Thema für Seminararbeit gesucht

Diskussionen zu sonstigen Bereichen der Herpetologie

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valie
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Beitrag von valie » Sa Sep 21, 2013 13:57

Hey,

wenn du schon bei Futterspezialisten und Fressgewohnheiten bist: Es gibt recht hübsche (aber ich früchte nicht so einfach zu bekommende) Schneckenfresser (aplopeltura), da könnte man bestimmt was draus machen - vielleicht auch in Hinblick auf Evolution/ Anpassung und das ganze drumherum!

Liebe Grüße und viel Erfolg,

Valie

Edit: AHHHH, ich hab sie grade nochmal gegoogelt, die gibt's in Malaysia - hätte ich das vorher gewusst wär ich vor 3 Wochen so lange im Regenwald geblieben bis ich eine gefunden hätte :-o

MaikHSW
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Beitrag von MaikHSW » Sa Sep 21, 2013 17:05

Hey Thomas.
Die Frage ist doch, ob nicht auch Gespräche mit den Haltern und teilweise Beobachtungen reichen.
Natürlich will wohl niemand, dass du dich bei ihm im Keller häuslich einrichtest :-)

Hmm, okay, nicht zu komplex.
Wie wäre es mit der verschiedenen Reizwahrnehmung und daraus resultierenden Reaktion bei WF und NZ?
Du musst dir nur eine Art suchen, wo es beides recht gut gibt und zwei Becken hinstellen.
Dann jeweils ein paar Individuen rein und beobachten was geht.
Das müssen ja nicht mal Schlangen sein, es können doch auch Echsen sein.
Dann kann der Forschungsansatz ja sein, ob es dort allgemein Unterschiede im Verhalten und der Reaktion auf Reize gibt.

Ha, oder das lange umwobene Gerücht, das Schlangen, die gergelt gehändelt werden, zahmer sind als andere.
Wäre doch auch, mit einer gewissen Individuenanzahl durchaus testbar und erforschbar.
Wobei ich da nicht weiß, ob die Tiefe ausreicht.



Gruß

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Thomas L.
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Beitrag von Thomas L. » Mo Sep 23, 2013 15:53

Hallo Valie, hallo Maik,
valie hat geschrieben:Hey,

wenn du schon bei Futterspezialisten und Fressgewohnheiten bist: Es gibt recht hübsche (aber ich früchte nicht so einfach zu bekommende) Schneckenfresser (aplopeltura), da könnte man bestimmt was draus machen - vielleicht auch in Hinblick auf Evolution/ Anpassung und das ganze drumherum!
Danke für die Idee, diese Tiere waren auch eine meiner ersten Ideen wobei ich eher an Sibon, Dipsas oder Pareas gedacht habe. Leider dürfte es hier wie Du schon gesagt hast nahezu unmöglich sein die Tiere oder Kontakt zu einem Halter zu bekommen. Faszinierend sind diese Tiere auf jeden Fall!
MaikHSW hat geschrieben: Die Frage ist doch, ob nicht auch Gespräche mit den Haltern und teilweise Beobachtungen reichen.
Gespräche mit Haltern wären natürlich hilftreich, sind aber als Quelle nicht wirklich verwendbar. Der praktische Teil (z.b Beobachtungen) sollen nach Angabe meines Kursleiters schon recht umfangreich sein, auf die Frage was das genau bedeuten solle meinte er, dass man sich schon ein paar Stunden pro Tag über einige Tage Zeit nehmen soll.
MaikHSW hat geschrieben: Wie wäre es mit der verschiedenen Reizwahrnehmung und daraus resultierenden Reaktion bei WF und NZ ?
Du musst dir nur eine Art suchen, wo es beides recht gut gibt und zwei Becken hinstellen.
Dann jeweils ein paar Individuen rein und beobachten was geht.
Das müssen ja nicht mal Schlangen sein, es können doch auch Echsen sein.
Dann kann der Forschungsansatz ja sein, ob es dort allgemein Unterschiede im Verhalten und der Reaktion auf Reize gibt.
Das klingt gut, da werde ich mich mal einlesen, danke.
MaikHSW hat geschrieben: Ha, oder das lange umwobene Gerücht, das Schlangen, die gergelt gehändelt werden, zahmer sind als andere.
Wäre doch auch, mit einer gewissen Individuenanzahl durchaus testbar und erforschbar.
Wobei ich da nicht weiß, ob die Tiefe ausreicht.
Das wäre mal was für die Küschelschlangenfans :lol: Dafür denke ich dürfte mein Bestand zu klein sein und sooo viele neue Schlangen will und kann ich mir nicht zulegen und bei Bekannten will und darf ich bestimmt auch nicht über Stunden ihre Schlangen durch die Gegend tragen ;-) Außerdem bin ich kein Freund von unnötigem Handling. Des weiternen glaube ich, dass es bei meinen aktuellen Tieren immer einen geben würde der ständiges Hantieren nicht gerne mitmacht: entweder die Schlange oder meine Finger :lol:

So jetzt ist ja schon mal einiges zusammen gekommen, danke schon mal!!

