Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Diskussionen zur Haltung von Boas und Pythons.

Moderator: Forenteam

Schwenner
Mitglied
Beiträge: 9
Registriert: Di Dez 20, 2016 8:20
Wohnort: Kiel

Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Schwenner » Fr Jun 30, 2017 19:17

Ich halte nun seit ca. 7 Monaten einen männlichen Königspython, welchen ich als Jungtier mit eonem Alter von ca. 3 Monaten erhalten habe, und möchte meine ersten Erfahrungen und Erkenntnisse anderen Interessierten mitteilen.

Angefangen habe ich als blutiger Anfänger in der Terraristik und habe mich anfangs einige Zeit in verschiedenen Foren und bei einigen Züchtern über das Verhalten und die Haltung von Königspython versucht zu informieren. Dies gestaltete sich etwas schwierig, da es viele verschiedene Meinungen über die Haltung gibt. Das fängt mit der Größe des Terrariums an, geht über die Art der Beleuchtung und Beheizung und endet mit der Fütterung. Wie ich es letztendlich verwirkliche, könnt ihr in diesem Bericht lesen.

Schließlich habe ich mir noch Lektüre besorgt, was ich jedem Anfänger raten kann. Dabei sollte man allerdings nicht unbedingt auf den Preis achten. Sondern eher, ob die Autoren auf die natürliche Lebensweise und die Bedingungen im Herkunftsgebiet eingehen oder ob es darum geht möglichst viel Profit zu erzielen und die optimalen Zuchtbedingungen zu schaffen. Natürlich ist es letztendlich jedem Halter selbst überlassen, was er erreichen möchte allerdings ist meine persönlich Meinung, dass man die Bedingungen im Terrarium möglichst naturnah gestalten sollte.

Nach dieser umfangreichen Recherche habe ich mich dann dazu entschlossen direkt mit einem großen Terrarium anzufangen. Dies wurde dann ein 150cm x 60cm x 60cm OSB-Terrarium mit Frontbelüftung. Bezüglich der Belüftung würde ich in Zukunft wohl eher auf eine Seitenbelüftung zurückgreifen, da die Frontbelüftung aufgrund der Länge sehr groß ausfällt und dadurch die Luftfeuchtigkeit schwer zu halten ist. Außerdem quetscht sich mein Königspython während seiner nächtlichen Streifzüge gerne in diese Lücke. Dies macht er auch gerne an der oberen Belüftung und dort ist die Gefahr des Absturzes recht groß. Daher habe ich nachträglich von innen zusätzliches Lochblech montiert, damit dies nicht mehr möglich ist. Wenn ihr denkt, dass eine Schlange dort nicht hinein kommt, wenn keine Klettermöglichkeiten vorhanden sind, dann muss ich euch leider enttäuschen.
Selbst als kleiner Wurm von 45cm ist er dort oben reingekommen und das ohne Äste oder ähnliches.

Obwohl ein OSB-Terrarium aufgrund der thermischen Eigenschaften besser isoliert als ein Glasterrarium, habe ich die Seitenwände und die Rückwand zusätzlich mit Styropor ausgekleidet. Daraus habe ich dann mit Hilfe eines Heißluftföhn, Fliesenkleber und Farbe eine Felsstruktur erschaffen, was dem Terrarium eine deutlich schönere Optik verleiht.

Da das Terrarium für einen kleinen Königspython sehr groß ist, sollte man viele Verstecke in den verschiedenen Temperaturzonen anbieten. Dies können Korkrinden, Höhlen aus dem Zoohandel oder aber auch selbstgebaute aus Styropor sein. Die Höhlen sollten der Größe des Tieres nagepasst sein, da der Königspython sich gerne in engen Höhlen aufhält. Zu den Höhlen aus dem Zoohandel muss ich sagen, dass man dort auf die Verarbeitung achten sollte, da es vorkommen kann, dass diese nicht so schön ist und möglicherweise GFK-Fasern freiliegen. Des Weiteren haben die Höhlen aus Kunststoff die Eigenschafft, dass sich die Wärme darin staut, wenn diese direkt unter einem Wärmespot stehen und somit es sehr warm wird darin. Bei den Höhlen aus Kork ist dies etwas anderes, da diese eher isolierend wirken und die Wärme hauptsächlich über die Luft durch die Öffnungen der Höhle hinein gelangt. Zur Grundausstattung gehört in jedem Fall ein Wassernapf, welches so groß ist, dass sich das Tier auch mal hineinlegen kann um zu baden. Das Wasser muss im besten Fall jeden Tag gewechselt werden, da sich sonst schnell Bakterien ausbreiten können.

