen akutellem Gegengift, sowie der Telefon Nummer der Giftnotzentrale sowie dem Serumdepot in dem ich angemeldet bin hinterlegt, sowie einem Sicherheitsschloss, der Raum ist seperat nochmal abgeschlossen, und niemand außer mir hat Zutritt.

Und nur SO gehört es sich für mich.
Bedeutet das, dass Du neben jedem Terrarium einen separaten Kühlschrank stehen hast, in dem das jeweilige Antitoxin steht, und auch, dass Du die Gegengifte regelmäßig austauscht?
Max1991 hat geschrieben:Ja eine europäische Hornotter ist sehr schön, ich würde gerne eine Aspisviper (Vipera aspis) haben aber die steht unter Naturschutz, also bleibt Sie wo sie ist :lol:
Vipera ammodytes sowie Vipera aspis unterliegen in Deutschland den gleichen Arten- und Naturschutzgesetzen, das sollte Dir eigentlich bewusst sein???

Wolfsbraut12 hat geschrieben:So löblich deine Herangehensweise auch ist, ich glaube in mancherlei Hinsicht hast du noch Aufholbedarf.

Das man Vipera aspis durchaus halten kann, ja nach Bundesland und mit entsprechenden Papieren, dürfte denk ich doch jedem der sich in der "Szene" rumtreibt bewusst sein.

LG Wolfi (jemandem mit Giftschlangen, der ebenfalls in den mittleren Zwanzigern ist und keine 40 Jahre Erfahrung hat ^^)
Dir nimmt man die Authentizität aber auch ohne weiteres sofort ab, und bisher erweckst Du einen wirklich kompetenten Eindruck auf mich. ;-)

Don Pedro hat geschrieben:Gerade Elapiden - speziell Mambas und Kobras, scheinen ein Schreckgespenst für Leute zu sein, die die Giftschlangenhaltung im privaten Hobbyrahmen überkritisch hinterfragen, wenn nicht gar ablehnen.
Am Beispiel der Schwarzen Mamba ist jedenfalls zu bemerken, dass man mit dem ersten Erwerb eines solchen Tiers Neuland betritt - ganz egal, ob man vorher nur 5 oder gar 30 Jahre Vipern und Grubenottern gepflegt hat. Entweder ist Respekt, Eigenverantwortlichkeit und Seriösität vorhanden oder nicht. Falls ja, ist auch der RELATIV gefahrlose Umgang mit Dendroaspis spp. möglich - falls nicht, gibt's wahrscheinlich schon vorher mit "weniger gefährlichen" Tieren unliebsame und schmerzhafte Probleme.
Im Prinzip verursacht immer der Halter einen Unfall, nicht das seinen Instinkten und Reflexen folgende Tier. Deshalb werde ich nie verstehen, warum man das zu erwartende Niveau möglicher Gefährdung immer hauptsächlich an der Auswahl des Tiers und weniger an der Eignung des Halters festmacht.
Man kann aber Dendroaspis nicht mit einer Naja nivea, Acantophis species, Micrurus species oder auch einer Aspidelaps species vergleichen.
Der Vergleich mit Arten wie Pseudonaja textilis trifft es viel eher.
Natürlich sind solche Arten absolute Meisterklasse in der Schlangenhaltung, gar keine Frage.
Aber man liest auch in vielen Haltungsberichten wirklich erfahrener und langjähriger Halter solcher Arten häufig genug, dass die Tiere bei einem kleinen Unachtsamkeitsfehler aus dem Terrarium geschossen kamen und sich plötzlich im Giftschlangenraum auf dem Boden wiederfanden ohne gebissen zu haben - sie besitzen halt ein besonderes Gefährdungspotenzial, auf das man eingestellt sein und das man entsprechend vermeiden muss.

An dieser Stelle finde ich es übrigens wirklich sehr gut, dass solche Tiere wie Mambas, Common Brown Snakes, Taipane, etc. ihren recht hohen Wert besitzen - so kann sie sich zumindest nicht jede Person "mal eben leisten", sondern man muss i.d.R. recht lange darauf ansparen.

