sp. ssp oder sspp.

Diskussionen zur Systematik und Taxonomie von Reptilien, Amphibien und Wirbellosen

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Gast

Beitrag von Gast » Do Jun 24, 2010 14:44

Onkel Andi hat geschrieben: Wichtig ist doch schlussendlich eigentlich nur, dass eigentlisch schon jeder beim anderen weiss, bzw. merken muss, was der meint, kann man sich nicht darauf einigen ?
Nun, darauf wurde sich geeinigt, seitdem Sprache normiert wird.

Proti
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Beitrag von Proti » Do Jun 24, 2010 16:06

Ich finde es toll, das man hier soviele Antworten bekommt, danke.

Ich habe mich bei den empfohlenen Arten umgeschaut, aber mich würde interessieren ob es auch eine Schlangenart gibt die keine Winterruhe benötigt?

lg
Proti

Gast

Beitrag von Gast » Do Jun 24, 2010 16:11

Freilich gibt es diese. Sogar zu Hauf.( ZB tropische Arten)
Allerdings ist es schädlich bei Schlangen aus gemässigten Breiten keine Winterruhe durchzuführen.
Desweiteren muss man allerdings folgendes sehen: Eine Winterruhe durchzuführen ist kein Hexenwerk. Und eine ENtspannung für den Geldbeutel.

domino
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Beitrag von domino » Do Jun 24, 2010 16:32

Hallo,

sorry, dass ich mich einmische, aber
Allerdings ist es schädlich bei Schlangen aus gemässigten Breiten keine Winterruhe durchzuführen.
wieso sollte es schädlich sein, wenn das Tier im Terrarium ganzjährig Temperaturen vorfindet, mit denen es normal thermoregulieren kann. Eine Hibernation findet in der Natur auch nur dann statt, wenn Kosten(Risik)/Nutzen so aus dem Gleichgewicht sind, dass die Kosten zur Erreichung der bevorzugten Körpertemperatur den Nutzen überwiegen.

Viele Grüße,
Wulf
*Section editor, Herpetoculture, Herpetological Review
*Member of the IUCN Boa & Python Specialist Group
*Referenzliste der Pythonidae

Gast

Beitrag von Gast » Do Jun 24, 2010 16:41

Hallo,

ich fühlte mich wirklkich in keinster Weise beleidigt oder angemacht oder sowas in der Art !!!

Ich wollte nur den alten Thread mal wieder auf seinen "Kurs" bringen, weil da ging`s ja nicht um sp. ssp. ssp. sspp. sondern um welche Schlange und so ...

Trotz allem - du hast Recht - Asche auf mein Haupt, Conus ...

Gruss

Andi

PS: @ Mod`s: ev. sollte man Teile der hierhergeschoibenen Antworten auch wieder im alten Thread einfügen ?
Grüsse

M.W.

Beitrag von M.W. » Do Jun 24, 2010 18:28

Hallo Wulf,
domino hat geschrieben:wieso sollte es schädlich sein, wenn das Tier im Terrarium ganzjährig Temperaturen vorfindet, mit denen es normal thermoregulieren kann...
zumindest eine Alterungstheorie beschreibt das Ende eines Menschen als genetisch programmiert. In den Genen soll wohl ein Ende zur Zellteilung so gesetzt sein, daß sie sich nicht unendlich teilen können. Das nennt man die "Stop_Sequenz" auf einem Gen (meine ich mich daran zu erinnern). So gesehen ist die Winterpause lebensverlängernd. Natürlich nur wenn man diese auch auf Tiere übertragen kann aber warum nicht?

Eine weitere nimmt einfach an, daß im Alter bei der Zellteilung aufgrund der (ich sags jetzt mal platt) nicht mehr so glatt und rund ablaufenden Zellteilungsvorgänge, bei der Teilung Fehler entstehen können. Dadurch können Krankheiten usw. entstehen, quasi auch hier wird das Ende des Organismus eingeläutet. Nach meinem Verständnis ist auch hier eine Winterpause eine lebensverlängernde Maßname.

So gesehen ist eine nicht durchgeführte Winterpause, wenn denn der Organismus des betreffenden Tieres grundsätzlich darauf eingerichtet ist, schon schädlich.

Gruß
Matthias

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nexxus
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Beitrag von nexxus » Do Jun 24, 2010 19:07

Hallo M.W.

das ist alles sehr theoretisch.
Es gibt durchaus Versuche bestimmte Gene zu unterdrücken, umso eine "Lebensverlängerung" zu erzielen. ( bei primitiveren Organismen )
Eine Winterruhe dient dem Reptil primär dazu, die kalte Jahreszeit zu überstehen, da es sich nicht selbst thermoregulieren kann.
In unseren breiten Graden haben wir regelm. Winter, wo sich die Reptilien aufgrund der Temperaturen zurückziehen müssen. In noch gleichmäßigeren Breiten ist dieses nicht zwingend notwendig und das beschreibt Domino.
Sind die Temperaturen dort noch hoch genug, werden die Tiere keine Ruhe einleiten. Hallmen beschreibt auch Strumpfbandnattern im Schnee ( Freilandterrarium ), in einer wärmeren Periode.
In Florida kommen kalte Winter vor, müssen aber nicht. Wie sieht es dann mit Populationen von P.guttatus aus? - zwingend jede Winterruhe?