Als zusätzliche optische Ausstattung sollten meiner Meinung Pflanzen nicht fehlen. Dies sollten aber künstliche sein, da echte nicht lang überleben werden, weil sie einfach platt gewalzt werden. Beinahe überall habe ich gelesen, dass der Königspython zu blöd zum Klettern ist, da diese Art eine bodenbewohnende Schlange ist und der Körper dafür nicht ausgelegt ist. Einerseits ist dies richtig und ja sie stellen sich anfangs echt blöd an aber ich habe festgestellt, dass mein Python sehr gerne klettert und jeden Tag aufs Neue sein Terrarium untersucht. Dabei stellt er sich mittlerweile gar nicht mehr so blöd an, so dass man schon fast sagen kann, dass er aus seinen Fehlern, welche aus Stürzen bestanden, gelernt hat und sich nun viel mehr mit seinem Schwanz an den Ästen festhält und sich deutlich besser auffängt, auch wenn er mal abrutscht. Daher würde ich jedem raten Äste einzubauen, welche gut befestigt werden, damit diese nicht umfallen können. Die Äste sollten allerdings mit zunehmender Größe der Schlange mitwachsen, da die Schlange sich sonst schlecht darauf halten kann. Allerdings kann ich diesbezüglich nur von dieser einen Schlange berichten und nicht für jedes Tier sprechen.

Zum Bodengrund gibt es ebenfalls verschiedene Meinungen. Zum einen liegt es an den Kosten und zum anderen wohl an der Bequemlichkeit des Pflegers. Ich habe mich für das ReptiBark von ZooMed entschieden, welches aus Pinienrinde besteht. Dieser Bodengrund sieht optisch sehr schön aus und speichert recht gut die Feuchtigkeit. Außerdem hat man wenige Probleme mit Schimmelbildung durch Staunässe. Preislich ist das ReptiBark auch sehr attraktiv. Kot und Urin kann man ebenfalls gut erkennen. Als Alternative kann man auch das Jungle Earth von Exo Terra verwenden. Preislich etwas teurer, besitzt aber ähnliche Eigenschaften. Kot und Urin sollte möglichst sofort entfernt werden. Der Bodengrund ist nach Bedarf auszutauschen, mindestens aber jedes halbe Jahr. Das hängt unter anderem vom Bodengrund ab.

