Verbot der Exotenhaltung, was tun?? Update

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Lif85
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Verbot der Exotenhaltung, was tun?? Update

Beitrag von Lif85 » Mo Okt 15, 2012 2:48

Hier mal ein Update:

Gründung des „Dachverbandes der Tierhalter“

Landau, 03.10.2012.

Der „Tag der Deutschen Einheit“ ist der Gründungstag des „Dachverbandes der Tierhalter“ und könnte auch zum „Tag der Einheit der Tierhalter“ werden.
In den Räumlichkeiten des Reptiliums wurde der „DACHVERBAND DER TIERHALTER“ (DVTH) als Gegengewicht zu Tierrechtsorganisationen, die ein Verbot der Exotenhaltung fordern, gegründet.
Ziel des Verbands ist es, nicht nur über eine fach- und sachgerechte Tierhaltung aufzuklären, sondern auch den Bestrebungen des Gesetzgebers - unter dem Einfluss selbsternannter Tierrechtsorganisationen - entgegenzuwirken, die die exotische Heimtierhaltung immer weiter an den Rand drängen.

Der Dachverband kämpft für die Rechte der Tierhalter und sieht die Tierhaltung als ein Kulturgut des Menschen, das es zu schützen gilt.

Wo einzelne Vereine zu schwach sind, soll der neue Verband in Berlin und Bonn, aber auch in den Ländern, kraftvolle und effektive Lobbyarbeit leisten.
Zum ersten Präsidenten des DVTH e.V. i.G. wurde Michael Haitz gewählt.
Stellvertretende Vorsitzende sind Vertreter aus der Industrie, Zoologischen Einrichtungen und des Handels, namentlich Frank Fricke (Riff Imports), Uwe Wünstel (Reptilium Landau) und Norbert Zajac (ZooZajac).
Die Finanzen werden vom Aquarianer Frank Ringelmann (D.C.G.) verwaltet, als Schriftführer wurde der Redakteur der Schildkrötenzeitschrift Marginata, Hans – Dieter Philippen gewählt.

Als einer seiner ersten und wichtigsten Aufgabenfelder sieht der neue Dachverband die Notwendigkeit, den Belangen der Tierhalter wieder eine Stimme gegenüber Politik und Verwaltung zu geben und dafür zu sorgen, dass die Tierhaltung, insbesondere die Exotenhaltung, in der Gesellschaft wieder positiv wahrgenommen wird.
Darüber hinaus gilt es sich mit Fach- und Sachverstand vehement gegen die absolut unberechtigten und unbegründeten Verbotsforderungen von sogenannten Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen zu stemmen. Dass eine verantwortliche Tierhaltung einer entsprechend umfassenden Sachkunde bedarf, muss in diesem Zusammenhang nicht weiter ausgeführt werden.

MfG

Rufus85/Lif85

www.Exotenhaltung.com

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Manuel Reiss
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Beitrag von Manuel Reiss » Mo Okt 15, 2012 8:46

Grüße,

das klingt alles sehr nobel und ich ziehe den Hut vor eurem Engagement. Aber ganz ehrlich, wir haben die DGHT, wir haben das Serumdepot, um mal die größten zwei zu nennen - dahinter noch viele, kleinere Interessensgruppen und Vereine. Und angeblich bemüht sich jeder der beiden etwas zu reißen und die Interessen der Exotenhalter zu vertreten. Passiert ist bis heute nichts. Die Gesetzeslage ist bis heute reine Willkür der jeweiligen Länder. Was macht euch glauben, dass da nun etwas geändert wird?

Beste Grüße,

Manuel

Recht_und_Ordnung
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Beitrag von Recht_und_Ordnung » Mo Okt 15, 2012 12:23

Je mehr ich drüber nachdenke: Bei all den einzeln gehaltenen Sittichen und Papageien, bei all den Hamstern, Rennmäusen, etc., die in Kleintierkäfigen gehalten werden, obwohl ein Terrarium sinnvoller wäre, bei den Importzahlen bestimmter Amphibien und Reptilien und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dies alles nur zu unserem Vergnügen passiert, bin ich immer mehr FÜR das Verbot.

