Giftschlangenbiss in der Mongolei

Diskussionen zur Haltung von Giftschlangen.

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Fred
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Giftschlangenbiss in der Mongolei

Beitragvon Fred » Mo Jun 12, 2017 21:46

Ich wende mich nach ewigen Zeiten mal wieder an das Forum weil gestern ein Bekannter in der Mongolei von einer Giftschlange gebissen wurde.
Es wird davon ausgegangen, dass es eine Viper war - welche Arten kämen hier in Frage?
Wie wäre deren Giftwirkung einzuschätzen?
Derzeit hat er starke Schwellungen an Hand und Arm, ein Antiserum ist nicht verfügbar. Die Blutwerte sind sehr schlecht (ohne dass mir genaueres bekannt ist) die Blutungen aus den Entlastungsschnitten, die wegen der Schwellung gesetzt wurden sind teilweise schwer zu stoppen.
Vor Ort sind keine Blut- /Plasmakonserven verfügbar, auch scheint man wenig bis keine Erfahrung mit Schlangenbissen zu haben.
Es wird erwogen, Ihn nach Hongkong zu fliegen, wo die medizinische Versorgung besser wäre.
Wie hoch ist das Risiko einzuschätzen, dass sich sein Zustand verschlechtert oder ist von einer fortlaufenden Besserung auszugehen?
Welche Risiken bestehen bei einem Flug über mehrere Stunden?
Welche Option (bleiben/ fliegen) erscheint ratsam?
Welche möglichen Komplikationen können auftreten?

Mit bestem Dank für fundierte Antworten,

Fred

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Jensli
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Re: Giftschlangenbiss in der Mongolei

Beitragvon Jensli » Di Jun 13, 2017 8:18

Niemand kann (wird) dir aufgrund deiner Aussagen auch nur einen halbwegs seriösen Ratschlag geben. Ich mit meiner medizinischen Ausbildung werde mich hüten, irgendeine Stellungnahme abzugeben, ohne den Patienten und seine Vital- und Laborparameter zu kennen. Natürlich sollte man einen Patienten, wenn er transportfähig ist (was man ebenfalls nicht von hier aus beurteilen kann), dorthin bringen, wo die med. Versorgung besser ist, das versteht sich doch von selbst und schon diese Frage zeigt die ganze laienhafte Sinnlosigkeit dieses Threads.
Wie stellst du dir das denn vor? Ein Foren-User rät dir, den Patienten keineswegs zu transportieren und er verstirbt. Was dann? Völlig verantwortungslos.
Ich verstehe natürlich, dass du deinem Bekannten irgendetwas Gutes tun willst, statt tatenlos zusehen zu müssen. Dennoch kann dir hier leider niemand helfen. Deinem Bekannten wünsche ich alles Gute!
Die Dionenatter: http://www.dionenatter.de

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wolle91
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Re: Giftschlangenbiss in der Mongolei

Beitragvon wolle91 » Di Jun 13, 2017 8:33

Da gebe ich Jensli recht.
Ferndiagnosen kann man nicht treffen.
Selbst bei der Schlange kann man nur raten.
Spontan würden mir vipera berus oder golydius halys einfallen, aber wir wissen ja nicht einmal wie die Schlange aussah, wie groß Sie war...
Vielleicht gibt es in der Monoglei einen Terrarianer dem sein Tier ausgebrochen ist??? Dann könnte es alles sein.

Aufgrund der "Fakten" kann man nicht einmal die Schlange bestimmen.
Auch die Symptome Helfen nur bedingt. Wenn Jensli aus der medizinischen Richtung kommt, kann er wohl bestätigen, dass die Wirkung und die Symptome nach einem Biss ganz unterschiedlich sein können.
z.B. vipera berus: Einige spüren nicht mal den Biss, manche sagen es juckt und manch anderer bekommt erhebliche Probleme damit.

Ergo kann man nicht sagen, von was er gebissen wurde... Und wie gefährlich der Biss ist, kann individuell stark variieren.

Don Pedro
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Re: Giftschlangenbiss in der Mongolei

Beitragvon Don Pedro » Di Jun 13, 2017 10:42

Es gibt 2 Gloydius-Arten (halys und ussuriensis) in der Mongolei, daneben noch Vipera berus und Vipera renardi.
Die Wirkungen derer Toxine KÖNNEN die Gerinnungskaskade in Gang setzen, bis hin zur Ungerinnbarkeit durch Verbrauch der Gerinnungskomponenten.
Dass man unter diesen Umständen (fehlende Kenntnisse, keine Blutkonserven) "Entlastungsschnitte" setzt, ist leider schon fast Standard und beruht meist mehr auf dem Unwissen und der Unsicherheit der behandelnden Ärzte als auf seriöser Diagnostik.
Schlangenbiss/Schwellung = Kompartmentsyndrom ist leider eine Einschätzung, der viele Ärzte zu bereitwillig und schnell erliegen. Leider schafft man sich in den meisten Fällen damit nur ein zusätzliches Problem.
Ich hoffe, dass Dein Bekannter möglichst schnell einer guten medizinischen Betreuung zugeführt werden kann. Ob das möglich ist, kann keiner hier einschätzen. Ob ihm der Flug zugemutet werden kann und ob dabei Komplikationen auftreten, resp. ob diesen effizient begegnet werden kann, hängt nicht zuletzt auch von der fachlichen Qualifikation des medizinischen Personals im Ambulanz-Jet ab.
Ich hätte Kontaktdaten zu Ärzten, die sich mit der Problematik sehr gut auskennen. Aber auch hier gilt, was Jensli schon gesagt hat: ohne detaillierte Informationen zum derzeitigen Zustand mit allen Parametern kann und wird niemand eine Beurteilung vornehmen oder gar Ratschläge erteilen.

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Jensli
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Re: Giftschlangenbiss in der Mongolei

Beitragvon Jensli » Di Jun 13, 2017 12:09

Wenn er vielleicht wenigstens ADAC-Mitglied wäre - deren Ambulanz-Jets sind sehr gut ausgestattet und holen Betroffene aus allen Regionen der Erde schnell ins nächstgelegene heimische Krankenhaus. Die ADAC-Ärzte haben auch Erfahrungen mit Schlangenbissen.
Die Dionenatter: http://www.dionenatter.de

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Fred
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Re: Giftschlangenbiss in der Mongolei

Beitragvon Fred » Di Jun 13, 2017 21:58

Vielen Dank, Don Pedro!

Mittlerweile ist er in ein nahe gelegenes Krankenhaus verlegt worden, das immerhin über Blutkonserven verfügt.


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