abnormale Zeichnung bei Kornnattern

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Mr. Monk
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abnormale Zeichnung bei Kornnattern

Beitrag von Mr. Monk » Fr Nov 23, 2012 22:53

Hallo zusammen,

ich habe mir heute die Frage gestellt, ob man bei äußeren "Missbildungen" nicht auch davon ausgehen kann, das einige Organe auch nicht ganz unbeschädigt sind.

Ich bin darauf gekommen, weil meine 14 NZ gut fressen und auch keine besonderen äußerlichen Merkmale aufweisen, bis auf die angesprochene die nur sehr spärlich frisst und eine komische Zeichnung am Kopf aufweist. Außerdem hält sie den Kopf schräg.
Sie wurde zur Sicherheit sofort nach dem schlüpfen isoliert, aber mittlerweile glaube
ich nicht mehr an eine Krankheit und deshalb frage ich jetzt hier.

Wenn schon etwas passiert das die Zeichnung verändert, könnte es dann nicht sein das auch ein Organ ins negative verändert wird?

Ich weiß das es viele Zeichnungsvarianten gibt die keine Probleme machen, aber in meinem Fall ist das doch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Oder?

Schöne Grüße
Pascal
„Wenn du etwas weißt,sage es; wenn nicht, gib dies zu. Das ist wahres Wissen.“

domino
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Beitrag von domino » Fr Nov 23, 2012 23:57

Wenn schon etwas passiert das die Zeichnung verändert, könnte es dann nicht sein das auch ein Organ ins negative verändert wird?
Prinzipiell könnte das möglich sein, aber dann lag schon vorher etwas im Argen! Die Pigmente für die Zeichnung bilden sich erst zum Ende der Embryonalentwicklung aus, so dass zu diesem Zeitpunkt die Organe bereits vorhanden sind und teilweise auch schon funktionieren. Wenn also ein Organschaden vorliegt, dann ist das in einem früheren Stadium der Entwicklung geschehen und solche Defekte können sich natürlich auch negativ auf die Zeichnung bzw. auf die Pigmentbildung auswirken.

Seriva Senkalora
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Beitrag von Seriva Senkalora » Sa Nov 24, 2012 2:43

Bei einem amerikanischen Züchter schlüpfte einmal eine "Piebald" Kornnatter, also ein Tier, das entegegen dem derzeit bekannten "Pied Sided" nicht nur an den Flanken weiße Flecken aufwies sondern auch auf dem Rücken. An genau der farblosen Stelle wies das Tier jedoch gleichzeieit eine massive Deformation der Wirbelsäule auf. Ob das zusammenhing oder nur "dummer Zufall" war kann man bei einem Einzeltier jetzt natürlich nicht sagen, wird aber vermutet. Hier mal ein Video wo es zu sehen ist: http://www.youtube.com/watch?v=gONph1Umslo

Es schlüpfen öfter Tiere mit abnormer Zeichnung, da muss man dann unterscheiden was da passiert. In manchen Fällen ist es wohl gegen Ende der Inkubation mal zu warm geworden, in anderen setzen sich abweichende, aber nicht einfach rezessiv vererbende Zeichnungen der Eltern durch (Aztec, ZigZag und so) und zu guter Letzt gibt es ja auch noch genetische Zeichnungsmutationen. :-)

Die bislang bekannten genetisch reproduzierbaren Zeichnungsmutationen Motley, Striped und Tessera haben aber keinen nachgewiesenen negativen Effekt auf die Tiere - gerade Motley und Striped werden schon seit einigen Generationen gezüchtet, so dass man Nebeneffekte dort mittlerweile bemerkt hätte.

Krumme Rücken, schlecht ausgebildete Organe und andere Missbildungen wie zB fehlende Augen kommen bei allen Farbvarianten und auch bei normalgefärbten Tieren vor - die Ursachen sind dabei meistens in den Inkubationsbedingungen oder einer eventuellen Unterversorgung des Weibchens während der Trächtigkeit zu suchen. Genetische Gründe kann man aber nie ausschließen, weswegen solche Tiere gar nicht erst aufgezogen werden sollten um eine Durchseuchung mit möglicherweise defekte Genen zu vermeiden. (Jaja, ich weiß, es gibt Liebhaber die ein Tier "sein Leben lang" behalten wollen - aber mal ehrlich, die sind leider wirklich in der Unterzahl!) Manchmal ist auch ein ganzes Gelege Murks - hatte ich letztes Jahr. Ob es an den Eltern oder den Inkubationsbedingungen lag weiß ich nicht und kann ich nicht prüfen. Das Männchen habe ich an Amöben verloren und das Weibchen verkauft.