Ich kenne eine Person, die sich diverse Crotalus species und andere Arten rel. leicht "besorgt" hat (sprich irgendwo "mal eben so" gekauft).
Diese Person schafft es jedoch noch nicht einmal, junge Agkistrodon contortrix ans Fressen zu bringen - die Tiere werden dann von einem erfahrenen Bekannten mit Mäusen / Mäuseteilen gestopft. Auch eine Überwinterung für die Arten die es benötigen findet nicht statt. Er ist mit den Haltungsansprüchen schon völlig überfordert, und trotzdem sollen Bitis gabonica angeschafft werden.
Leider gestatten die lokalen Gesetze in seinem Kreis / seiner Stadt, dass er dies alles so machen darf.[/quote]
Max1991 hat geschrieben: Ist auch richtig so, ich schrieb ja, das Anfänger von gewissen Schlangen ohne Mentor und Vorerfahrung absolut die Finger lassen sollen.
Wie du sagtest, jetzt kann man sagen ich wäre ein "Überflieger" der Dinge überstürzt, sich selber überschätzt usw.
Ich schätze diese Kritik solange man sachlich bleibt und das finde ich, ist hier doch meiner Meinung nach sehr gut gelungen wenn ich mir die anderen Threads anschaue.

@All

Wie andere auch schon gefragt haben zwecks Krankheit etc.
Natürlich, durch die Zeit bei meinem Mentor durfte ich damals schon diverse Giftschlangen fixieren, alleine bei nicht perfekter Häutung.
Das bleibt es halt nicht aus die Schlange zu fixieren und mal wirklich Hand an zu legen, auch da wo man ungerne mit der Hand ist und immer ein Restrisiko besteht.

Der Theard hatte den Sinn und Zweck, da hier über dieses Thema so viel gestritten wird, einen kleinen Einblick darüber zu geben, das auch jüngere interessierte Menschen die nicht immer 20 Jahre Erfahrung vorweisen können, in der Lage sein KÖNNEN so zu starten.

Mit einem Mentor, sie sollen einen Sachkundenachweis machen, auch wenn es in dem jeweiligen Bundesland nicht gefordert wird.
Mit diversen Schlangen eben NICHT anfangen. Einen eigenen Raum haben, im Serum depot angemeldet sein, jedes Terrarium mit dem lateinischen und deutschen Namen beschriften, so wie das aktuelle gegengift usw.

Wenn das alles gegeben ist dann sehe ich da keine Probleme.
Und auch hier verstehe ich Deine Aussage nicht!
Ein Anfänger ohne SKN und Mentor sollte von ALLEN Giftschlangen die Finger lassen, nicht nur von "bestimmten"!

Ich fände eine bundesweit geregelte Meldepflicht für alle gefährlichen Tiere sehr sehr sinnvoll.
Diesbezüglich sollten dann zusätzlich Zuchtbücher sammt Meldepflicht der Nachzuchten erfolgen, eben wie es bei allen Tieren die unter das deutsche bzw. EU-Natur- und Artenschutzgesetz fallen schon die Regel ist mit Herkunftsnachweis.
Das würde zumindest gewisse Kontrollmöglichkeiten einräumen, und zusätzlich vermindert es die Nachzucht und Vermehrung abseits der Gesetzeslagen, da die Nachzuchten dann zumindest bei uns offiziell unverkäuflich gemacht würden.

Magst Du uns Deine Tiere denn einmal bildlich vorstellen?

VG, Jörg

Spielverderber
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Spielverderber » Do Mai 25, 2017 12:12

Max1991 hat geschrieben:Der Theard hatte den Sinn und Zweck, da hier über dieses Thema so viel gestritten wird, einen kleinen Einblick darüber zu geben, das auch jüngere interessierte Menschen die nicht immer 20 Jahre Erfahrung vorweisen können, in der Lage sein KÖNNEN so zu starten.

Mit einem Mentor, sie sollen einen Sachkundenachweis machen, auch wenn es in dem jeweiligen Bundesland nicht gefordert wird.
Mit diversen Schlangen eben NICHT anfangen. Einen eigenen Raum haben, im Serum depot angemeldet sein, jedes Terrarium mit dem lateinischen und deutschen Namen beschriften, so wie das aktuelle gegengift usw.

