Schuppenlose Zuchtformen

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peregrinus
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Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von peregrinus » Sa Feb 17, 2018 15:32

Hallo Grube,

gerade habe ich mich wieder mit dem schuppenlosen Königspython beschäftigt, dem Morph, den man "Scaleless" nennt. Dabei habe ich gelesen, dass das "scaleless" auch bei anderen Arten wie Kornnattern auftaucht. Gerade bommt auch eine Variante beim regius, die "scaleless head" heißt.

Was mich sehr aufwühlt, ist dass ich im englischen Netz darüber überhaupt nichts negatives finde. Alle Artikel sind alles andere als seriös, und wenn es um Krankheiten oder Nachteile geht, heißt es, "scientists said" und alles wäre ganz toll, keine Austrocknung, keine Einschränkung, keine Orientierungsprobleme bei Arten mit Gruben.

Das ist doch Quark, oder? Hat jemand dazu eine echte Einschätzung, wie Schlangen durch das Fehlen ihrer Schuppen beeinträchtigt werden? Beudetet das nicht auch, dass die Augen keine Brille haben? Wenn man ohne Schuppen so super klar käme, warum machen sich Squamata dann die "Mühe", welche zu bilden?

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Hummel128
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von Hummel128 » Mo Feb 19, 2018 9:52

Ich habe von scaleless Tieren (bzw. Schlangen) zum ersten Mal in einer Folge Reptil TV gehört.
Bei mir war/ist es genau umgekehrt, da wurden Kornnattern gezeigt, dass es das jetzt aber auch bei P. regius gibt, ist mir wieder total neu.
Bei Bartagamen gibt es doch aber auch diese leatherbacks, oder wie die heißen? Die haben doch auch keine Schuppen mehr...

Ich finde diesen ganzen Farbmorph-Wahnsinn ja schon lange ziemlich bescheuert und das das eben nicht alles so easy peasy und total toll ist, zeigt ja allein das Thema wobbeln beim P.regius.
Ob diese schuppenlose Tiere nun gesundheitlich eingeschränkt sind, kann ich natürlich nicht beurteilen, ich halte keines solcher Tiere und möchte es auch ehrlich gesagt gar nicht. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das so total unproblematisch ist, wie einem irgendwer vor machen will. Die Natur hat es so gewollt das diese Tiere Schuppen haben und das sicher nicht vollkommen grundlos, also sollte man sie auch so belassen.
Mir ist auch vollkommen schleierhaft was einen auf den Gedanken kommen lässt Reptilien ohne Schuppen haben zu wollen.
LG Anke

Volker Ebensberger
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von Volker Ebensberger » Mo Feb 19, 2018 10:44

Bei Schlangen habe ich noch nichts negatives gehört, muss aber dazu sagen das ich mich noch nicht ernsthaft damit beschäftigt habe.
Lediglich bei Echsen die UV Beleuchtung brauchen habe ich gehört das es Probleme mit Sonnenbrand gibt
Gruß Volker
(Mitglied des DGHT und DV-TH)

Ich grüße jeden der mich mag und der, der mich nicht mag kann mich gern haben

Andreas Hohmeister
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von Andreas Hohmeister » Mo Feb 19, 2018 11:33

Sofern die Ventralia fehlen oder nicht richtig ausgebildet sind wird das Tier erhebliche Probleme beim Kriechen, besonders aber beim Klettern haben. Fällt für mich eindeutig unter den Begriff "Qualzucht". Mit den Augen hat das aber nix zu tun.

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Claus
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von Claus » Mo Feb 19, 2018 17:09

Die Geister die ich rief! :-(
Ja, so ergeht es wohl jeder Tierart, die die Aufmerksamkeit des Menschen erregt und sich im Hobbykreis etabliert hat.
Angefangen hat es wohl mit den Hunden, die früher durch ihren vorgesehenen Gebrauch einige Deformierungen und Anpassungen erfahren haben. Da waren allerdings die Beweggründe für diese Zuchtauswahl noch nachvollziehbar (Jagdhunde, Spürhunde, etc.).
Aber recht früh fanden sich in diesem Züchterkreis die Leute ein, denen es in erster Linie um "Design" am Tier ging, denn um eine sinvolle Zuchtausrichtung. So endete z.B. der früher als gesunder, stabiler Gebrauchshund angesehene Deutsche Schäferhund als Krüppelzucht mit Hüftdysplasie, oder man denke nur an die Mops-Qualzuchten, mit denen sich im Moment wieder viel Geld verdienen lässt, weil sie wieder (oder noch) in Mode sind.
Ähnliches geschah/geschieht mit den Katzen. Lange blieb die Katze, als das weniger beachtete und (früher) weniger beliebte Haustier unter den Raubtieren, vor all zu großen Zuchtbemühungen verschont. Sie wurde über viele Jahrzehnte, mit vielleicht Ausnahme der Perserkatze, vor anatomischen und damit lebensbehindernden Zuchteingriffen verschont. Aber auch hier fanden sich, zu guter Letzt, wieder Menschen mit deformierter Psyche, die diese in ihrem Zuchtprojekt Ausdruck verleihen mussten. Es entstanden nicht nur Nacktkatzen (Sphynx), sondern auch Katzen mit deformierten Extremitäten (Dackelkatzen, Kängurukatzen, Bobtailkatzen, etc.). Dass diese durch ihre Andersartigkeit einen besonderes Interesse bei einigen Liebhabern hervorrief und damit den (zweifelhaften) Wert dieser neuen Katzenrassen nach oben trieb, förderte eine schnelle Verbreitung solcher Qualzuchten.
Das gleiche findet man natürlich auch bei anderen Tierarten (z.B. Kaninchen), mit denen sich der Mensch in besonders hingebungsvoller Art und Weise züchterisch beschäftigt hat.