Genetische Missbildungen sind mir auser Scaleless und dem ähnlich schuppenverändernden Micro Pave (Minischuppen und partiell schuppenlos), den sogenannten Short-Tails (Verkürzung der Schwanzwirbelsäule durch ineinandegeschobene Wirbel) und der neurologischen Beeinträchtigung Stargazer bislang keine bekannt - was nicht heißt, dass es sie nicht gibt, über sowas spricht ja kaum einer gern. Wenn die Leute weiter so unbedacht drauflosverpaaren und jeden Kümmerling aus falsch verstandener Tierliebe großpäppeln wird es auch nicht mehr lange dauern bis weitere Erbdefekte auftreten...

LG
Seriva

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Mr. Monk
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Beitrag von Mr. Monk » So Nov 25, 2012 18:43

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für eure Antworten!
domino hat geschrieben: Die Pigmente für die Zeichnung bilden sich erst zum Ende der Embryonalentwicklung aus, so dass zu diesem Zeitpunkt die Organe bereits vorhanden sind und teilweise auch schon funktionieren. Wenn also ein Organschaden vorliegt, dann ist das in einem früheren Stadium der Entwicklung geschehen und solche Defekte können sich natürlich auch negativ auf die Zeichnung bzw. auf die Pigmentbildung auswirken.
Das habe ich gar nicht bedacht! Also ist es genau andersrum, als ich mir das gedacht habe!
Die Organschäden waren also schon vorher und die Zeichnung ist nur Zufall?
Seriva hat geschrieben: Es schlüpfen öfter Tiere mit abnormer Zeichnung, da muss man dann unterscheiden was da passiert. In manchen Fällen ist es wohl gegen Ende der Inkubation mal zu warm geworden, in anderen setzen sich abweichende, aber nicht einfach rezessiv vererbende Zeichnungen der Eltern durch (Aztec, ZigZag und so) und zu guter Letzt gibt es ja auch noch genetische Zeichnungsmutationen.
Mich würde noch interessieren, ob du dir vorstellen kannst, das nur ein Ei die falsche Temperatur abbekommt.
Oder haben die anderen das einfach besser verkraftet?

Schöne Grüße
Pascal
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Seriva Senkalora
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Beitrag von Seriva Senkalora » So Nov 25, 2012 19:06

Also, dass Eier unterschiedlich erwärmt werden ist sogar die Regel. :)

Die oft benutzten Flächenbrüter zB sind oben wärmer als unten, deshalb schlüpfen die Tiere in den oberen Eiern öfters zuerst (eigene Beobachtung, nicht repräsentativ). Mitten im Eiklumpen verstecke Eier werden auch anders erwärmt und die im Substrat vergrabenen unteren Eier nochmal anders. Dann ist das Heizkabel im Deckel der Flächenbrüter ja nicht vollflächig, so dass die Eier die direkt unter dem Kabel liegen anders betrahlt werden als Eier die daneben liegen, usw. In "Umluftbrütern" gilt analog etwas ähnliches, äußere Eier kriegen mehr ab als die mittigeren oder im Substrat liegenden.

Dann kommen individuelle Entwicklungen dazu, jedes Tier ist da anders.

Hatte mal eine Gelege gegrillt, die untersten drei Eier schafften es, ein weiteres etwas höher liegendes starb bei dem Versuch, alle anderen waren tot in unterschiedlichen Pigmentierungsstadien.

Was bei Deinem Gelege schuld war wäre müßig erörtern zu wollen, da man es nie ganz erfahren kann. Es ist durchaus möglich, dass da schon bei der Befruchtung was schiefging und es sich von Anfang an trotz richtiger Temperaturen falsch entwickelt hat. Oder dass es zu einem besonders kritischen Punkt falsche Temperaturen bekam und die anderen diesen Punkt noch nicht erreicht oder überschritten hatten und das deshalb "besser weggesteckt" haben.

Allerdings glaube ich, dass man schon richtig was falsch machen muss um temperaturbedingt "Krüppel" zu erzeugen. Viele Leute inkubieren mit Nachtabsenkung auf 25C und es schadet den Eiern nicht. Andersrum scheint es bei hohen Temperaturen der Fall zu sein. Bei meinem leider gegrillten Gelege reichten drei Tage über 31C für das Absterben aus,, während einem anderen Gelege in einem anderen Jahr sogar ein Umzug während der Inkubation überhaupt nix ausgemacht hat.

Es sind einfach zuviele Faktoren die an sowas schuld sein können und ich pers. glaube eher, dass die Defekte Deines Tieres und die Zeichnung nicht in direktem Zusammenhang stehen und auf keinen Fall die Zeichnung die Organschäden hervorruft.

LG
Seriva
!
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