Wenn das alles gegeben ist dann sehe ich da keine Probleme.
Selbstverständlich können auch junge Menschen Giftschlangen halten. Alter ist kein alleiniges Kriterium, auch ein 50jähriger mit 30 Jahren Erfahrung mit ungiftigen Arten muß deswegen nicht zwangsläufig für die Gefahrtierhaltung qualifiziert sein. Ich halte es nur nach wie vor für gefährlich, ohne jede Erfahrung direkt in die Giftschlangenhaltung einzusteigen. Mentor hin oder her. Und der Ablauf zwischen Dir und Deinem Mentor wird wohl kaum auf jeden anderen zu projezieren sein.

Warum nicht mit ungiftigen Schlangen anfangen? Es ist doch nicht so, daß Erfahrung schaden könnte. Ganz im Gegenteil.

Ein Sachkundenachweis kann sicherlich nicht schaden. Aber warum setzt Du den voraus? Zwei Schulungstage und eine "Prüfung", bei der Du 96 Fragen anzukreuzen hast und sogar bis zu 11 Fehler machen darfst, bereiten Dich auf gar nichts vor! Wenn sie vorgeschrieben sein sollte, muß man sie natürlich absolvieren, egal wie lächerlich der SKN aktuell sein mag.

Eine Mitgliedschaft im Serumdepot ist eine gute Sache, aber auch das bereitet einen auf gar nichts vor. In einigen Bundesländern besteht wohl die Möglichkeit, daß so eine Mitgliedschaft Voraussetzung für eine Haltebewilligung ist.

Antivenine selbst lagern ist so eine Sache. Werden Notfallmediziner im Fall der Fälle, sofern das Opfer nicht mehr ansprechbar ist, überhaupt auf die Idee kommen nach sowas zu suchen? Werden sie es verabreichen, oder darf man überhaupt davon ausgehen, daß ein Notarzt mit Erfahrung mit Giftbissen bei einem auf der Matte steht? Auf jeden Fall wäre es in vielen Fällen ein teurer Spaß, so daß Giftschlangenhaltung nur wohlhabenden Menschen vorbehalten bliebe. Oder man könnte privat keine Arten halten, bei denen hochpreisige Antivenine von Nöten sind.

Ein seperater Giftschlangenraum ist sicher auch eine gute Sache, wenn man einen entsprechend großen Bestand hat. Aber notwendig? Man kann (und sollte unbedingt) jeden Raum und jedes Gefahrtierterrarium entsprechend sichern. Ob in dem Raum beispielsweise noch Bücherregale oder ein Sofa stehen, sollte daran nichts ändern.

Eine Beschilderung an den Terrarien solle selbstverständlich sein, auch bei ungiftigen Arten. Es ist übrigens der wissenschaftliche Name, nicht der lateinische.

Zimmerdschungel
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Zimmerdschungel » Do Mai 25, 2017 14:04

Hallo zusammen!

Ich bin selbst vor mittlerweile knapp 1.5 Jahren in die Giftschlangenhaltung eingestiegen - vorher hatte ich aber schon 11 Jahre Erfahrung mit ungiftigen Schlangen. Damals hatte ich hier über das Forum einen Mentor gefunden, bei dem ich meine Wunschart Aspidelaps lubricus lubricus live sehen konnte. Auch seine Arbeit mit den Tieren habe ich mir angeschaut, bevor ich das erste Mal selbst Jungtiere und die Adulti handeln durfte.
Ich kam mit der Art sehr gut zurecht, sodass ich dann in der Folge auch eine seiner Nachzuchten übernommen habe.

Diese Art der Vorbereitung fand ich für mich genau richtig und ich kann es nur weiterempfehlen.
Inzwischen ist mein Giftschlangenbestand auf 1.1 A.l.lubricus, 1.1 A.l.cowlesi und 0.1 Cerastes cerastes angewachsen. Gerade auf die Cerastes habe ich mich nochmal bei einem anderen Mentor vorbereitet, um auch diese Art besser kennenlernen zu können.

Liebe Grüße,
Andre

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wolle91
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von wolle91 » Fr Mai 26, 2017 9:35

Zimmerdschungel hat geschrieben:Hallo zusammen!