Viele Grüße,
Thomas

krelli
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Beitrag von krelli » Mo Sep 23, 2013 17:00

Wäre doch auch, mit einer gewissen Individuenanzahl durchaus testbar und erforschbar.
Da brauch er aber schon ein paar und bei regelmäßigem Handling von dieser gewissen Anzahl geht schon ordentlich Zeit drauf ;-)

Nebenbei müsste die Individuenanzahl auch bei der WF/NZ Sache ausreichend groß seien. Bei den erwähnten 2 Terrarien mit einem WF un einer NZ wirst du da kein aussagekräftiges Ergebniss bekommen ;-)

MaikHSW
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Beitrag von MaikHSW » Mo Sep 23, 2013 17:06

Hey krelli.
Die Aussagekraft ist ohnehin schwierig.
Im Prinzip kann er nur sich die Informationen von anderen Terrarianern holen als Voranalyse.
Auf dieser Basis kann er dann mit einem Tierbestand (ich hätte mind. 5 Schlangen FZ und mind. 5 NZ genutzt) die Theorien und Beobachtungen bestätigen oder widerlegen.
Sicher sind 10 Schlangen nicht allgemeingültig, aber das ist auch ein Thema für sich.
Denn ab wann wäre es das?
Es wäre schlicht und ergreifend nicht realistisch machbar, das an 100 Tieren zu testen.
Zumal er einen klaren Fokus auf die zu beobachtenden Individuen und den Verweis auf eine willkürlich gewählte Gruppe von je 5 Tieren machen kann.
Da geht es dann eher um die Beobachtung der jeweiligen Tiere und die Herausarbeitung einer gewissen Varianz.
Aber ich denke viel mehr ist einfach nicht leistbar.....



Gruß

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Tequila
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Beitrag von Tequila » Di Sep 24, 2013 8:52

Ich glaube du treibst da etwas zu viel Aufwand. Wenn ich es richtig verstehe, dann ist das doch eine Seminararbeit an der Schule und keine Masterarbeit oder Doktorarbeit.

Ich würde ein Standardthema nehmen, zu dem es viel Literatur gibt und dazu einfache Versuche selbst machen. Passend wäre z.B. das Jacobsonsche Organ oder Sehvermögen bei Schlangen.

Alles andere ist doch arbeitsmäßig in der kurzen Zeit, die man typischerweise für eine Schularbeit hat, nicht gut zu bewältigen.

krelli
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Beitrag von krelli » Di Sep 24, 2013 9:13

Hey

Maik:
Geb dir voll recht eine ausreichende Menge an Tieren zu beobachten wäre bei einer Person und der Tatsache das in Schule/Uni sicher noch andere Sachen zu tuen sind und evtl. auch etwas Freizeit bleiben sollte nicht realisierbar.
Ich weiß halt nur nicht wie streng da der Lehrer ist. Denn mit 10 Tieren ist ein aussagekräftiges Ergebniss schlicht nicht möglich. Hinzu kommt, dass es eh kein pauschales Ergebniss geben wird (bei genug Tieren). Sicher kann man dann am Ende sagen viele WF´s gehen schlechter ans Futter, leben zurückgezogener und reagieren bei Störung aggressiver aber auch da wird es Individuen geben denen du den unterschied zu NZ´s nicht anmerkst und NZ´s, die vom Verhalten her nicht weit von WF´s entfernt sind.

Gleiches gilt für das Handling. Ich habe durchaus von Schlangen gehört die dadurch verringerte Aggressinionen gezeigt haben wobei sie vorher alles getackert haben, was in das Terrarium kam. Habe aber auch erlebt wie Tiere dadurch noch pissiger wurden und wo das Handeln dann nach hinten losgegangen ist. Deswegen finde ich es schwer da überhaupt zu einem Ergebniss zu kommen. Gerade bei 10 Tieren.

Jacobsonsches Organ und Sehvermögen scheiden, wenn ich den TE richtig verstanden habe, auch aus. Darüber gibt es genug Literatur und sie sollen ja wohl was neues machen.

@TE

Hast du mal mit deinem Lehrer gesprochen? Würde ihn da im Zweifellsfalle zu rat ziehen. Nicht das er dir die Arbeit am Ende Zerpflückt. Vielleicht reichen ihm ja auch schon 2 Tiere für den Versuch oder vielleicht stört es ihn nicht, dass es Literatur gibt wenn du deine Versuchen trotzdem unvoreingenommen durchführst.

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sinael
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Beitrag von sinael » Di Sep 24, 2013 11:14

Hallo, ein recht unerforschtes Gebiet ist nach wie vor die Verhaltensbiologie bei Schlangen, speziell wenn es um die Interaktion von Individuen geht.