Gruß Nexus
All truths are easy to understand once they are discovered; the point is to discover them.

Gast

Beitrag von Gast » Do Jun 24, 2010 19:56

Lieber HerrSchleip, lieber Fabian:
Bei Tieren, die darauf ausgelegt sind eine Winterruhe zu halten dient die Winterruhe einem Abbau von Ennergiespeichern in Form von Fett in der Leber.
Geschieht dies nicht, sondern wird durch anhaltend Hohe Stoffwechselrate sogar noch Energie angelegt kann dies zu schwerwiegenden metabolischen Problemen führen. Primärliteratur kann ich auf die Quelle nicht zitieren, bei Gelegenheit reiche ich dies nach, eine glaubwürdiger zusammenfassender Artikel ist dieser hier: http://www.exotentierarzt.ch/pdfs/Artik ... he%202.pdf

Gruß
Norbert Pawelczyk

domino
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Beitrag von domino » Do Jun 24, 2010 20:16

Hallo Herr Pawelczyk,

Lieber HerrSchleip, lieber Fabian:
Bei Tieren, die darauf ausgelegt sind eine Winterruhe zu halten dient die Winterruhe einem Abbau von Ennergiespeichern in Form von Fett in der Leber.
das ist durchaus richtig - um ehrlich zu sein, sollte meine Frage auch eher etwas provozieren. Ich gebe aber folgendes zu bedenken: Fettreserver werden in der Natur von Tieren angelegt, wenn sie wissen, dass es kühler wird, und damit eine Futterverknappung einhergeht. Seien es Säugetiere, wie etwas Grislibären, die in guten Zeiten Lachs, also viel Proteine zu sich nehmen und dann einige Monate vor dem Winterschlaf anfangen Hirsche zu reißen um entsprechende Fettreserven aufzubauen, oder aber Schlangen, die zwar selten ihre Beutespektrum jahreszeitenabhängig verändern, aber dennoch Fettreseven bilden. Das ist in der Natur durchaus gut durchdacht und sinnvoll. Unter diesen Umständen gebe ich Ihnen auf vollkommen Recht. Im Terrarium sieht das aber anders aus: Die Tiere erhalten mehr oder weniger regelmäßig und ganzjährig Futter, brauchen sich dafür nicht einmal zu bewegen (was zwar Engergie spart, gleichzeitig aber auch zu einem weiteren Aufbau von Fettreserven führt) und erhalten normalerweise ebenfalls ganzjährig gleichbleibende Temperaturen sowie eine gleichbleibende Photoperiode. Gerade die Photoperiode ist es bei einigen Schlangenarten (z.B. Thamnophis sp.) den Stimulus für die Initiierung der Hibernation darstellt. Durch die verkürzten Tage verlängert sich die Dunkelpoeriode, und damit auch der Melatoninspiegel im Blut. Das löst einen endokrin gestreuerten Mechanismus aus. Die "innere Uhr" schaltet auf Winterzeit...
Werden diese Stimuli nicht gegeben, die Fütterung nicht verändert und auch die Temperatur nicht gesenkt, besteht für das Tier keine Notwendigkeit zu hibernieren. Nach dem Cost-/Benefit-Model von Huey & Slatkin (1982) besteht also garkeine Veranlassung eine Winterruhe einzulegen.

Sicherlich kann man darüber diskutieren, ob Schlangenhalter mit Schlangen aus moderaten Klimazonen nicht mal generell dahingehend ihre Haltungsparameter überdenken sollten.

Ich bin zwar auch der Meinung, dass eine Hibernation der Schlange durchaus gut tun kann, die Physiologie wird es danken, aber dann müssen auch entsprechende Bedingungen vom Halter eingestellt und gehalten werden! Damit meine ich vor allen Dingen die Fütterungszyklen und Menge sollten dann eher der Natur nachempfunden werden.
Geschieht dies nicht, sondern wird durch anhaltend Hohe Stoffwechselrate sogar noch Energie angelegt kann dies zu schwerwiegenden metabolischen Problemen führen. Primärliteratur kann ich auf die Quelle nicht zitieren, bei Gelegenheit reiche ich dies nach...
Dazu besteht keine Notwendigkeit. Ich habe die Literatur selber hier ;-) Es gibt übrigens einige nette Arbeiten darüber, dass wenn Schlangen in relativ kurzen Abständen gefüttert werden, der Stoffwechsel alleine deshalb schon nicht runterregelt. Läßt man das Tier mal etwas länger hungern, fährt der Stoffwechsel runter, und bei manchen Schlangen (z.B. Pythons und Boas) wird auch der gesamte Magen-Darm-Trakt auf ein Minimum runtergeregelt. Auch hier wieder ist zu bedenken, dass in der Terraristik üblicherweise regelmäßig in kürzenen Abständen gefüttert wird.

Viele Grüße,
Wulf Schleip (sollten wir wirklich nach so langer Zeit beim "Sie" bleiben?)
*Section editor, Herpetoculture, Herpetological Review
*Member of the IUCN Boa & Python Specialist Group
*Referenzliste der Pythonidae

Gast

Beitrag von Gast » Do Jun 24, 2010 20:21

Ein Du ist sehr gern angenommen.
Wenn Literatur greifbar ist, ohne grosses Suchen, wäre Sie mir sehr gelegen.

Gruß

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