Ich bin selbst vor mittlerweile knapp 1.5 Jahren in die Giftschlangenhaltung eingestiegen - vorher hatte ich aber schon 11 Jahre Erfahrung mit ungiftigen Schlangen. Damals hatte ich hier über das Forum einen Mentor gefunden, bei dem ich meine Wunschart Aspidelaps lubricus lubricus live sehen konnte. Auch seine Arbeit mit den Tieren habe ich mir angeschaut, bevor ich das erste Mal selbst Jungtiere und die Adulti handeln durfte.
Ich kam mit der Art sehr gut zurecht, sodass ich dann in der Folge auch eine seiner Nachzuchten übernommen habe.

Diese Art der Vorbereitung fand ich für mich genau richtig und ich kann es nur weiterempfehlen.
Inzwischen ist mein Giftschlangenbestand auf 1.1 A.l.lubricus, 1.1 A.l.cowlesi und 0.1 Cerastes cerastes angewachsen. Gerade auf die Cerastes habe ich mich nochmal bei einem anderen Mentor vorbereitet, um auch diese Art besser kennenlernen zu können.

Liebe Grüße,
Andre
Geb ich dir vollkommen Recht! Ein Mentor ist elementar in meinen Augen. Denn da bekommt man auch in Bezug auf Handling nützliche Tipps!
Man kann unter Anleitung die Art/Arten an sich mal kennen lernen.
Gerade wenn es um das Thema "Einstieg" geht und man vielleicht einige Arten im Kopf hat, ist es sinnvoll, diese Arten, dann mal persönlich kennen zu lernen.
Ich rede aus meiner Erfahrung: Das gute bei einem Mentor ist, dass diese meist irgendwie vernetzt sind und einem auch Kontakte zu Züchtern spezieller Arten herstellen können.

Die theoretische Vorbereitung ist aber genauso unerlässlich. Ein potentieller Mentor wird ein Mentoring wohl nur bei jemandem übernehmen, bei dem er überzeugt ist, dass genügend geistige Reife vorliegt etc. Jemand der einfach nur eine Giftschlange fürs Ego braucht, wird es (zurecht) schwerer haben einen guten Mentor zu finden.

Kurzer Erfahrungsbericht von mir:

Ich bekam den Kontakt zu einem Mentor hier im Forum vermittelt :)
Ich habe mich einige Zeit sehr intensiv mit meinem Mentor ausgetauscht. Erst als mein Mentor gemerkt hat, dass ich wirkliches Interesse an Tieren habe und ich mich auch im Vorfeld selber schlau gemacht habe, hat er mir angeboten mal seine Tiere anzuschauen und auch mal mit Ihnen das Handling zu üben.
Ich finde diese Vorgehensweise richtig, denn ein Erfahrener Halter von Giftschlangen, kann dadurch im Vorfeld dazu beitragen, dass Giftschlangen (in diesem speziellen Fall) nicht in die falschen Hände geraten.

Njoerchie
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Njoerchie » Fr Mai 26, 2017 16:08

Ich finde es nur schade dass der Threadstarter diverse Fragwn übergeht bzw. nicht beantwortet.

Shadoios
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von Shadoios » Mi Jun 14, 2017 8:07

Hallo.

Ich habe mich jetzt nur vier Seiten hier durchgequält und ist ja auch schon was älter, aber mir ist hier mal wieder etwas aufgefallen ( lese normal nur hier, aber DAS muß ich nun mal erwähnen ) :

Es wird immer gesagt, daß man genug Erfahrung haben soll, bevor man sich eine Giftschlange holt, einen Mentor suchen und dort erstmla reinschnuppern.
Alles schön und gut, aber bei keinem Mentor sammle ich Erfahrung, bin ja nicht jeden Tag da und mache alles an den und mit den Tieren, dort sammle ich erste Basics und berühre das Thema mal grad eben.

Das Wort Erfahrung sagt ja eigentlich aus, daß man über längere Zeit dauerhaft ( in diesem Fall hier ) solche Tiere handelt, hält, züchtet, behandelt ( Krankheiten, Stichwort fixieren ), nur dann bekommt man Erfahrung.

Nun zu dem Paradoxon hier ( und in Massen anderen Beiträgen hier ) :

Woher soll die Erfahrung kommen, wenn ich mir nicht irgendwann ein Tier anschaffe ? Hier wird Erfahrung im Umgang mit Gifttieren verlangt, aber einem Anfänger fast immer abgeraten solche Tiere zu halten, weil er eben nicht genug Erfahrung hat .... woher soll die denn kommen ?

