Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Diskussionen zur Haltung von Boas und Pythons.

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Ocho
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Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Beitrag von Ocho » Mo Okt 08, 2018 22:31

Hallo Forum,

ich halte seit 2005 2 (bis 2013 3) braune Regenbogenboas in einem Terrarium. Habe die als Jungtiere direkt vom Vermehrer bekommen, sind Geschwister. Gefüttert wird normalerweise alle 14 Tage eine aufgetaute Maus.

Früher habe ich die Tiere getrennt gefüttert, dann eine Zeit lang gemeinsam, gin lange gut, bis die beiden sich dann mal hatten (gegenseitig, war ein ordentliches Gewühl, bis ich die wieder auseinander hatte), beim Fressen.
Da habe ich mir keinen Kopf gemacht, seit dem wird wieder getrennt gefüttert, ich habe die beiden auch direkt wieder in Becken gepackt.

Jetzt hat gestern eine (drinbleibende) die andere (am Schlangenhaken) beim rausnehmen zum Fressen gebissen, ohne das schon Futter im Spiel war. Auch an mir oder im Raum sollte es noch nicht nach Maus gerochen haben. Die Gebissene hat die andere gewürgt, aber nicht zurück gebissen. Nachdem ich das Knäul auseinander hatte habe ich beide gefüttert, beide haben normal gefuttert. Heute noch eine Maus, welche ebenfalls sofort angenommen wurde, damit die auch richtig satt sind.

Ob ich da was befürchten muss, wenn ich die wieder zusammenpacke? Oder ist das Schnee von gestern und die Leben weiter friedlich neben sich her?
Wenn keine größeren Bedenken oder negative Erfahrungen Eurerseits vorliegen kommt die extern gefütterte Schlange wieder zurück, hab eh nicht wirklich eine Wahl.

Die Tiere sind etwa 1,3 m lang, das Becken hat ca. 2,0 x 0,8 Meter in der Fläche und ist 1 m hoch. Habe ca. 0,2 m Boden drin und echte Pflanzen sowie ein kleines und ein großes Wasserbecken. Verstecke sind satt gegeben, eingraben ist auch möglich.

Gruß,

Ocho

Spielverderber
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Re: Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Beitrag von Spielverderber » Di Okt 09, 2018 9:47

Ocho hat geschrieben:
Mo Okt 08, 2018 22:31
Nachdem ich das Knäul auseinander hatte habe ich beide gefüttert, beide haben normal gefuttert. Heute noch eine Maus, welche ebenfalls sofort angenommen wurde, damit die auch richtig satt sind.
Welchen Sinn macht denn das füttern an zwei aufeinanderfolgenden Tagen? :-o
Wenn Du meinst die Tiere seien nicht "satt", gib ihnen bei der nächsten Fütterung direkt zwei Futtertiere, oder ein angemessen großes.
Ocho hat geschrieben:
Mo Okt 08, 2018 22:31
Ob ich da was befürchten muss, wenn ich die wieder zusammenpacke?
Allerdings. Und zwar eine Wiederholung des Geschehens bei jeder einzelnen Entnahme eines Tieres aus dem Terrarium. Egal ob zur Fütterung, zwecks Reinigung oder was auch immer. Meine letzten Epicrates-Nachzuchten haben sich in der Gruppe ganz ähnlich verhalten, und die haben das Verhalten auch bis heute nicht abgelegt. Gleiches bei einem befreundeten Züchter und seinen NZ der letzten Jahre.

Das ist einer der Gründe warum ich immer wieder schreibe, daß Einzelhaltung bei Schlangen grundsätzlich die unproblematischste Lösung ist. Und Dein Thema ist ein "schönes" Beispiel für etwas, das ich ebensohäufig schreibe, nämlich den unglaublichen Leichtsinn und die Selbstüberschätzung des Halters, wenn mehrere Schlangen gleichzeitig im Terrarium gefüttert werden. Bei manchen Gattungen und Arten ist das weniger problematisch, bei Epicrates ist es meiner Meinung nach grob fahrlässig.

Wer zwei oder mehr Reptilien im selben Terrarium hält, sollte meiner Meinung nach immer für jedes Tier die Möglichkeit einer mittel- bis langfristigen Trennung bieten können.

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Ocho
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Re: Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Beitrag von Ocho » Di Okt 09, 2018 22:05

Hallo Spielverderber,

besten Dank für die Antwort.