Nun kommen wir zum Thema Technik. In diesem Bereich gibt es wohl die meisten Fragezeichen vor den Augen. Ich muss zugeben, dass ich auch viel probiert habe und teilweise auch etwas nachträglich einbauen musste, um auf die entsprechenden Temperaturen zu kommen. Generell sollte man ein Temperaturgefälle im Terrarium erzeugen. Das heißt, dass es auf der einen Seite des Terrariums wärmer ist als auf der anderen. Als Richtwert zum Klima im Terrarium kann man sagen, dass in den Monaten Februar bis Oktober tagsüber ca. 32 – 35°C im warmen Bereich und ca. 26 – 28°C im kühleren Bereich mit einer Luftfeuchtigkeit von 50 – 70% angestrebt werden sollten. Nachts hingegen soll die Temperatur jeweils um ca. 2 – 4°C abfallen und die Luftfeuchtigkeit auf ca. 70 – 80% steigen. In den Monaten November bis Januar ist es etwas kühler und es sollten ca. 28 – 30°C bzw. 24 – 26°C mit 60 – 70% Luftfeuchtigkeit tagsüber und nachts wieder 2 – 4°C kühler mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 – 90% herrschen. Diese Angaben stammen aus einer Lektüre und es kann davon auch mal abweichen, weil selbst in den Herkunftsländern das Klima schwankt und dies einer gesunden Schlange nicht schaden wird. Um die Temperaturen zu erreichen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Heizquellen sollten immer mit einem Thermostat gesteuert werden und Lampen immer mit einer Keramikfassung und Schutzkorb montiert werden. Dies dient der Temperatursteuerung und dem Schutz des Tieres und schützt vor Brandgefahr!
Ich habe im warmen Bereich eine Bright Sun Jungle Flood mit 70W verbaut, da diese Lampe mit recht wenig Leistung viel Licht und Wärme produziert. Obwohl der Königspython ein dämmerungs- bzw. nachtaktives Reptil ist und somit nicht auf UV-Strahlung zur Vitamin-D3-Produktion angewiesen ist, ist es nicht schlecht dennoch solch eine Lampe zu verwenden. Wenn das Tier doch mal tagsüber unterwegs ist, was wirklich sehr selten passiert, kommen die Farben viel schöner rüber und UV-Licht schadet den Tieren nicht, wenn es nicht zu intensiv ist. Eine Bright Sun Desert wäre dafür schon weniger geeignet. Die Lampen sind in der Anschaffung zwar recht teuer aber die Licht- bzw. Wärmeleistung ist ca. doppelt so hoch, wie mit herkömmlichen Reflektorlampen aus dem Baumarkt. Des Weiteren habe ich in ca. 2/3 des Terrariums ein 50W Heizkabel verlegt, welches zusätzlich die Bodentemperatur erhöht und nachts die Restwärme im Boden darstellt. Dadurch komme ich tagsüber auf eine Lufttemperatur in Bodennähe auf 30 – 33°C. Da Schlangen auch mal graben, sollte das Kabel gut befestigt werden. Außerdem ist nicht jeder Bodengrund für die Verwendung einer Bodenheizung geeignet, da Stauwärme entstehen kann und somit Brandgefahr besteht. Im kühleren Bereich habe ich für die warmen Sommermonate eine 30W Reflektorlampe installiert womit ich auf Temperaturen von 27 – 29°C komme. Als Grundbeleuchtung reichen LED-Leisten, da diese lediglich zur Ausleuchtung und zum Simulieren des Tag- Nacht- Rhythmus dienen. Empfehlen kann ich dabei die Leisten von Müller-Licht mit 4000k. Sind etwas teurer aber Montagematerial ist vorhanden und es sind insgesamt vier Leisten in einem Set welche direkt miteinander oder mit dem beiliegenden Kabeln kombiniert werden können. Für die Nacht habe ich für die Optik Mondlicht-LED’s verbaut. Notwendig sind diese auf keinen Fall aber man kann das Tier besser beobachten ohne mit einer Taschenlampe rum zu fuchteln und augenscheinlich stört es dem Tier in keiner Weise. Die Beleuchtungszeiten steuert man mit einfachen Zeitschaltuhren oder mit Kombigeräten wie z.B. dem Thermo Control Pro2.
Die Leistung der einzelnen Lampen bzw. Heizungen ist natürlich nur ein Beispiel von meinem Terrarium. Diese sind abhängig von Material und Größe des Terrariums und der Umgebungstemperatur am Standort des Terrariums. Daher kann man nicht pauschal sagen, dass es bei jedem so funktioniert und ist separat zu testen. Durch die verbaute Technik komme ich auf Stromkosten von ca. 13€ im Monat für das Terrarium. Um die Luftfeuchtigkeit zu erreichen, sprüht man morgens und abends Wasser ins Terrarium, sodass der Boden feucht ist aber nicht so viel, dass sich das Wasser unter dem Bodensubstrat sammelt. Das wäre dann die perfekte Grundlage für Schimmelbildung! Für die Befeuchtung eignen sich Sprühflaschen aus dem Gartenbereich. Zur Überwachung der Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit eignen sich am besten digitale Thermo- bzw. Hygrometer mit Fernfühler. Dieser Fühler wird an der gewünschten Position angebracht.