Vom bischen Mentortraining bestimmt nicht.

Finde das halt komisch.

Gruß Shadoios

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wolle91
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Re: Giftschlangen - Vom Einsteiger, für Einsteiger.

Beitrag von wolle91 » Mi Jun 14, 2017 9:06

Ich versuche das aus meiner Sichtweise zu erklären.
Ich selber möchte ja auch in die Giftschlangenhaltung einsteigen.

Ich mache mal einen (bewusst) übertriebenen Vergleich:

nehmen wir mal (aus eigener Erfahrung) Morelia spilota harrisoni:

Eine Schlange die sich eigentlich kaum aus der Ruhe bringen lässt. Eine Schlange die sehr robust ist und den ein oder anderen "Anfängerfehler" verzeiht. Wenn man den Begriff verwenden mag, dann ist dies eine "Anfängerschlange", da sie gut handeln ist, überhaupt nicht aggressiv ist und die Haltungsbedingungen nicht schwierig sind.

Vergleichen wir das mal vielleicht mit Naja Kaouthia:

Gilt als recht aggressiv (wobei man das nicht pauschalisieren kann). Haltungsparameter sind zwar machbar. Aber das Verhalten der Schlange stellt eine Herausforderung dar. Jeder Fehler kann fatale Folgen haben. Allgemein sollte man Giftschlangen nur mir Haken handeln (wenn dies sein muss). Wer das erste mal mit einem Haken arbeitet und es mit einer naja kaouthia zu tun hat, der kann schnell überfordert sein.
Diese Tiere sind sehr flink, auch auf dem Haken, da bedarf es durchaus Erfahrung, wie man mit solchen Situationen umgeht. Fütterung, Untersuchung (maulfäule) sind bei einer ungiftigen Schlange um einiges einfacher. An ungiftigen kann ich das fixieren zum Beispiel üben. Denn wenn ich gebissen werden hat es nicht so fatale folgen, wie wenn eine Naja zuschnappt. Solche griffe müssen geübt sein.

Du sprichst zudem das Mentoring an:
Man muss nicht jeden Tag beim Mentor sein. Aber ein regelmäßiger Kontakt ist von Vorteil. Man kann gewisse arbeiten durchführen. Füttern, Terras reinigen. Tiere teilweise selber untersuchen, Handling mit Haken (idealerweise mit der Art die man halten möchte) üben.
Bei mir war es so, das ich angefangen habe dies unter Anleitung zu machen. Dabei wurde ich dann immer selbstständiger. Oft heißt es dann nur noch "heute kümmerst du dich mal um die sistrurus milarius babouri". Dann mache ich jeden Schritt selber.
Beim Mentor kann ich Erfahrung sammeln, wie ich mit den Haken und den Tieren richtig umgehe. Und ein Mentoring kann auch gerne über Jahre dauern. Da ist Feedback und Selbsteinschätzung wichtig. Fühle ich mich reif für eine Giftschlange? Wie beurteilt dies mein Mentor?
Erfahrung kann man durchaus beim Mentor sammeln. Man kann verschiedene Situationen erleben. Für mich ist das Mentoring unerlässlich!


Das viele einfach sagen "sammel Erfahrung" liegt einfach am Ruf der Szene. Schnell ist man in den Schlagzeilen wenn was passiert. Und jede negative Schlagzeile kann Konsequenzen für alle Giftschlangenhalter haben (Verbot der Gifttierhaltung, etc.) Zudem ist es auch für die eigene Sicherheit. Wenn man einiges an Übung hat (idealerweise einen Sachkundenachweis bzw. einen Giftschlangenkurs) ist nicht alles Neuland und man geht einfach vorbereitet an dieses Thema ran. Es ist wie mit dem Auto fahren. Um einen Ferrari zu fahren, sollte man Erfahrung haben. Die kann man sammeln, in dem man über mehrere Jahre den Führerschein hat und dort schon einige kritische Situationen bewältigt hat. In der Regel steigt man auch nicht von einem Dacia auf einen Ferrari um, sondern man fährt vielleicht über eine gewisse Zeit Autos, mit etwas mehr PS und man fährt das Traumauto auch das ein oder andere mal zur Probe um dies zu testen. Mit der Giftschlangenhaltung verhält es sich ähnlich

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