Von wegen "sieht man nie"...

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Jensli
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Re: Von wegen "sieht man nie"...

Beitragvon Jensli » Mi Nov 18, 2015 8:41

Erst mal muss ich mein Lob für peregrinus tolle Fotos nachholen, das habe ich im Eifer des Gefechts ganz vergessen. :-)
Ein wirklich vorbildliches Terrarium und schöne Tiere! Neben der Hobbyherpetologie bin ich ja noch Filmemacher und Fotograf (Hobby-) und bin erfreut, mal "richtige" Fotos statt der sonst üblichen Handy-Bilder zu sehen. Und damit gelingt doch glatt eine elegante Überleitung, denn wo dem eingefleischten Terrarianer das Rack ein Dorn im Auge ist, sind es die Handyfotos bei engagierten Fotografen. :lol: Dabei hat beides seine Daseinsberechtigung, wenn vernünftig und passend eingesetzt. Bei Rackhaltung hat sofort jeder die schrecklichen youtubeclips aus USA vor Augen, wo Riesenschlangen in kleinen Schubladen auf Zeitungspapier mit Hundenapf und Plastikbox ihr Dasein fristen müssen. Das dies abzulehnen ist, darüber herrscht ja wohl hier im Forum Konsens und von dieser pervertierten Form der "Haltung" rede ich gar nicht. Aber zur Jungtieraufzucht kann es bei verantwortungsvollen Haltern eine sehr erfolgreiche Alternative sein, oder zieht hier etwa jemand seine 30cm Schlüpflinge in 80x40x40 auf??
Ich ziehe meine Tiere bis zur Adultgröße ebenfalls in einem Rack auf. Allerdings - und nun kommt der entscheidende Unterschied - meine Racks sind eingerichtet und strukturiert wie ein Terrarium, quasi ein "plattgedrücktes" Terrarium. Und natürlich ist es hell darin und es gibt verschiedene Temperatur- und Rückzugszonen, Äste, Rinde, Pflanzen(wenn auch künstlich), eine Badegelegenheit und natürlich sind die Boxen durchsichtig, so dass ich meine Tiere wie in einem Terrarium beobachten kann und sie mich. Ja, das alles ist möglich, wenn man sich der Sache vorurteilsfrei nähert, gut plant, sich den richtigen Hersteller raussucht, nicht am Geld spart, sich ein wenig Mühe gibt und das Verhalten und die Bedürfnisse der Tiere genau kennt. Und natürlich muss einem klar sein, dass ausschließlich bodenbewohnende Arten in Frage kommen. Wer eine Kletternatter da reinstopft, gehört geprügelt!
Als ich meine Tiere als Babies vom Züchter geholt habe (der sie "vorbildlich" in kleinen Glasterrarien aufzieht), waren sie scheue und nervöse Angstbündel. In meinem Rack haben sie sich innerhalb weniger Wochen in zutrauliche, neugierige, fast schon aufdringliche "Haustiere" verwandelt, die jede meiner Bewegungen von ihren Korkhöhlen aus aufmerksam verfolgen - immer auf einen guten Happen hoffend.
Und zu guter Letzt: großes Sorry fürs offtopic! ;-)
Die Dionenatter: http://www.dionenatter.de

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vampyr
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Re: Von wegen "sieht man nie"...

Beitragvon vampyr » Mi Nov 18, 2015 9:18

peregrinus hat geschrieben:Da muss ich jetzt mal nachfragen: Ich bin ja eher so der Boiden-Fan. Wie verhält es sich denn mit z.B. Epicrates cenchria oder Acrantophis dumerili, weiß jemand, ob man dort durch Strukturierung auch z.B. die Chance auf Sichtbarkeit am Tage hat (klar, keine Aktivität, aber immerhin "sichtbares" Ruhen)?