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Manuel Reiss
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Beitrag von Manuel Reiss » Mo Okt 15, 2012 12:29

Recht_und_Ordnung hat geschrieben:Je mehr ich drüber nachdenke: Bei all den einzeln gehaltenen Sittichen und Papageien, bei all den Hamstern, Rennmäusen, etc., die in Kleintierkäfigen gehalten werden, obwohl ein Terrarium sinnvoller wäre, bei den Importzahlen bestimmter Amphibien und Reptilien und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dies alles nur zu unserem Vergnügen passiert, bin ich immer mehr FÜR das Verbot.
Das ist wieder gutes, deutsches Gedankengut. Bevor wir uns Gedanken um eine differenzierte Lösung machen, welche für Mensch UND Tier die Situation nachhaltig verbessert, verbieten wirs lieber gleich ganz. Dann müssen wir uns nicht mehr damit auseinandersetzen. Und danach gehts gleich weiter zum Klimagipfel, um die Erderwärmung zu reglementieren :lol:

Amüsierte Grüße,

Manuel

Recht_und_Ordnung
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Beitrag von Recht_und_Ordnung » Mo Okt 15, 2012 12:38

Manuel Reiss hat geschrieben: Das ist wieder gutes, deutsches Gedankengut.
?????

Das versuche ich mal zu ignorieren.

Was das Haltungsverbot mit dem Klimawandel zu tun hat sei auch dahin gestellt.

Jedenfalls sehe ich wenige Möglichkeiten zu einer "differenzierten Lösung", die einen hohen, tierfreundlichen Standard in der Exotenhaltung sichert!

Und das ganze Thema ist wirklich total amüsant.

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Manuel Reiss
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Beitrag von Manuel Reiss » Mo Okt 15, 2012 13:02

Recht_und_Ordnung hat geschrieben:
Manuel Reiss hat geschrieben: Das ist wieder gutes, deutsches Gedankengut.
?????

Das versuche ich mal zu ignorieren.

Was das Haltungsverbot mit dem Klimawandel zu tun hat sei auch dahin gestellt.

Jedenfalls sehe ich wenige Möglichkeiten zu einer "differenzierten Lösung", die einen hohen, tierfreundlichen Standard in der Exotenhaltung sichert!

Und das ganze Thema ist wirklich total amüsant.
Was versuchst Du zu ignorieren? Das Wort "deutsches Gedankengut"? Ja, stimmt, das ist ja auch seit Mitte der 40er des letzten Jahrhunderts verboten - wo wir im übrigen wieder beim deutschen Verbots- und Reglementierungswahn wären (auf den auch die Aussage mit dem Klimawandel gemünzt war, aber das nur am Rande).

Es gibt kein anderes Land dieser Erde, welches so schnell nach Verboten schreit wie die BRD. Mann stelle sich mal dass Massaker von Utoya in Deutschland vor. Danach wären Feriencamps, Taucheranzüge und Inseln im Allgemeinen verboten worden. Doch ich schweife ab.

Wie eine differenzierte Lösung mit hohem tierfreundlichen Standart aussieht? Siehe Schweiz. Ich will ein Tier? Gut, dann beantrage ich dessen Haltung beim Amt und stelle einen geeigneten Lebensraum zur Verfügung. Dann kommt das Amt, überprüft diesen und meine Sachkunde und erteilt mir ggf. die Erlaubnis das beantragte Tier anzuschaffen. Mit dieser Prozedur wäre schon vielen Schuhschachtel-Köpys geholfen. Natürlich müsste man es auf jedes Tier, von Hund bis Kaninchen, von Wellensittich bis Netzpython anwenden. In meinen Augen nicht unumsetzbar, gerade nicht in einem System, wo per Sonderausschuss die Krümmung der gemeinen Speisebanane festgelegt wird.