Wenn die Häutung der Schlange bevor steht, erkennt man es daran, dass die Augen milchig werden und das Tier in seiner Höhle bleibt. Dann sollte auf eine Fütterung verzichtet werden und die Luftfeuchtigkeit unabhängig von den anzustrebenden Werten erhöht werden. Dieser Vorgang dauert dann einige Tage. Wenn die Augen wieder klar werden, steht die Häutung kurz bevor. Wenn diese dann vollzogen wurde, sollte man das Tier auf Häutungsreste untersuchen und diese mit einem lauwarmen feuchten Handtuch entfernen. Dazu das Tier durch das Handtuch gleiten lassen und ggf. die Hautfetzen von Kopf Richtung Schwanz abstreifen. Häutungsreste sind ein Anzeichen für eine zu trockene Haltung. Man sollte nach der Häutung mindestens zwei Tage bis zur nächsten Fütterung vergehen lassen, damit sich der Königspython von der anstrengenden Häutung erholen kann.

Ein schönes Terrarium mit dem passenden Klima reicht für das Wohlbefinden einer Schlange natürlich nicht aus. Irgendwann müssen diese Tiere auch mal was fressen. Es gibt die Variante der Lebendfütterung, sprich lebende Tiere von der Schlange erbeuten lassen, oder die Variante der Fütterung mit Frostfutter bzw. mit frisch getötetem Futter. Ich mache eine Abwechslung aus Lebendfütterung und Frostfutter. Bei der Verwendung von Frostfutter muss das Tier zuvor aufgetaut werden. Zum Beispiel im Backofen bei 50°C oder das Tier in eine Plastiktüte verpacken und in ein warmes Wasserbad legen. Die Futtertiergröße muss der Größe der Schlange angepasst sein.
Der Abstand der Fütterung richtet sich ein wenig nach dem Tier. Normalerweise ist bei jungen Schlangen bis ca. 6 Monaten eine wöchentliche Fütterung in Ordnung, da diese schnell wachsen. In dieser Zeit bekommen sie kleine Mäuse oder Rattenbabys. Danach bin ich auf ein bis zwei Wochen umgestiegen mit etwas größeren Futtertieren. Das waren dann adulte Mäuse oder kleine Ratten. Eine Regelmäßigkeit bezüglich Lebend- oder Frostfutter und beim zeitlichen Abstand lasse ich nicht aufkommen. Wenn die Schlange ausgewachsen ist, können auch größere Ratten oder mehrere Mäuse verfüttert werden. Bei einem großen Terrarium und wegen der Sicherheit empfiehlt es sich bei der Lebendfütterung eine Futterbox zu verwenden. Die besteht aus einer Kunstoffkiste mit Deckel aus dem Baumarkt. Durchsichtige Flächen sind für die Beobachtung hilfreich. In diese Box lege ich eine Höhle und setze die Schlange dort hinein. Wenn die Schlange sich in die Höhle verkrochen hat, setze ich das Futtertier dazu und dann geht es normalerweise recht zügig, bis die Schlange auf das Futter aufmerksam wird. Dann wird Das Futtertier eine Zeit lang bezüngelt und schließlich erbeutet. Dabei ist unbedingt aufzupassen, dass das Beutetier nicht die Schlange beißt! Die Höhle dient der Sicherheit der Schlange, da der Königspython ein Lauerjäger ist und seine Beute meist aus der Deckung heraus attackiert. Außerdem kann es vorkommen, dass Ratten die Schlange am Schwanz anknabbern. Die Fütterung mit Frostfutter gestaltet sich da etwas einfacher. Das aufgetaute Tier nimmt man am besten mit einer langen Pinzetten und zappelt damit ein wenig vor der Höhle rum bis die Schlange zuschlägt. Wenn das nicht klappt, kann das Futter eine Zeit lang, ggf. über Nacht im Terrarium, liegen gelassen werden. Die Schlange wird das Futter wahrscheinlich dann verschlingen. Wenn das Futtertier nicht gefressen wird, darf es auf keinen Fall wieder eingefroren werden, da ansonsten schädliche Bakterien entstehen können. Sollte ein Königspython mal nicht fressen wollen, muss man nicht besorgt sein. Einfach mal eine Woche warten oder wenn nötig sogar länger und dann erneut versuchen. Die Tiere können lange Zeit ohne Futter auskommen. Allerdings sollte man darauf achten, dass diese nicht abmagern. Das erkennt man daran, wenn man die Rippen durch die Haut sehen kann. Futterverweigerung kann natürlich auch durch Krankheiten entstehen aber zu dem Thema kann ich leider nichts sagen, da ich diesen Fall glücklicherweise noch nicht hatte.