Ich habe mit meinen beiden Tieren dann wohl Glück gehabt, das die so friedlich zusammenleben. Damals waren mir diese Tiere eben wegen der unproblematischen Vergesellschaftung empfohlen worden, aber dann ist das wohl nur in Teilen richtig, bzw. widerlegt, habe mich zugegebener Weise die letzten Jahre nicht wirklich in dem Thema weiter entwickelt bzw. gebildet.

Gegenbeispiel: Ich hatte mal eine Brachypelma smithi, diese Typische "Indiana Jones - Vogelspinne". Soll angeblich total friedlich sein, meine stellte sich auf die Hinterbeine wenn ich nur an die Terrarientür gekommen bin, so ist halt jedes Tier anders...

Ich werde in Zukunft mehr darauf achten, dass die Tiere nicht zu sehr aufeinander hocken, wenn ich eines entnehme. Früher waren die eh wesentlich "geselliger" da musste man immer "einen Haufen Schlange" aus dem Becken nehmen und sortieren, gebissen haben sich die Tiere dabei nie.

Sollten sich die Tiere wirklich nicht mehr zusammen halten lassen, dann wird sich kurz bis mittelfristig eine Lösung finden müssen. Ich werde die Nacht mal was länger aufbleiben, aber bisher verhalten sich beide unauffällig.

Mal sehen, wie sich die Sache entwickelt, nur weil ich jetzt 13 Jahre lang Glück hatte muss das ja nicht so bleiben. (Obwohl meine Kunden alle meinen, nur weil es die letzten Jahre nicht gebrannt hat sind meinen Anforderungen an den Brandschutz überzogen, aber anderes Thema.)

Danke,

Ocho

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Re: Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Beitrag von Spielverderber » Di Okt 09, 2018 22:27

Die werden nun sicherlich nicht pausenlos aufeinander herumkauen. Auf Basis meiner Erfahrung wirst Du aber weiterhin das selbe Szenario befürchten müssen. Irgendwann wird ein Tier dabei Schaden nehmen, entweder durch einen Biss, das "würgen", oder Deine Versuche sie voneinander zu trennen. Grundsätzlich sind Epicrates maurus problemlos als Paar oder Gruppe zu halten, wenn man denn mit dem unvermeidbaren und schwer vermittelbaren Nachwuchs kein Problem hat.

Das Beispiel mit Deiner Vogelspinne ist wertlos, da die sicherlich einzeln gehalten wurde. Das kann man also nicht vergleichen.

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Re: Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Beitrag von Ocho » Di Okt 09, 2018 22:53

Moinsen,

Nachwuchs werden die wohl nicht bekommen, sind ja Geschwister (beides Mädels) …

Wäre der Nachwuchs nicht los zu werden? War vor gut 10 Jahren mal anders, mag aber auch regional verschieden sein.
Hatte meine als DNZ von privat, aus meinem Wurf die waren alle vergeben, wenn der Vermehrer nicht gelogen hat...
Rote waren nicht zu bekommen, aber die wollte ich auch nicht, weil die wohl sehr anfällig mit Hautkrankheiten sind.

Ocho

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Re: Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Beitrag von Spielverderber » Di Okt 09, 2018 23:11

Das mit den Nachzuchten war ein ganz allgemeiner Hinweis.

Vermittelbar sind Epicrates maurus sicherlich. Die Frage ist nur der Preis. Kaum ein verantwortungsvoller Züchter wird um jeden Preis verscherbeln, sondern lieber Verpaarungen vermeiden.

Binnen 10 Jahren verändert sich der Markt. Das ist bei so ziemlich jedem Reptil der Fall.

Für welche Hautkrankheiten sind Epicrates cenchria denn anfällig, die Epicrates maurus nicht ebenso betreffen könnten?

Epicrates cenchria waren vor 10 Jahren ebenso zu bekommen wie maurus. Auch hier war der Preis die Frage.

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Re: Regenbogenboas nach Biss wieder zusammenpacken

Beitrag von Rbn » Do Okt 11, 2018 7:06

Spielverderber hat geschrieben:
Di Okt 09, 2018 23:11
Für welche Hautkrankheiten sind Epicrates cenchria denn anfällig, die Epicrates maurus nicht ebenso betreffen könnten?
Das würde mich jetzt auch interessieren. Meine cenchria's hatten bisher noch nie irgendwelche Hautkrankheiten. :-o
Bisher dachte ich immer die Vermeidung von Hautkrankheiten ist eher durch richtige Bedingungen im Terrarium begünstigt als dadurch, welche Unterart ich wähle.

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