Aber ja, verbieten wir lieber. Ich gehe so weit und fordere ein Verbot von Leben an sich ! Denn wie Ärzte schon lange wissen : Leben kann zum Tode führen und ist demnach als gefährlich einzustufen.

Entschuldigt, ich schreibe mich hier in Rage, aber als liberaler Mensch geht mir diese Bevormundung langsam auf den Sa**.

Manuel

Recht_und_Ordnung
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Beitrag von Recht_und_Ordnung » Mo Okt 15, 2012 13:29

Ich versuche zu ignorieren, dass mir dieses "deutsche Gedankengut" unterstellt wird. Ist das so schwer zu verstehen?



Wenn die Schweizer das so geregelt haben finde ich das toll. Mit welchen Tiergruppen wird dort so verfahren? Auch mit z.B. Vögeln und Kleinsäugern? Wenn nein, taugt die Regelung zumindest für den Tierschutz nichts.

Vorhin warst Du amüsiert, jetzt biste schon in Rage. Wie das wohl weitergeht...

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Manuel Reiss
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Beitrag von Manuel Reiss » Mo Okt 15, 2012 13:36

Recht_und_Ordnung hat geschrieben:Ich versuche zu ignorieren, dass mir dieses "deutsche Gedankengut" unterstellt wird. Ist das so schwer zu verstehen?



Wenn die Schweizer das so geregelt haben finde ich das toll. Mit welchen Tiergruppen wird dort so verfahren? Auch mit z.B. Vögeln und Kleinsäugern? Wenn nein, taugt die Regelung zumindest für den Tierschutz nichts.

Vorhin warst Du amüsiert, jetzt biste schon in Rage. Wie das wohl weitergeht...
Hi,

tja, kontroverse Themen führen zwangsläufig zu kontroversen Gefühlen ;-)

Vielleicht kann zu Deiner Frage ein Schweizer, oder jemand der sich gut damit auskennt, mal näheres erläutern?

Beste Grüße,

Manuel

Recht_und_Ordnung
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Beitrag von Recht_und_Ordnung » Mo Okt 15, 2012 13:48

Habe selbst kurz recherchiert: Bei den Eidgenossen sind nur Haltungen von "Wildtieren" genehmigungspflichtig. Für die alteingesessenen Kuscheltiere wie z.B. Goldhamster und Meerschweinchen (die ja eigentlich auch nur Zuchtformen von Wildtieren sind) gibt das BVET lediglich Vorgaben zur Haltung, die in aller Regel aber nicht kontrolliert werden.

Außerdem finden sich Hinweise, dass die Behörden mit der Umsetzung des neuen Tierschutzgesetzes, vor allem mit Blick auf die private Tierhaltung, stark überfordert sind.

http://www.blick.ch/news/schweiz/durchz ... 56262.html

Morelia_Fan
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Beitrag von Morelia_Fan » Mo Okt 15, 2012 23:56

Recht_und_Ordnung hat geschrieben:Je mehr ich drüber nachdenke: Bei all den einzeln gehaltenen Sittichen und Papageien, bei all den Hamstern, Rennmäusen, etc., die in Kleintierkäfigen gehalten werden, obwohl ein Terrarium sinnvoller wäre, bei den Importzahlen bestimmter Amphibien und Reptilien und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dies alles nur zu unserem Vergnügen passiert, bin ich immer mehr FÜR das Verbot.
Gut, wir verbieten die Haltung jeglicher Exoten, d.h. jegliche Reptilien, alle nicht-einheimischen Vögel, alle nicht-einheimischen Säugetiere.
Wenn du das schon gut findest, dann sag auch was wir mit den Tieren machen sollen die bereits vorhanden sind! DAS ist das Problem, Verbote sind schnell da ... aber wenn mir die Tiere weggenommen werden um sie artgerecht zu töten, weil ich darf sie ja nicht mehr halten und soviele Tiere kann niemand auffangen ... Wo ist dann der TIERSCHUTZ? Nirgends ...

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