Letztendlich bleibt es jedoch jedem selbst überlassen, wie man sein Tier hält aber ich habe mit dieser Haltung bislang gute Erfahrungen gemacht und ich hoffe, dass ich einige Fragen bezüglich der Haltung von Königspython klären konnte und würde mich über Feedback und Anregungen freuen.

Benutzeravatar
Jensli
Gesperrter Account
Beiträge: 667
Registriert: Fr Jul 17, 2015 15:12

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Jensli » Sa Jul 01, 2017 10:15

Zunächst mal Danke für deine Mühe, uns Foren-User an deinen bisherigen Erfahrungen teilhaben zu lassen. ;-)
ich habe es gerne gelesen, muss aber zugeben, dass mein erster Gedanke beim Lesen der Überschrift war: "Ach Nö, nicht noch einen."
Natürlich wäre ein Haltungsbericht über eine selten gehaltene Art wesentlich wünschenswerter, aber nun gut, ein Forum ist leider kein Wunschkonzert.
Als du auf die Literatur zu sprechen kamst, hätte ich mir gewünscht, dass du nicht um den heißen Brei herum redest, sondern ganz klar die von dir mehr oder weniger präferierten Bücher beim Namen nennst (Titel + Autor).
Der große Mittel(Technik-)teil hat mich dann weniger interessiert, hier muss ich ganz klar sagen, wären einige gute Fotos zur Auflockerung angebracht gewesen. Überhaupt wirkt so eine Buchstabenwüste ohne jedes Bild eher abschreckend und gar nicht einladend. Vermutlich nutzen inzwischen die meisten User ein Tablet, Notebook oder sogar das Smartphone, um schnell mal ins Forum zu schauen und dann ist so ein langer, völlig bildloser Text doch sehr ermüdend.

Verwundert den Kopf schütteln musste ich bei deinen Fütterungsmethoden. Frostfutter im Backofen auftauen? Heiße Wasserbäder? Manchmal frage ich mich, wie es manche überhaupt schaffen, ihre Schnürsenkel zu binden. Ich nehme am Vorabend die von mir benötigten Frostmäuse aus dem Eisfach, lege diese dann in den Kühlschrank, wo sie bis zum Morgen schonend (Vitamine!) auftauen. Vor dem Frühstück stelle ich sie dann auf das Wärmeblech vom Kühlschrank, wo sie von der Abluft des Kühlschranks innerhalb von zwei Stunden auf 25°C aufwärmen. Dann kann ich sie wunderbar verfüttern. Jede Hausfrau taut so ein Huhn, Schnitzel, oder den Lachs für den nächsten Tag auf, nur Schlangenhalter machen daraus eine Raketenwissenschaft. :roll:

Gänzlich unverständlich finde ich diesen Absatz: Dabei ist unbedingt aufzupassen, dass das Beutetier nicht die Schlange beißt! (...) Außerdem kann es vorkommen, dass Ratten die Schlange am Schwanz anknabbern. Die Fütterung mit Frostfutter gestaltet sich da etwas einfacher.

Warum fütterst du dann überhaupt Lebend, wenn du selbst merkst, welche Nachteile es mit sich bringt? Sei doch froh, dass dein Tier Frostfutter akzeptiert und nutze das aus. Es ist bequemer für dich und unproblematischer für deine Schlange und letztendlich wahrscheinlich auch für das Futtertier!

Weiter im Text: Sollte ein Königspython mal nicht fressen wollen, muss man nicht besorgt sein. Einfach mal eine Woche warten oder wenn nötig sogar länger und dann erneut versuchen. Die Tiere können lange Zeit ohne Futter auskommen.