Du koenntest beispielsweise Grupppenverhalten von Schlangen untersuchen indem Du sie in ein Labyrinth steckst und ausprobierst, ob sie sich in einer Gruppe (z.B. 5 Tiere) anders Verhalten als einzelne Tiere.

Kriechen sie dieselben Wege? Wenn Du z.B. Futtergeruch anbietest, kriechen alle den selben weg?

Oder ein zwei Moeglichkeiten Versuch: Du setzt die Schlangen an eine kuehle Stelle in der Mitte einer länglichen Box und beide Enden sind genau gleich gewärmt (auf die Vorzugstemperatur der Art - siehe Literatur). Gehen die Schlangen in der Gruppe praeferentiell zusammen in die selbe Richtung oder nicht?
Gibt es unterschiede wenn man eine gleichgeschlechtliche Gruppe nimmt, getrennt geschlechtliche Tiere oder eine Mischgruppe?
Jungtiere oder Adulti?
Tageszeitliche unterschiede?


Anders Thema: folgen Schlangen ihren Artgenossen eher als dass sie die eigene Temperatur bevorzugen?
Setze eine Schlange in oben genannten Versuchsaufbau und notiere an welche Seite sie kriecht.

Nimm das Tier heraus und vermindere die Temperatur an der Seite an der die Schlange sass um einige grad.

Setze ein zweites Tier hinein.

Das zweite Tier hat nun die moeglichekeit: Vorzugstemperatur, aber kein geruch eines Artgenossen oder Artgenossengeeruch aber keine perfekte VZT.


Nur ein paar Ideen...

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Thomas L.
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Beitrag von Thomas L. » Di Sep 24, 2013 19:33

Hallo,
Tequila hat geschrieben: Ich würde ein Standardthema nehmen, zu dem es viel Literatur gibt und dazu einfache Versuche selbst machen. Passend wäre z.B. das Jacobsonsche Organ oder Sehvermögen bei Schlangen.


Leider ist genau das nicht so erwünscht, wir sollen einen praktischen Teil (z.B. Beobachtungen mit eigenem Versuchsaufbau) einbringen oder mit bekannter Fachliteratur auf bislang weitgehend unerforschtes schließen, wobei mir ersteres deutlich eher zusagen würde, da ich sehr gerne praktisch arbeite. Vieleicht könnte man da auch aus den Themen Jacobsonsche Organ oder Sehvermögen bei Schlangen etwas machen, danke!
Tequila hat geschrieben:Ich glaube du treibst da etwas zu viel Aufwand. Wenn ich es richtig verstehe, dann ist das doch eine Seminararbeit an der Schule und keine Masterarbeit oder Doktorarbeit.

Alles andere ist doch arbeitsmäßig in der kurzen Zeit, die man typischerweise für eine Schularbeit hat, nicht gut zu bewältigen.
Richtig, es ist eine Seminararbeit, für die wir allerdings 11-12 Monate Zeit bekommen haben, welche wir auch sinnvoll nutzen sollen (Natürlich nicht nur die ganze Zeit für die Arbeit, es gibt ja schließlich noch anderes in der Schule zu tun).
krelli hat geschrieben: Hast du mal mit deinem Lehrer gesprochen? Würde ihn da im Zweifellsfalle zu rat ziehen. Nicht das er dir die Arbeit am Ende Zerpflückt. Vielleicht reichen ihm ja auch schon 2 Tiere für den Versuch oder vielleicht stört es ihn nicht, dass es Literatur gibt wenn du deine Versuchen trotzdem unvoreingenommen durchführst.
Ja, das habe ich heute gemacht. Er war von dem meisten Vorschlägen recht begeistert. Auch im Bezug auf die Allgemeingültigkeit der Ergebnisse habe ich ihn angesprochen und er meinte das im klar ist das hier extreme Schwankungen auftreten können, er würde mehr Wert auf sauberes Arbeiten als auf DAS richtige Ergebnis legen. Desweiteren hat er den Kurs darauf hin gewiesen, dass wir gerne Literatur zu Thema verwenden dürfen und sogar sollen, allerdings dürfen wir keine Ergebnisse übernehmen.

@ sinael: Super, das sind eine ganze Reihe guter Vorschläge aus einem sehr interessanten Bereich, danke!!

@alle: Also erstmal möchte ich mich nochmal bedanke für die tollen Vorschläge, ich habe hier nun eine Liste mit fast 50 möglichen Themen vor mir liegen zu der Ihr sehr gut beigetragen habt. Da wird sicher das Passende dabei sein. Wenn jemand von euch aber noch unbedingt ein Thema loswerden will bin ich offen dafür.

Sehr zufriedene und dankbare Grüße,
Thomas

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Beitrag von krelli » Di Sep 24, 2013 20:16

Na dann kann ja fast jeder vorschlag hier genommen werden :)
Dann viel Erfolg bei der Arbeit. Und ich wäre sicher nicht der einzige der sich freuen würde wenn du sie hier auch veröffentlichen würdest ;)

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