Mit Boiden habe ich leider so gar keine Erfahrung (obwohl mir diese Tiere sehr gut gefallen), aber vor kurzem wurde hier ein reich bepflanztes Terrarium
für Acrantophis madagascariensis vorgestellt bei welchem die Tiere wie auf dem Präsentierteller lagen.
Zu dem Thread von -ibuts- geht es hier:

http://www.schlangengrube.de/viewtopic.php?f=30&t=46987

Vielleicht setzt Du dich mit -ibuts- einfach mal in Verbindung, er wird Dir sicherlich mehr über das Verhalten seiner Tiere in dem Terrarium sagen können, oder vielleicht meldet er sich hier zu dem Thema einfach auch mal selbst, was natürlich sehr zu begrüßen wäre.

Gruß vampyr
If you can't stand the heat, get out of the kitchen :evil:

Spielverderber
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Re: Von wegen "sieht man nie"...

Beitragvon Spielverderber » Do Nov 19, 2015 15:10

vampyr hat geschrieben:Denn genau hier konnte ich schon recht erfreulich Gegenteiliges in meinen Terrarien beobachten.


Gut, in dem Fall war meine Aussage zu pauschal und somit missverständlich. Ich hätte das konkret auf Arten beziehen müssen, mit denen ich Erfahrungen gesammelt habe, was ich nun nachhole: auf das Verhalten meiner Xenopeltis beispielsweise hatte kein noch so gut strukturiertes Terrarium je Einfluss. Das liegt in diesem Fall aber natürlich auch an der Lebensweise insgesamt. Was die von Dir geschilderten Beobachtungen angeht, sind wir uns sicher alle einig: ein gut strukturiertes Terrarium ist einem Rack immer vorzuziehen. Je besser man die Lebensweise seiner Tiere kennt, desto besser kann man das Terrarium den Ansprüchen entsprechend einrichten und so auch deren Verhalten positiv beeinflussen.

peregrinus hat geschrieben:Wie verhält es sich denn mit z.B. Epicrates cenchria oder Acrantophis dumerili, weiß jemand, ob man dort durch Strukturierung auch z.B. die Chance auf Sichtbarkeit am Tage hat (klar, keine Aktivität, aber immerhin "sichtbares" Ruhen)?


Meine Epicrates c.c. habe ich als strikt nachtaktiv kennengelernt, egal wie deren Terrarien über die Jahre eingerichtet waren. Man kann sie unter Umständen zu einer gewissen Aktivität tagsüber drängen, indem man z.B. Höhlen und Versteckmöglichkeiten in den Temperaturzonen variiert, oder Wärmespots so platziert, daß sie sich dort für den Beobachter sichtbar aufhalten müssen. Doch auch hier sollten die Ansprüche der Tiere an erster Stelle stehen.

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peregrinus
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Re: Von wegen "sieht man nie"...

Beitragvon peregrinus » Mo Aug 01, 2016 18:30

Letzte Woche hat das Terrarium mal wieder seine jährliche Rundum-Säuberung bekommen und mit ihr eine anschließende Neueinrichtung. Vielleicht interpretiere ich das völlig falsch, aber ich glaube, für meinen Königspython ist das das größte Highlight des Jahres ;-) Die Neugierde ist dann unglaublich groß und die ganze nächste Woche ist Tag und Nacht Action im Becken: Alles muss erkundet, beklettert und vor allem umgegraben werden, denn nur jetzt liegt die Erde noch richtig schön locker.

Auch, nachdem die 1kg-Marke überschritten wurde, ist Klettern immer noch ne super Sache und das habe ich mit ein paar Liegebrettern unterstützt, damit er nicht immer herunterfällt, wenn er nicht mehr weiß, wohin als nächstes. Da ich mir dachte, ach, die Kiste ist ja eh aus OSB mit Fliesenmosaik, wollte ich an den Liegebrettern jetzt auch nichts tolles machen, damit sie irgendwie natürlicher aussehen. Sieht man wegen der Standhöhe des Terrariums aber von außen eh nicht.

Bild

Jens der Zweite
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Re: Von wegen "sieht man nie"...

Beitragvon Jens der Zweite » Mo Sep 05, 2016 2:10

Taurinus hat geschrieben:Einer meiner liebsten Schnappschüsse.... Leider finde ich ihn gerade nicht in anständiger Größe....

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Gruß Mario


Oh ja das ist ein super Bild, danke fürs zeigen :)


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