Einem Anfänger hilfst du damit überhaupt nicht. Was bedeutet wenn nötig sogar länger oder können lange Zeit ohne Futter auskommen denn nun konkret? Das Forum ist voll von verzweifelten Anfängern: Mein Köpy frisst seit drei Wochen nichts.
Für die sind drei Wochen schon eine Ewigkeit.
Die Dionenatter: http://www.dionenatter.de

Schwenner
Mitglied
Beiträge: 9
Registriert: Di Dez 20, 2016 8:20
Wohnort: Kiel

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Schwenner » Sa Jul 01, 2017 13:55

Hallo! Vielen Dank für die Antwort :-)
Das mit den Bildern habe ich mir auch gedacht aber irgendwie habe ich die nicht hier rein bekommen... vielleicht kann mir jemand erklären, wie das geht und welche Größe die Bilder maximal haben dürfen.

Bezüglich der Literatur wollte ich keine Titel nennen, weil das eventuell wieder Diskussionen hervor ruft, weil es da auch die unterschiedlichsten Meinungen gibt.

Also da ich nicht der Typ bin, der ein totes Tier über Nacht auftauen möchte und es auch nicht irgendwo rumliegen haben möchte, mache ich es aufgrund der Zeit im Backofen oder eben im Wasserbad... geht dann etwas schneller ;-) Außerdem ist ein totes Futtertier welches warm ist deutlich interessanter für eine Schlange als so ein kühles etwas. Meine Meinung und meine Schlange packt das tote Futtertier sogar und würgt es, wenn es warm ist. Bezüglich der Vitame bin ich der Auffassung, dass durch das einfrieren schon das Meiste kaputt geht.

Warum ich überhaupt lebende Tiere füttere liegt daran, dass das Tier dadurch viel mehr den Jagdinstinkt ausüben kann.

Das mit den "mal ne Woche warten und dann erneut versuchen zu füttern" habe ich mit rein genommen, um überhaupt das mal erwähnt zu haben, dass so etwas mal vorkommen kann.


Ich hoffe, dass du meine Meinung dazu verstehen kannst :-) freut mich aber sehr ein Feedback erhalten zu haben. War mein erster Bericht dieser Art in einem Forum und es gibt immer Verbesserungen... bin ja auch immernoch Anfänger :-P

Beste Grüße!

Benutzeravatar
Jensli
Gesperrter Account
Beiträge: 667
Registriert: Fr Jul 17, 2015 15:12

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Jensli » Sa Jul 01, 2017 16:25

Schwenner hat geschrieben: Das mit den Bildern habe ich mir auch gedacht aber irgendwie habe ich die nicht hier rein bekommen... vielleicht kann mir jemand erklären, wie das geht und welche Größe die Bilder maximal haben dürfen.
Du musst dein Bild auf einer Upload-Seite hochladen und dann hier verlinken. Das ist ganz einfach. Klicke hier: http://www.directupload.net/
lade ein Bild hoch, kopiere dann den Link im Kästchen Bild in Originalgröße hier rein. Das wiederholst du für alle Fotos. Die Fotos werden dann direkt im Forum angezeigt. Vorher überprüfst du deinen Post mit der Vorschautaste, ob alles gut aussieht.

Als Größe verwende ich fürs Internet immer 900 Pixel horizontale Kantenlänge, damit fährt man optimal (auch für facebook, z.B.)
Schwenner hat geschrieben:
Bezüglich der Literatur wollte ich keine Titel nennen, weil das eventuell wieder Diskussionen hervor ruft, weil es da auch die unterschiedlichsten Meinungen gibt.
Äh, Hallo? Das ist hier IST ein Diskussionsforum, genau um den Austausch unterschiedlicher Meinung geht es hier!
Schwenner hat geschrieben: Also da ich nicht der Typ bin, der ein totes Tier über Nacht auftauen möchte und es auch nicht irgendwo rumliegen haben möchte, mache ich es aufgrund der Zeit im Backofen oder eben im Wasserbad... geht dann etwas schneller ;-)
Was hat das mit dem individuellen Typ zu tun? Bist du Düsseldorfer? Wir reden hier nicht über Herrenmodeacessoirs, sondern über Schlangenhaltung. Auch liegen bei mir keine toten Tiere "irgendwo rum", sondern die befinden sich in einer gelben, verschlossenen Plastikdose in meinem Kühlschrank. :-o

