Risiko bei Würgeschlangen

Diskussionen zur Haltung von Boas und Pythons.

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zemmerle
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Risiko bei Würgeschlangen

Beitrag von zemmerle » Fr Mär 02, 2018 23:09

Hallo,
ich habe eine ungewöhnliche Frage in diesem Forum.
Meine 12 jährige Tochter fährt zum Schüleraustausch und es hat sich herausgestellt, dass die 5 köpfige Familie in Frankreich in einer 4 Zimmerwohnung neben Hunden, einer Katze, Kaninchen, Schildkröte ... noch 3 Schlangen hält. Zwei Schlangen sind laut den Angeben der Austauschschülerein klein, so um die 2 Meter. Bei der dritten Schlange handelt es sich um eine Python die viel größer ist als die anderen Schlangen. Welcher Art von Python wusste sie nicht. Die Schlangen befinden sich in Terrarien im Wohnzimmer und sind abgeschlossen.

Nun hat uns ein Bekannter erzählt, dass er einen Bericht im Fernsehen gesehen hat mit folgenden Informationen. Angeblich riechen Schlangen wenn fremde Menschen in der Wohnung sind und können dadurch gestresst werden. Weiter könnten die Schlangen den Geruch meiner Tochter für Beute halten (wir haben einen Hund). Außerdem hätte eine Python viel Kraft und könne aus dem Terrarium ausbrechen und unsere Tochter nachts oder auch tagsüber erwürgen. Außerdem seien Schlangen Salmonellen Träger und die Salmonellen könnten über die Luft auf den Menschen übertragen werden.

Nun sind wir etwas beunruhigt und ich dachte ich Frage mal bei den Fachmännern und Frauen nach. Für Anworten wäre ich dankbar.

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Ixorfs
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Re: Risiko bei Würgeschlangen

Beitrag von Ixorfs » Sa Mär 03, 2018 0:31

Zu den Bedenken, dass das Tier ausbrechen könnte und die Tochter erwürgen könnte, lässt sich ohne vor Ort zu sein und die Anlage zu begutachten nichts sagen. Grundsätzlich kann ein großer Tiger- oder Felsenpython durchaus gefährlich für Menschen und Kinder sein, dennoch stehen Menschen grundsätzlich nicht auf deren Speiseplan. Da die Schlangen dauerhaft mit Hunden zusammenleben, gehe ich davon aus, dass der Hundegeruch am Mädchen nicht für einen zusätzlichen Futterimpuls sorgt. Bezüglich der Salmonellen muss ich allerdings passen...
Ob eine Gefahr von den Tieren ausgeht kann ich allerdings nicht abschätzen, da ich weder die Anlage noch die Halter und deren Urteilsvermögen sowie Verantwortungsbewusstsein kenne.
Gruß

Thorben

xVicousx
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Re: Risiko bei Würgeschlangen

Beitrag von xVicousx » Sa Mär 03, 2018 11:19

Also jetzt mal ganz langsam mit den jungen Pferden...
1. Ja größere Pythons KÖNNTEN zb einen schlafenden Menschen erdrosseln, allerdings bezweifele ich dass die Tiere Türklinken betätigen können und dann vom Wohnzimmer in die Schlafräume kriechen. ;-) Desweiteren ist es höchst unwahrscheinlich dass eine SChlange ein TIer reisst welches zu groß ist.
2. Salmonellen werden Fäkal-Oral übertragen, solange ihre Tochter sich nach dem anfassen der Schlange die Hände wäscht ist also alles gut, WENN die Schlange überhaupt Salmonellenträger ist. Dass sich diese Bakterien durch die Luft verbreiten ist schlicht falsch!

Also alles gut :) Freuen sie sich lieber dass ihre Tochter zusätzlich zur interkulturellen und sprachlichen Erfahrung auch noch die Erfahrung machen kann solch schöne Tiere aus nächster Nähe zu beobachten.

Liebe Grüße

xVicousx
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Re: Risiko bei Würgeschlangen

Beitrag von xVicousx » Sa Mär 03, 2018 12:04

Zu den Salmonellen hier auch ein Link vom Bundesverband deutscher Internisten:

https://www.internisten-im-netz.de/kran ... lmonellen/

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Claus
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Re: Risiko bei Würgeschlangen

Beitrag von Claus » Sa Mär 03, 2018 12:56

Hallo,
ein Bekannter von mir hat einen Film gesehen, in dem ein Hund ein Kind angefallen hat...;-)
Sie wissen was ich meine?!

Sie selbst haben einen Hund und befürchten diesbezüglich absolut nichts für Ihr Kind, obwohl es viele belegte Fälle
gibt, die dokumentieren, dass Kinder (und natürlich auch Erwachsene) von Hunden angefallen wurden und verletzt
oder gar zu Tode gebracht wurden. Warum fürchten Sie so viel mehr diese Riesenschlange denn Ihren Hund oder gar
den der gastgebenden Familie? Ganz einfach, weil Sie Hunde kennen, den Umgang mit diesen gewohnt sind und sie
dementsprechend einschätzen können und auch wissen, dass es im Verhältnis zu sonstigen Gefahren (z.B. Straßenverkehr)
eine eher zu vernachlässigende ist.

Bei Schlangen ist es ganz anders. Durch ihr schlechtes Image, bedingt durch Kulturen, Aberglauben und Nichtwissen,
werden diese Wesen schon vorab als suspect und lebensbedrohlich angesehen und auch so durch die Presse vermarktet.
Vergleicht man allerdings die tatsächlichen Risiken, die von solchen Tieren in Terrarienhaltung ausgehen mit anderen
Risiken, die tagtäglich durch das Dasein an sich entstehen, so sind diese als verschwindend zu erachten.
Wenn man realistische Vergleiche anstellen möchte, so sollte man viel eher Angst davor haben, dass etwas dadurch
passiert, dass man täglich am Straßenverkehr/Reiseverkehr teilnimmt.

Natürlich sollte man auch die schlimmste aller Gefahren nicht vergessen, nämlich die, dass einem der Himmel auf
den Kopf fällt. ;-)

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