Als Terrarianer sah man sich lange Zeit gefeit, mit solchen "Tierliebhabern" in einen Topf geworfen zu werden. War man doch in seiner ganzen Ausrichtung darauf bedacht, sich ein "Stück Natur" nach Hause zu holen. Die Motivation lag in erster Linie darin, diese "unveränderten Lebensformen" (Amphibien, Reptilien, Insekten, Kleinsäuger) in einem relativ naturgetreu eingerichtetem Terrarium pflegen zu dürfen und dabei Lebensgewohnheiten dieser Tierarten studieren zu dürfen, die man durch Feldbeobachtungen nie hätte machen können.
Dies war zumindest die grundlegende Motivation der Terrarianer des vergangenen Jahrhunderts, in dem Menschen mit diesem Hobby noch eher als Außenseiter oder Sonderlinge betrachtet wurden. Das änderte sich spätestens in dem Augenblick, als in der Gruppe dieser Tierarten einige entdeckt wurden, die sich als passendes Accessoir für die (vorrübergehende) Weltanschauung pubertierender Jugendlicher (Gothic, etc.) zu eignen schienen.
Kurze Zeit später wurde auch der Mainstream darauf aufmerksam, dass es doch einen eigenen Chic hätte, wenn man sich nicht mit gewöhnlichen Hunden, Katzen, Wellensittichen etc. umgibt, sondern mit etwas Exotischem wie Echsen, Schlangen, Spinnen etc.
Spätestens an diesem Punkt wurden dann auch die "Tierdesigner" auf diese Tiergruppen aufmerksam. Man fand auf dem Niveau der eingreifenden Zucht ein noch braches aber lukratives Feld vor, das es zu beackern galt.
Zuerst versuchte man sich an "harmlose" Farbmorphe, die dann auch in einschlägigen Foren (auch in diesem) als unbedenklich verkauft wurden. Mit der Milchmädchenrechnung, dass es sich dabei lediglich um veränderte Erbinformationen bzgl. der Farben handele, die ja keinen Einfluss auf die Lebensqualität und Gesundheit des betroffenen Tieres hätten, wurden alle Bedenken bei Seite gewischt. Dabei wurde natürlich unterschlagen, dass man schon lange die Erkenntnis hatte, dass Gene, die für die Farbwiedergabe verantwortlich sind, sehr wohl auch mit Genen, die für ganz andere Schaltungen in der Körperausbildung verantwortlich sind, interagieren. So war z.B. schon lange bekannt, dass dreifarbige Katzen (rot/schwarz/weiß) fast immer weiblich und weiße Katzen mit blauen Augen fast immer taub sind.
Wo wir hier mittlerweile stehen, ist hier jedem bekannt. Wo es hinführt, kann sich ein jeder, der die Agitationen der einschlägigen Gegner der Exotenhaltung verfolgt, selbst ausmalen. :evil:

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jotpedepunkt
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von jotpedepunkt » Mo Feb 19, 2018 20:02

So endete z.B. der früher als gesunder, stabiler Gebrauchshund angesehene Deutsche Schäferhund als Krüppelzucht mit Hüftdysplasie

Reine Polemik ohne korrekten Hintergrund. Wenn Sie solche Aussagen treffen, zeigt das lediglich, dass Sie nicht wissen, von was Sie da reden.

mfg
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Seppuko
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von Seppuko » Mo Feb 19, 2018 20:10

Hummel128 hat geschrieben:Ich habe von scaleless Tieren (bzw. Schlangen) zum ersten Mal in einer Folge Reptil TV gehört.
Bei mir war/ist es genau umgekehrt, da wurden Kornnattern gezeigt, dass es das jetzt aber auch bei P. regius gibt, ist mir wieder total neu.
Bei Crotalus gibt es das auch, die Viecher sind erstens verdammt hässlich und die Natur hat sich bei der Beschuppung der Tiere sicher was gedacht.

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Claus
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von Claus » Mo Feb 19, 2018 20:14


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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von Tobiaskondaschwanz » Mo Feb 19, 2018 21:16

jotpedepunkt hat geschrieben:So endete z.B. der früher als gesunder, stabiler Gebrauchshund angesehene Deutsche Schäferhund als Krüppelzucht mit Hüftdysplasie

Reine Polemik ohne korrekten Hintergrund. Wenn Sie solche Aussagen treffen, zeigt das lediglich, dass Sie nicht wissen, von was Sie da reden.

mfg
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Das hätte ich dann doch gerne mal erklärt bekommen. Denn ich war bisher immer der selben Meinung wie Claus. Und das nicht nur auf den Schäferhund bezogen.

MfG Tobias

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jotpedepunkt
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Re: Schuppenlose Zuchtformen

Beitrag von jotpedepunkt » Mo Feb 19, 2018 21:18

na, wenn so etwas Ihre einzige Informationsquelle ist..........kein Wunder :roll:

mfg
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