Ja eben - dieses etwas schneller wirkt zerstörerisch auf die Vitamine.
Schwenner hat geschrieben: Bezüglich der Vitame bin ich der Auffassung, dass durch das einfrieren schon das Meiste kaputt geht.
Leider ersetzt eine "Auffassung" keine Fakten. Eine Einstellung, die heute leider sehr verbreitet ist. Jeder hat eine Meinung, aber niemand Ahnung.
Um es abzukürzen: deine Vermutung ist falsch. http://www.hek.de/gesund-fit/ernaehrung ... lkost.html
Schwenner hat geschrieben: Warum ich überhaupt lebende Tiere füttere liegt daran, dass das Tier dadurch viel mehr den Jagdinstinkt ausüben kann.
Auch das ist ein Irrtum. Terrarium auf, Maus rein. Lebendige Maus läuft von selbst umher, tote Maus wird mit Pinzette bewegt. Schlange nimmt Witterung auf, folgt züngelnd der Duftspur, schnappt sich die Maus: eine lebendige schneller, weil man deren Weg nicht so gut steuern kann, wie die tote Maus vorne an der Futterpinzette. Und wo kann jetzt die Schlange bei meiner Frostmaus ihren Instinkt weniger ausleben?
Die Dionenatter: http://www.dionenatter.de

Schwenner
Mitglied
Beiträge: 9
Registriert: Di Dez 20, 2016 8:20
Wohnort: Kiel

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Schwenner » Sa Jul 01, 2017 17:00

Danke für die Hilfe mit den Bildern. Werde ich beim nächsten mal ausprobieren.

Um die Frage der Literatur zu klären. Ich habe mir das Buch "Python Regius" von Thomas Kölpin und "Der Königspython" von Andreas Kirschner zugelegt und finde das erste von den beiden besser, da dort von allem etwas drin ist. Bilder vom Lebensraum, ein paar Morphen, Grundlagen der Zucht aber was ich am Besten finde, ist der Teil vom Klima im Herkunftsgebiet. Da sind unter anderem Diagramme vom Jahresverlauf von Temperatur und Niederschlagsmenge dargestellt, die doch recht unterschiedlich sind. Außerdem wird auch auf Krankheiten und deren mögliche Ursache eingegangen.


Um das Thema Futter auftauen zu beenden möchte ich erwähnen, dass ich von lauwarmen Wasser und 50°C im Backofen gesprochen habe und nicht von z.B. Heiße Wasserbäder... Bei den Temperaturen sollte nicht sonderlich viel an Vitaminen verloren gehen. Vielen Dank aber für den Link bezüglich Vitamine in Tk-Ware.

Und wie würdest du es machen, wenn deine Schlange anfangs Interesse an einer toten, warmen, an einer Pinzette zappelnden Maus/Ratte zeigt, sich nach 15-20 Minuten wieder in die Höhle verkriecht und anschließend lieber ganz gemütlich eine lauwarme herumliegende Maus/Ratte einfach herunterschlingt? Mal klappt es mit dem zappeln aber meistens leider nicht, zumindest ist es bei meiner so.

Benutzeravatar
peregrinus
Mitglied
Beiträge: 596
Registriert: Fr Aug 16, 2013 23:52

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von peregrinus » Mo Jul 03, 2017 12:11

Hallo,
Schwenner hat geschrieben: Um die Frage der Literatur zu klären. Ich habe mir das Buch "Python Regius" von Thomas Kölpin und "Der Königspython" von Andreas Kirschner zugelegt und finde das erste von den beiden besser, da dort von allem etwas drin ist
Ich habe mir auch als erstes den Kölpin gekauft und dann "Python regius - das Kompendium" von Kevin McCurley. Mir gefiel auch der Kölpin besser, aber ich denke, sofern man Anfängern ein Buch in die Hand gibt, das die wichtigsten Infos zu Kauf, Pflege und Krankheiten enthält - und das decken diese Bücher alle ab - macht man alles richtig. Dort steht eigentlich auch die Fütterungsproblematik erläutert und vor allem typische Krankheiten. Würden alle Halter sich die Lektüre eines dieser Bücher zu Herzen nehmen, könnte man wahrscheinlich den Königspython-Abschnitt dieses Forums hier schließen. ;-)
Schwenner hat geschrieben: Um das Thema Futter auftauen zu beenden möchte ich erwähnen, dass ich von lauwarmen Wasser und 50°C im Backofen gesprochen habe und nicht von z.B. Heiße Wasserbäder [...]Und wie würdest du es machen, wenn deine Schlange anfangs Interesse an einer toten, warmen, an einer Pinzette zappelnden Maus/Ratte zeigt, sich nach 15-20 Minuten wieder in die Höhle verkriecht und anschließend lieber ganz gemütlich eine lauwarme herumliegende Maus/Ratte einfach herunterschlingt?
Die Backofen-Methode finde ich völlig ungeeignet, da kommen viele Frendgerüche dazu und die aufgewendete Wärme ist Verschwendung.
Ich überlege mir das mit dem Füttern auch meist spontan und stecke meine Ratten dann in einen Plastikbeutel, diesen dann im handwarmes Wasser und lasse das Futter 1-2 Stunden auftauen. Direkt vor dem Füttern bringe ich das Wasser noch mal auf gut 40°C, denn kältere Tiere interessieren meine Schlange gar nicht, und tüdele dann auch mit ihm durchs Terrarium, aber nicht ausufernd lange, sonst wird es der Schlange zu blöd. Es liegt auch nicht in der Natur des Pythons, seine Beute länger zu verfolgen, weil das zu viel Energie kostet - Könige sind Lauerjäger, das einzige, was die über längere Strecken verfolgen, sind Weibchen ;-) . Gib ihm das Futtertier einfach früher. Damit die Schlange ein "Jagderlebnis" hatte, musst du kein Theater in 3 Akten aufführen.

Schwenner
Mitglied
Beiträge: 9
Registriert: Di Dez 20, 2016 8:20
Wohnort: Kiel

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Schwenner » Mo Jul 03, 2017 15:26

Das mit dem Backofen ist auch nur eine Alternative zum handwarmen Wasserbad in einer Plastiktüte ;-) So wie du es mit der Tüte beschrieben hast, mache ich es auch, nur dass ich kurz vorm verfüttern die Maus mit nem Föhn nochmals aufwärme. Klappt super :lol:

Was meist du mit Theater in drei Akten? :-?

Benutzeravatar
peregrinus
Mitglied
Beiträge: 596
Registriert: Fr Aug 16, 2013 23:52

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von peregrinus » Mo Jul 03, 2017 23:58

Du schriebst, dass du 15-20 Minuten die Schlange durchs Terrarium zu locken versuchst. Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass das sehr viel Zeit für eine Fütterung ist, denn wie gesagt ist der König ein dicker Python und kein Wolf, der seine Beute stundenlang verfolgt.

Benutzeravatar
Jensli
Gesperrter Account
Beiträge: 667
Registriert: Fr Jul 17, 2015 15:12

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Jensli » Di Jul 04, 2017 8:12

Und wo bleiben eigentlich die Fotos? Bekommst du es immer noch nicht hin?
Die Dionenatter: http://www.dionenatter.de

Schwenner
Mitglied
Beiträge: 9
Registriert: Di Dez 20, 2016 8:20
Wohnort: Kiel

Re: Haltungsbericht von Königspython im Terrarium

Beitrag von Schwenner » Di Jul 04, 2017 9:32

peregrinus hat geschrieben:Du schriebst, dass du 15-20 Minuten die Schlange durchs Terrarium zu locken versuchst. Ich wollte damit nur verdeutlichen, dass das sehr viel Zeit für eine Fütterung ist, denn wie gesagt ist der König ein dicker Python und kein Wolf, der seine Beute stundenlang verfolgt.

Achso ja jetzt verstehe ich es ;-) Ich mach das in der Nähe von der Höhle, wo der Python drin steckt. Dass er nicht durch Terra hinterher wandert ist mir klar :) er kommt halt ein bisschen raus zum "schnuppern" und manchmal verkriecht er sich wieder und wartet lieber ab. Hab mich etwas blöd ausgedrückt. Wollte nicht sagen, dass ich ihn quer durchs terra locken will :D
Zuletzt geändert von Schwenner am Di Jul 04, 2017 9:38, insgesamt 1-mal geändert.

Antworten